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Cyberhistory: 1994 Comdex Keynote von Bill Gates

Hand aufs Herz: Wer erinnert sich noch daran, wie Bill Gates anlässlich der Comdex Keynote den digitalen Alltag im Jahr 2005 sah? Ein Blick auf das historische Dokument stimmt nachdenklich. Die Visionen waren damals schon die gleichen wie heute… und sind vielfach eben immer noch nur das: Visionen.

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SecondLife: Die Parodie

Heisst es nicht, dass sich der Erfolg eines Produkts daran misst, ob es kopiert, oder noch besser, parodiert wird? Dann wäre SecondLife nun endgültig im Mainstream angekommen. Denn die folgende Parodie ist nur für jene witzig, die sich schon einmal in SecondLife umgesehen haben: Zusammenstösse mit Gegenständen, Wänden und Menschen, Vogelperspektive, in die Luft tippende Menschen, oder solche, die sich in kargen Räumen seltsam bewegen. Kann das FirstLife vom SecondLife noch etwas lernen?

HOK Lesen: Quellen: YouTube laut Time “Erfindung des Jahres”

Das Time-Magazin erklärt YouTube zur Erfindung des Jahres 2007. Zwar schnöden Kritiker, dass auf YouTube sich nur belanglose Filmchen von Selbstdarstellern häufen. Lev Grossman hält dagegen:

YouTube had tapped into something that appears on no business plan. The lonely, pressurized, pent-up video subconscious of America. Having started with a single video of a trip to the zoo in April of last year, YouTube now airs 100 million videos and its users add 70,000 more every day.

YouTube wird zu einem Medien-Phänomen, bei welchem die Grenzen zwischen Realität und Fiktion gekonnt verwischt werden (wie das Beispiel um Lonelygirl15 zeigt) und das entsprechende Kompetenzen bei der Erschliessung erfordert.

(via CNet MediaBlog)

Übersicht: HOK Lesen: Quellen

HOK Lesen – Suchen und Finden: Google-Gigantismus

Kaum hatte ich meine ersten Videos auf YouTube eingespielt, wurde das Unternehmen verkauft. Nun, da Google auch noch im Film-Geschäft eingestiegen ist (auch wenn auf YouTube zunächst einmal 30’000 vermutlich illegale Dateien entfernt werden müssen), greifen die Journalisten zu grossen Lettern bei den Schlagzeilen: “Google gigantisch” titelt die ARD, da das Suchmaschinenunternehmen neue Rekorde bei Umsatz und Gewinn vermeldet.

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Aus der Welt der Wikis: Wikiality

Der Satiriker Stephen Colbert prägte in seiner Colbert Report (eine Parodie auf die berüchtigte rechtslastige Sendung “The O’Reilly Factor“) den Begriff “Wikiality” (Zitat aus Wikipedia, Hervorhebung durch mich):

He coined the portmanteau of Wikipedia and reality, Wikiality. Wikiality, by his definition, means the representation of truth on Wikipedia that is determined by consensus rather than fact. [...]. He also instructed viewers to change the elephant article to add that the number of elephants has tripled in the last six months, saying that if enough people agreed, it would become true and would be the first step on a path to saving the endangered beasts. [28] He goes on to express his love for Wikipedia as it presents a philosophy similar to Colbert’s own truthiness (that intuition is more true than fact) as “if enough people believe something” it becomes true.

Als Ergebnis musste der Artikel über Elephanten gesperrt werden. Colbert hat mit seinem neu-erfundenen Ausdruck “truthiness” in den USA einiges Aufsehen erregt; das Wort wird nicht nur in einem sehr langen Eintrag in Wikipedia behandelt, sondern wurde auch zum Wort des Jahres gewählt.
Hier der Video-Ausschnitt zu “Wikiality” (bezogen vom bereits besprochenen YouTube):

Ich führe dies hier an, weil die Satire immer auch einen Kern Wahrheit enthält. Denn die Möglichkeit, dass die Mehrheit definiert, was wahr ist, ist bei einem offenen, kollaborativen Modell des Schreibens wie bei Wikipedia nicht nur gegeben, sondern Teil des Konzepts. Das Konzept baut darauf, dass die Mehrheit der Beteiligten auf der Basis rationaler Argumente Einträge verfasst und ergänzt. Doch kann (wissenschaftliche) Wahrheit demokratisch hergestellt werden? Natürlich gibt es die Möglichkeit, dass die Administratoren eingreifen können, wenn Wikipedia-Nutzer die Bestimmungen von Wikipedia (die auf Rationalität gründen) missachten. Doch wo endet Vernunft und wo beginnt Willkür? Mit anderen Worten (wie schon früher gefragt): Wer (oder was) “regiert” Wikipedia?

Übersicht: Aus der Welt der Wikis

HOK Lesen: Quellen: Videos und YouTube

Ich habe schon meine Ansichten dargetan, inwiefern Podcasts (oder generell digitalisierte Ton-Dokumente, die über das Internet verteilt werden, bzw. bezogen werden können) die Quellen-Basis verändern. Die Austattung mit schnelleren (bzw. “breiteren”) Internet-Anschlüssen und verbesserte Übertragungs- und Komprimierungstechnologien führen dazu, dass sich zu den Audio-Dateien vermehrt auch audiovisuelle Dateien gesellen.

Dieser Trend hat auch einen Namen und eine Internet-Adresse: YouTube. Natürlich sind hier die gleichen Effekte zu sehen, wie in der Blogosphäre, dem Podcast-Universum oder Bildalbum-Portalen: Zum Einen gibt es unzählige Selbstdarstellungen und Trivial-Inhalte; zum Anderen werden Fernseh-Ausschnitte hochgeladen (-> illegal! Urheberrecht!!). Natürlich gibt es auch interessante und kreative Eigenleistungen. So lancierten drei Franzosen nach dem WM-Final (in dem der französische Fussballer Zinedine Zidane die rote Karte erhielt, weil er einen italienischen Gegenspieler mit einem Kopfstoss niederstreckte) einen Song, der den Kopfstoss von Zidane thematisierte (Coup de Boule). Auf YouTube gab es schon vor dem offiziellen Video einen (illegalen!) Zusammschnitt von Spielszenen, die den Song bestens veranschaulichten.

Doch YouTube wird auch für die “harten” Informationen zu einem interessanten Anlaufpunkt. Waren es während des Irak-Kriegs noch Blogger, die ungeschminkt die Realität des Kriegsalltags in der ganzen Welt bekanntmachten, sind es nun Kurz-Videos, die vom Krieg in Südlibanon berichten – wobei auch hier alle Regeln der Vorsicht bezüglich der Authentizität zu beachten sind.

Die Tagesschau weist auf diese neue Funktion von YouTube hin und macht sich Gedanken zur neuen Konkurrenz für die etablierten News-Medien. Einzelne TV-Konzerne gehen vermehrt dazu über, statt über Raubkopien zu klagen, selber ihre Inhalte auf YouTube zu veröffentlichen – und dies als Beitrag zur Imagepflege zu sehen. Die Tagesschau ist noch nicht auf YouTube vertreten, kann aber bereits als PodCast abonniert werden.

Das Verblüffende an YouTube ist nicht nur die Vielfalt der Videoschnippselchen, sondern auch die einfache Handhabung, die das Einbinden der Videos in eigene Websites oder Blogs ermöglicht. (Ein Beispiel folgt hier sogleich…).

Übersicht: HOK Lesen: Quellen

 

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