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Nachdenken über Weblogs – oder: Nachwirkungen eines analogen Kaffeekränzchens


Kaffeekränzchen anno 1955

Nach einer Woche voller Termine (unter anderem einem Online-Gast-Vortrag in der Lehrveranstaltung „Digitale Arbeitsmethoden“ von Alexander König an der Uni Saarbrücken – schön zusammengefasst hier) hat das zurückliegende (kurze) Wochenende etwas Musse eröffnet, über den Workshop vom 12. November etwas intensiver nachzudenken. Mittlerweile sind ja freundlicherweise bereits einige bloggenden Kollegen in die Bresche gesprungen und haben Ihre Eindrücke bereits mitgeteilt (Dank an dieser Stelle an Kollega die Kolleg/innen Schneider, Sarti, Kelly, Schmalenstroer und Cornelissen).

Das Bild des „Kaffeekränzchens“, das Kollega Schneider – leicht enttäuscht, wie ich unterstelle – in seiner Reaktion auf den Workshop verwandte, hat mich ins (durchaus positive und anregende) Grübeln gebracht. In dieser Formulierung verbergen sich ja Erwartungen und Ansprüche an den Inhalt und die Form eines Diskurses, die offenbar nicht erfüllt worden sind. (mehr …)

Alles offen?

openweltuntergang
Wer sich einen Überblick über die Open Access-Debatte verschaffen möchte, die gerade im deutschen Feuilleton tobt, sei entweder (einmal mehr) auf die entsprechenden Einträge bei Archivalia verwiesen, oder auf die Zusammenfassung der Diskussion von Stephan Rosenke im InfoWissBlog mit dem Titel „Open Weltuntergang“. Es sieht so aus, als spitze sich von Peter Haber bereits vor zwei Jahren angesprochene „Krise des historischen Publizierens“ noch einmal zu.

Sache gits!* oder: Product Placement im Hörsaal?

*«Sache gits» (Variante: «Sache git’s» ist ein im deutschsprachigen Teil Helvetiens gebräuchlicher Ausruf, der Erstaunen, Verwunderung, mithin auch Fassungslosigkeit zu verbalisieren sucht. Auf Standard-Deutsch übersetzt lautet der Text: «Sachen gibt es».

«Sache gits» ging auch mir heute durch den Kopf, als ich auf meiner Leib- und Lieblingsliste Inetbib las, was einigen Verlagsmenschen so alles in den Sinn kommen kann, wenn sie zum Beispiel Verträge und Richtlinien formulieren. Der Oldenbourg-Verlag, ein speziell auch in der Historikerzunft hochangesehener Verlag, plant ein Online-Lexikon zum Thema Wirtschaftsinformatik. In der dazugehörigen Autorenrichtlinie steht folgender Passus:

Autoren weisen in ihren Lehrveranstaltungen auf das Lexikon als Standardquelle zu allen Wirtschaftsinformatik-Fragen hin.

Eberhard Hilf, emeritierter Physik-Professor der Universität Oldenburg und Geschäftsführer des Institute for Science Networking in Oldenburg (der Verlag Oldenbourg ist in München zu Hause) schrieb dazu treffend:

das ist unter Professoren als zu unabhaengiger Lehre Berufenen schlichtweg sittenwidrig und damit nichtig, es widerspricht dem Sinn ihres Dienstvertrages

Treffend war auch bereits das Betreff der Anfrage an die Liste: «Spammerklausel in Autorenverträgen?».
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