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ZB-Kolloquium zur Zitierbarkeit von Wikipedia

nichtzitierfaehig

Erstmals führte die Zentralbibliothek am letzten Dienstag ein Kolloquium am Mittag durch, und behandelte gleich ein Thema, das dem Zuschaueraufmarsch nach zu urteilen von grossem Interesse zu sein scheint: Wikipedia und die Wissenschaften. Geleitet wurde das Kolloquium von ZB-Bibliothekar Magnus Wieland und wurde unterstützt von Nando Stöcklin von der PH Bern, der zugleich Pressesprecher der Wikimedia Foundation Schweiz ist und in unserem Weblog auch schon Erwähnung gefunden hat. Vor wenigen Wochen haben die beiden Referenten bereits in einer öffentlichen Veranstaltung die Frage behandelt, wie Wikipedia genutzt werden kann. Nun richtete sich die Veranstaltung der ZB, die sich ja aktiv an Wikipedia beteiligt, an die wissenschaftlichen Nutzer/innen, wie im letzten April auch das von Peter Haber an der Universität Basel ausgerichtete Werkstattgespräch. (mehr …)

Chronologs: Geschichtsblog des Monats April 2008

Chronologs

Chronologs ist in mancher Hinsicht eine bemerkenswerte Ausnahme in der Geschichts-Blogosphäre: Es handelt sich nicht nur um einen, sondern gleich um mehrere geschichtlich ausgerichtete Weblogs. Und sie tummeln sich in einem kommerziellen Umfeld: Sie sind Teil des Webauftritts des Verlags „Spektrum der Wissenschaft„, der eine ganze Reihe von Weblogs hostet – naturwissenschaftliche und historische. Interessantes, nicht unwesentliches Detail: wer will, kann sich mit seinem Blog-Projekt anmelden und (falls der Verlag einverstanden ist) auf die Chronologs-Plattform aufspringen. (mehr …)

Das „Risorgimento“ in Wikipedia: Kleiner Praxis-Bericht

Eine kleine Veranschaulichung, wie und unter welchen Bedingungen Wikipedia nicht nur als Nachschlage-Werk hilfreich sein kann, sondern sogar zu neuen Einsichten und Erkenntnissen führen kann: Ich suchte für die Vorbereitung einer Sitzung nach Grundlagen-Material zur italienischen Geschichte des 19. Jahrunderts, konkreter zum Risorgimento. (mehr …)

Kompetenzen, Theorien, Medien (?) der Geschichte

Wenn Kollega Haber schon darauf hinweist, sollen hier auch ein paar Worte darüber verloren werden, über meine Reise nach Eichstätt im malerischen Altmühltal (die schöne landschaftliche Lage muss man sich mit schlechten Bahnverbindungen erkaufen), wo an der katholischen Universität ziemlich intensiv Geschichtsdidaktik betrieben wird, was dank eines umfassenden mehrjährigen Forschungsprojektes auch in Zukunft so sein wird.

Die Tagung konzentrierte sich primär auf die Frage, über welche Kompetenzen Lehrpersonen verfügen müssen, um bei Ihren Schüler/innen Kompetenz fördern und diagnostizieren zu können; also um „Kompetenzen zweiter Ordnung“. Und da die Geschichtsdidaktiker/innen diese Lehrpersonen ausbilden, müssen die ja auch Kompetenzen-kompetent sein. Bin ich in der Lage, bei meinen Lehramts-Studierenden festzustellen, ob sie ihre Schüler/innen in der Entwicklung ihrer Kompetenzen fördern können, muss ich folgerichtig kompetenzförderkompetenzdiagnosekompetent sein.
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Die letzten Zuckungen eines maroden Marktes?

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Vor einigen Tagen ist in inetbib eine heftige Diskussion über den Verlag Dr. Müller oder auch VDM-Verlag (was ja schon Unsinn ist, wenn doch „Verlag“ in der Abkürzung enthalten ist) entbrannt. Dieser Verlag produziert jährlich Hunderte Bücher von zum Teil fragwürdigster Qualität und verkauft sie zu haarsträubenden Preisen an wissenschaftliche Bibliotheken. Zu den zahllosen Schwerpunkten des Verlages gehört auch der Bereich Bibliothekswesen. Die Mehrheit der Arbeiten basiert auf Diplomarbieten und erfüllt nur selten die Anforderungen an eine wissenschaftliche Arbeit.

Eric Steinhauer, promovierter Jurist und Bibliotheksrat an der Bibliothek der Technischen Universität in Ilmenau/Thür, hat in seinem Weblog Skriptorium das Thema aufgegriffen und den Büchermarkt für Diplomarbeiten kurz skizziert (übrigens: ein äusserst lesenswertes Weblog!)

Mein Eindruck ist, dass im wissenschaftlichen Büchermarkt, der alles in allem äusserst marode ist, nun so eine Art von letzte Schlachtenrunde läuft. Bevor der Markt endgültig zusammenbrechen wird, versuchen einige Verlage noch einmal so viel Geld wie möglich abzuschöpfen. Mit dem bevorstehenden Kollaps meine ich übrigens weder die populärwissenschaftlichen Bücher noch den Bereich, der in einer internationalen Liga spielt, sondern den Niedrigstauflagenbereich von Sammel- und Tagungsbänden, Dissertationen und Diplomarbieten, der nur Dank DFG- und SNF-Geldern überleben kann.

Einen schönen Einblick in das Feld der geschichtswissenschaftlichen Buchproduktion gewährt der Sammelband (ja, manchmal gibt es auch gute …) von Olaf Blaschke und Hagen Schulze:

Olaf Blaschke / Hagen Schulze (Hg.): Geschichtswissenschaft und Buchhandel in der Krisenspirale? Eine Inspektion des Feldes in historischer, internationaler und wirtschaftlicher Perspektive, München: Oldenbourg 2006

Eine kurze Rezension des Buches gibt es bei sehepunkte.

Buch der Woche: Perspektiven der Forschung

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Alle vier Jahre bilanziert die Deutsche Forschungsgemeinschaft ihre Arbeit in Form eines Berichtes, der jeweils auch in Buchform erscheint. Ziel ist, die Arbeit der letzten Jahre zu verbinden mit einem exemplarischen Ausblick auf die zu erwartende Wissenschaftentwicklung der nächsten Zeit. Nun liegt der 12. Band in dieser Reihe vor.

Auffallend dabei ist, dass – anders als bei ähnlichen Berichten aus der Schweiz – die Geisteswissenschaften nichts als eine randständige Last auftauchen, sondern als selbstverständlicher Teil des wissenschaftlichen Lebens dargestellt werden. So lesen wir in diesem Buch Beiträge vom Theologen Hubert Wolf („Von guten Gutachtern und schlechten Zensoren“) ebenso wie von der renommierten Historikerin Ute Frevert („Internationalisierung: Schlagwort oder Problem?“). Für weitere Informationen siehe hier.

Deutsche Forschungsgemeineschaft: Perspektiven der Forschung und ihrer Förderung. Aufgaben und Finanzierung 2007-2011, Weinheim 2008. 256 S., 49.90 €.

Das Buch der Woche: Geschichte. Ein Grundkurs

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Das heutige Buch der Woche hat eigentlich mit digitaler Geschichtswissenschaft oder Neuen Medien gar nichts zu tun. Trotzdem möchten wir es heute hier kurz vorstellen, denn es ist ein hifreiches Kompendium durch die vielen Themen und Felder der aktuellen Geschichtsdebatten. Für die kürzlich erschienene dritte Auflage des von Hans-Jürgen Goertz herausgegebenen „Grundkurses“ wurden zahlreiche Beiträge gründlich überarbeitet und drei neue Themen fanden Eingang in das dickleibige, 860 Seiten umfassende Buch: Linguistic Turn, Diskursanalyse und Globalgeschichte.

Die drei Grosskapitel des Buches sind überschreiben mit „Der historische Erkenntnisprozess“, „Epochen der Geschichtsschreibung, historische Fächer und Spezialdisziplinen“ sowie „Konzeptualisierung von Geschichte“. Die einzelnen Beiträge sind dicht und knapp und mit weiterführenden Literaturhinweisen versehen. Die Themenpalette ist sehr gross, von der Kirchengeschichte über die „Varianten des historischen Erzählens“ bis hin zu Geschichtsdidaktik und Geschichtstheorie sind die meisten heute im Feld der Geschichtswissenschaft diskutierten Themen angesprochen.

Dass das Thema der Medialität der Geschichte und mithin die Frage nach den Auswirkungen des digitalen Zeitalters auf die Geschichtswissenschaft in einem Grundkurs gar keine Erwähnung findet, erstaunt auf den ersten Blick. Bleibt zu hoffen, dass in der vierten Auflage auch diese Aspekte Eingang finden werden.

Goertz, Hans-Jürgen (Hrsg.): Geschichte. Ein Grundkurs, Reinbek 2007 (3. Auflage).

Zitieren von und in Weblogs

blogzitat1.pngIn der Wissenswerkstatt (welch passender Name für einen Wissenschaftsblog), die von Marc Scheloske geführt wird,1 habe ich zwei Beiträge gefunden, die sich aus unterschiedlicher Warte mit der wissenschaftlich elementaren Arbeitstechnik des Zitierens befassen: Wann darf man im wissenschaftlichen Kontext aus Weblogs zitieren, und wie? Und welche Regeln gelten für Zitate in Weblogs? (mehr …)

  1. Scheloske steht auch hinter dem Wissenschafts-Café, das wir hier kürzlich erwähnt haben []

weblog.hist.net im wissenschafts-café

Für einen Kaffee (respektive Espresso, im Falle von Kollege Haber) sind wir ja jederzeit gerne zu haben. Umso erfreulicher finde ich, dass wir vor kurzem ins Wissenschafts-Café eingeladen wurden. Dabei handelt es sich um ein Projekt von Mark Scheloske, das als Portal einen Überblick über wissenschaftliche Spuren in der Blogosphäre ermöglichen will. Verschiedene Weblogs werden dort kurz charakterisiert (in der Regel mit Selbstdarstellungen) und mit anderen, ähnlichen Weblogs verlinkt (clever gemacht). Man kann dort nicht nur die einzelnen Einträge kommentieren, sondern auch Bewertungen vornehmen. Also, wer schon immer Lust hatte, uns Noten zu geben, kann sich beim Eintrag zu weblog.histnet.ch austoben…

WorldWideScience-Portal jetzt online

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CORDIS, der offizielle Nachrichtendienst der EU zum Thema Forschungspolitik, meldet: «Ein neues weltweites Wissenschaftsportal ist jetzt online und bietet Forschern und dem interessierten Publikum freien Zugang zu über 200 Millionen Seiten internationaler Forschungsinformationen. WorldWideScience.org wurde gemeinsam von der British Library und dem US-Ministerium für Energie (Department of Energy, DOE) zusammen mit wissenschaftlichen und technologischen Organisationen aus Dänemark, Frankreich, Deutschland, den Niederlanden, Australien, Brasilien, Kanada und Japan entwickelt.»