Zur Quellenkritik von Wikipedia. Ein Forschungsbericht
Peter Haber: Zur Quellenkritik von Wikipedia. Ein Forschungsbericht (CPOV)
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Peter Haber: Zur Quellenkritik von Wikipedia. Ein Forschungsbericht (CPOV)

Darüber berichtet Dirk Franke auf Iberty, einen Bericht von Eric Goldman referierend.
Zusammenfassed hält Goldman (laut Franke) fest:
- Technische Schranken soweit erhöhen, dass Vandalen und Spammer praktisch keine Arbeitsbelastung mehr sind.
- Leute direkt bezahlen
- Möglichkeiten wie bei FOSS finden, bei denen Menschen in ihrer Arbeitszeit mit Wissen und Zustimmung der Arbeitgeber editieren.
- Wikipedia Akademikerfreundlich gestalten, was für den Anfang heißt, Artikel namentlich zu kennzeichnen und zuzuordnen.
- Oder in Zusammenarbeit mit Universitäten diese Akademiker zumindest dazu bringen, dass sie ihre Studenten Wikipedia-Artikel schreiben lassen.
Uns gefällt natürlich vor allem der dritte Punkt (wir würden allerdings «Akademikerfreundlich» trotzdem klein schreiben) und sind gespannt, ob die auch von uns schon lange geforderte Transparenz bei der Wikipedia-Gemeinde auf Gegenliebe stösst.
Da in den letzten Tagen das Niveau einzelner Beiträge in unseren Kommentarspalten einen bedenklichen Tiefstand erreicht hat, ist die Kommentarfunktion bei den einschlägigen Posts nun abgeschaltet. Ich bedaure es, dass es soweit hat kommen müssen, aber nachdem nun zusätzlich zum Haber-Bashing auch ehrverletzende Kommentare gegen andere Personen – wie so oft bei Wikipedia anonym – aufgetaucht sind, habe ich beschlossen, zu dieser Massnahme zu greifen.

Manchmal ist es ja ganz nützlich, das Wichtigste in markige Worte zu fassen. Darren W. Logan, Massimo Sandal, Paul P. Gardner, Magnus Manske und Alex Bateman taten dies zum Thema «Schreiben für Wikipedia» kürzlich im OA-Journal PLoS Computational Biology (auch als PDF):
Irgendwann Anfang der 80er Jahre besichtigte ich als Teenager mit Eltern und Bruder die Wehranlagen von Carcassonne. Oder, präziser: Ich nahm an einer Führung teil. Ich verstand zwar kein Wort dessen, was der “guide” (oder die “guide”, denn es war eine Frau) uns über die historische Bedeutung der Stadtmauern mitteilen wollte, jedenfalls erinnere ich mich nicht mehr (Stichwort “Vergessen”). Woran ich mich aber erinnere war der obligate Spruch am Ende der Führung, der in Frankreich zur stehenden Redewendung geworden ist: “N’oubliez pas le guide!” Die Aufforderung, das Nicht-Vergessen nicht zu vergessen, war nicht als Bitte gemeint, die Führung in guter Erinnerung zu behalten, sondern wollte sicherstellen, dass der Person, welche die Führung durchgeführt hatte, beim Abschied ein Trinkgeld entrichtet würde.
Die Episode fiel mir ein bei der Vorbereitung für einen Workshop, den ich an der Fachtagung “Geschichtsvermittlung am originalen Schauplatz” moderieren soll, die am 16. und 17. Oktober im Rahmen der 700-Jahr-Feierlichkeiten des Klosters Königfelden stattfindet. Der Workshop (als einem von acht) soll sich mit der Frage befassen: “Hat Historisches Lernen am originalen Schauplatz angesichts von Wikipedia, TV-Dokumentationen und Online-Museen noch Zukunft?” Ich meine: Ja.

Immer mehr Hochschulen experimentieren mit Wikipedia. Ähnlich wie wir das vor Jahren in einem Kurs am Institut für Medienwissenschft der Universität Basel gemacht haben, hat auch Geert Lovink zur Zeit einen Kurs am laufen, in dem die Studierenden für Wikipedia schreiben und über ihre Erfahrungen berichten.

Wir hatten kurz darüber berichtet, dass in der deutschen Wikipedia-Trägerschaft zur Zeit die Fetzen fliegen. Es geht um Bürokraten und Spendengelder, um Basis und Mitsprache. Kurz: Es geht um die Fragen, die in jeder sozialen Bewegung, wenn sie eine bestimmte Grösse erreicht hat, aktuell werden. Die deutsche Nachkriegsgeschichte ist voller Beispiele von sozialen Bewegungen, die Fraktionen bilden, sich aufspalten, bekriegen, verbürokratisieren etc. etc. Als ich in den 80er Jahren mit meinem Soziologiestudium begann, war die Analyse «Neuer sozialer Bewegungen» übrigens gerade eines der neueren Modethemen. Ein Literaturtip dazu: Brand, Karl-Werner / Buesser, Detlef / Rucht, Dieter: Aufbruch in eine andere Gesellschaft. Neue soziale Bewegungen in der BRD, Frankfurt am Main 1986 (@ Kollega Hodel: ja, ich habs gelesen, die meisten Teile zumindest).
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Nun kloppen sich die Wikipedianer auch intern, wie ein aufschlussreicher Bericht von heise.de zeigt. Wir sind gespannt, wie lange es noch geht, bis die deutsche Wikipedia-Szene auseinander fällt.

[Wir danken Christian Pentzold für die Erlaubnis, aus seiner Zusammenfassung der CPOV-Tagung eine längere Passage übernehmen zu dürfen! P.H.]
Peter Haber, researcher at the seminar for general modern history, University of Basel, presented some initial results from a research seminar he gave at the University of Vienna which was titled: Source critique in Wikipedia. A research report. His presentation dealt with the online encyclopedia from a historiographic point of view. The general direction of the academic ‘experiment‘ addressed the question how Wikipedia functions with a special focus on articles on historic and historical subjects.
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