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Studis befragen Historiker: Gibt es einen «digital turn»?

Ohne Worte.

Zur Quellenkritik von Wikipedia. Ein Forschungsbericht

Peter Haber: Zur Quellenkritik von Wikipedia. Ein Forschungsbericht (CPOV)

Vom Umgangston in der deutschsprachigen Wikipedia

Das grosse Medienecho, das unser Werkstattgespräch Ende Juni in Wien ausgelöst hat, freut mich sehr. Es zeigt, dass auch im Rahmen eines universitären Forschungsseminars wissenschaftlich relevante Arbeit geleistet werden kann.

Weil dies in den Interviews zum Teil etwas zu kurz kam, sei es hier nochmals ausdrücklich betont: Diese Arbeiten wurden nicht von mir, sondern von einem rund 20köpfigen Team geleistet. Den Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Wiener Forschungsseminars sei an dieser Stelle ausdrücklich für ihren Einsatz und die angenehme Zusammenarbeit gedankt.
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Wikipedia für Historiker/innen: Schlechter als erwartet

Die bisherigen Ergebnisse des Forschungsseminars «Wikipedia und die Geschichtswissenschaften» sind ernüchternd. Eine Untersuchung von rund zwanzig geschichtswissenschaftlichen Einträgen in der deutschen und der englischsprachigen Wikipedia hat gezeigt, dass die Qualität der Texte sehr schwankend ist, die unterschiedlichen Sprachversionen sehr voneinander abweichen und dass gerade bei komplexeren Themen sich Wikipedia keineswegs als Einstieg eignet.

Für die Untersuchung hatten wir – ausgehend von aktuellen enzyklopädistischen Diskussionen – gemeinsam ein Kriterienraster entwickelt und uns auf ein einheitliches Vorgehen geeinigt. Untersucht wurden Lemmata aus den (von uns definierten) Kategorien «Begriffe», «Epochen», «Ereignisse», «Personen» und «Methoden».

Die in der letzten Juniwoche zuerst intern und dann an einem öffentlichen Werkstattgespräch präsentierten Ergebnisse werden von den Projektmitarbeitenden zur Zeit zu ausführlichen schriftlichen Berichten ausgearbeitet und voraussichtlich Ende Jahr als e-Publication öffentlich zugänglich gemacht.

Aber schon die bisher vorliegenden Ergebnisse lassen einige Trends erkennen: Auf der formalen Ebene konnten wir beobachten, dass die Textlänge keineswegs mit der Qualität der Inhalte korreliert. Aufgefallen ist dabei, dass die englischen Einträge oftmals länger und zumeist besser strukturiert waren, als die deutschsprachigen.

Bemerkt haben wir in zahlreichen Fallbeispielen auch, dass fremdsprachige Literatur nur selten verwendet wird. Hin und wieder gab es zwar sprachübergreifende Literaturlisten, die effektiv verwendete Literatur war nur selten mehrsprachig. Für Texte, die sich in einem wissenschaftichen Umfeld platzieren, ist das natürlich bedenklich.
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Wiener G’schichten, Folge 7

Es mehren sich die Zeichen, dass wir die Ergebnisse des Forschungsseminars zum Thema «Wikipedia und die Geschichtswissenschaften» in irgendeiner Form dauerhaft publik machen sollten. Das Thema ist immer noch aktuell und die Erfahrungen von Historikerinnen und Historikern im Umgang mit Wikipedia zunehmend differenzierter.

Ein schönes Beispiel ist die Diskussionsseite des Beitrages zum Thema «Mission Hoyos». Der Beitrag ist ebenfalls im Rahmen einer (allerdings nicht öffentlich dokumentierten!) Lehrveranstaltung an der Universität Wien entstanden und zeigt das differenzierte Aushandeln des Textes in der Community. Zugleich illustriert dieses Beispiel, dass das Potential für Kooperationen zwischen Universitäten und Wikipedia beträchtlich sein dürfte.
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Wiener G’schichten, Folge 6

Nun also auch die Nationalbibliothek in Wien: «Google wird den urheberrechtsfreien Buchbestand der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB) digitalisieren und dadurch weltweit online abrufbar machen. 400.000 Bände vom 16. bis ins 19. Jahrhundert sollen dabei im Volltext erfasst werden», meldet der ORF heute Mittag.
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Wiener G’schichten, Folge 5

Halbzeit in Wien. Was sehr schade ist, nicht nur, weil endlich das Wetter schön ist, sondern weil wir in den Kursen langsam so richtig in Fahrt kommen. Gestern zum Beispiel, in der Übung zu Digitalen Arbeitstechniken. Eine wunderbare Präsentation zum Thema «Web 2.0-Quellenanalyse». Eine gescheite Aufteilung in die methodischen Ansätze Diskursanalyse, Netzwerkanalyse und Text-Mining. Gute Beispiele und eine sehr anregende Diskussion.
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Wiener G’schichten, Folge 3

So stellt man sich doch das Leben in Wien vor: im Kaffeehaus, Zeitung lesend, mit einem kleinen Schwarzen (oder, wie hier auf dem Bild: einem Glas Wein nach getaner Arbeit). Nach sechs Stunden Forschungsseminar heute kann ich versichern, dass dies eher selten so ist.
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Wiener G’schichten, Folge 1

Das Türschild an meinem neuen Büro ist ziemlich schnörkellos. Mitten im Hauptgebäude der ehrwürdigen Wiener Universität, Hochparterre, Raum 192. Eine schöne Adresse, eine weniger schöne Aussicht auf eine Baustelle im Innenhof, ruhige Atmosphäre. Schade nur, dass Gastprofessuren befristet sind.
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In Wien brennt die Uni. Na und?

unibrennt550

Seit Wochen wird in Wien und anderswo gestreikt, werden Hörsäle besetzt und ein Ende der Ökonomisierung des Bildungswesen gefordert. Das finden auch wir digitale Historiker im fernen Basel ganz toll. Schon alleine deshalb, weil eine zünftige Portion Neid mitschwingt: Mit unserem Studienbeginn in den 1980er Jahren waren wir irgendwie zu jung für die 1968er Bewegung und sind wohl zu alt für die 2009er Unruhen.
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