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Auch das noch (II): Der zweite Weltkrieg auf Facebook

Passend zum Start der ersten Facebook-Präsenz eines historischen Instituts im deutschsprachigen Raum hier der Hinweis auf einen (selbstverständlich anonymen) Versuch, die komplexe Handlung des Zweiten Weltkrieges in der Newsfeed-Darstellung von Facebook abzuhandeln. Und auch hier sei die Frage an die geschätzte Leserschaft gestellt: Geht das? Darf man das? Bringt das was (medienhistorisch, geschichtsdidaktisch, kulturwissenschaftlich)?
Nebst den parodistisch anmutenden Versuchen, mit facebook-typischen Ausdrücke die Ereignisse wiederzugeben, fällt vor allem auf, dass die Darstellung (wenn man das so bezeichnen will) sich ausschliesslich auf das Kriegsgeschehen beschränkt und beispielsweise den Holocaust komplett ausblendet. Soweit geht die Lust an der Parodie dann doch nicht.

via Kliosurft

Nie mehr Nerds im Netz, nur noch Normalos?


Die Zeit der Nerds im Netz sei vorbei, meint Florian Knoke in Spiegel Online, denn: „Das Internet gehört den Normalos„. Ja, mehr noch: Die Nerds hätten das Netz zwar gern zu ihrem Erfolgsprojekt gemacht, aber sowohl die Cordhosen-Träger-Lötkolben-Zeilenkommando-Tipper der 80er- und 90er-, wie auch die Neue-Welt-Ordnung-Idealisten der 00er-Jahre hätten den angestrebten Einfluss auf die Entwicklung des Netzes gar nie ausüben können. Der Erfolg des Internets sei allein den Normalos zu verdanken, die das Netz ganz unspektakulär udn langweilig in ihren Alltag integriert haben, der da heisst: Selbstoptimierung. Die Nerds von heute seien eher jene, die sich von Computern und Internet fernhalten. (mehr …)

Zotero 2.0 now available

zotero

Zotero 2.0 became available for public download on May 14. This new version of Zotero provides many exciting features that unlock the research archives of individual scholars making those research archives (or portions of those archives) available for a wider audience. Think about it this way. In what my students like to call the „olden times“ (anything before 2000), scholars collected materials into their personal research archives then sat down and wrote a book, an article, or a conference paper. That publication provided the scholar’s audience with a glimpse into the source materials he or she had collected from various archives, libraries, etc. But only a glimpse, and mostly in the footnotes. If you wanted access to those same sources, you had to replicate the research already completed by the author of what you were reading.

Zotero 2.0 potentially puts an end to this re-research process. Now, a scholar can make any portion of that personal research archive available online via Zotero’s collaborative capabilities. So, for instance, as I collect materials for an article I am perparing for a volume of essays on „getaways“ in communist Eastern Europe, I can make my Zotero folders available to anyone or just my collaborators in the volume. Once the book is published, I can choose whether or not to make my sources available to those readers who want to work with the sources I collected. In this way, the „hidden archive“ of scholarship will begin to migrate to the surface. The potential for transformation of scholarly work is, I think, quite significant.

Zotero 2.0 also taps into the potentialities of social networking for scholars. Once logged in to the Zotero server, one can create a personal profile page, create or join affinity groups, and track („follow“) the work of others who are part of the Zotero community. For a brief summary of the features of Zotero 2.0, read what Dan Cohen, Director of the Center for History and New Media, has written (and will continue to write) in his blog.

Kompetenzen, Theorien, Medien (?) der Geschichte

Wenn Kollega Haber schon darauf hinweist, sollen hier auch ein paar Worte darüber verloren werden, über meine Reise nach Eichstätt im malerischen Altmühltal (die schöne landschaftliche Lage muss man sich mit schlechten Bahnverbindungen erkaufen), wo an der katholischen Universität ziemlich intensiv Geschichtsdidaktik betrieben wird, was dank eines umfassenden mehrjährigen Forschungsprojektes auch in Zukunft so sein wird.

Die Tagung konzentrierte sich primär auf die Frage, über welche Kompetenzen Lehrpersonen verfügen müssen, um bei Ihren Schüler/innen Kompetenz fördern und diagnostizieren zu können; also um „Kompetenzen zweiter Ordnung“. Und da die Geschichtsdidaktiker/innen diese Lehrpersonen ausbilden, müssen die ja auch Kompetenzen-kompetent sein. Bin ich in der Lage, bei meinen Lehramts-Studierenden festzustellen, ob sie ihre Schüler/innen in der Entwicklung ihrer Kompetenzen fördern können, muss ich folgerichtig kompetenzförderkompetenzdiagnosekompetent sein.
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OpenSocial: wie offen ist SocialSoftware?

Das Google seit neustem im Bereich der Mobiltelefonie mitmischt (bzw. nach Meinung verschiedener Medien das Mobiltelefon neu erfindet), sei hier nur der Anlass, auf eine andere interessante Neuerung im Google-Universum hinzuweisen. Seit letzter Woche bietet Google mit OpenSocial eine Möglichkeit für Betreiber von Social Software-Anwendungen, die Daten Ihrer Nutzer/innen einfach von einem Dienst zu anderen zu transferieren.1 Dies kommt einem Paradigmenwechsel im Social-Software-Universum gleich, waren bzw. sind doch Dienste wie Flickr, YouTube, MySpace und dergleichen eher darauf ausgelegt, dass die Nutzer/innen auf immer und ewig an den eigenen Dienst gebunden werden – auch wenn die Nutzungsbedingungen sich verschlechtern oder verteuern (oder beides). (mehr …)

  1. Konkurrent Facebook bietet eine ähnliche Programmierschnittstelle allerdings schon seit geraumer Zeit an. Dort gibt es einige tausend (!) Anwendungen, die sich an die offene Schnittstelle von Facebook anklinken. Dies war vermutlich auch ein Grund für Google, sich hier zu engagieren. Dafür hat sich mit Myspace ein weiterer grosser Anbieter einer Community-Plattform []

GMW 07: Lernszenarien in Web 2.0

Nun, da habe ich mich mit dem letzten Eintrag etwas weit aus dem Fenster gelehnt, was die Einschätzung der Pre-Conference-Angebote angeht. So muss ich eingestehen, dass das Zeitaufwand/Lern-Verhältnis im Workshop „Lernszenarien im Web 2.0„, nicht optimal war. Thema war vor allem die Abgrenzung eines ambitiösen Lern-Software-Projektes („Medi@rena„) von der Uni Paderborn gegenüber den Angeboten des web 2.0. (mehr …)

Second Hype

Was ist nur los mit Second Life? Alle laufen davon! Laut einer Umfrage des Meinungsforschungs-Unternehmens Fittkau und Maass bei über 100 000 deutschsprachigen Internet-Nutzer/innen kennen zwar 69 Prozent Second Life. Aber nur 7 Prozent geben an, Second Life gelegentlich zu nutzen und gar nur 0.8 Prozent tummeln sich regelmässig in der künstlichen Parallel-Welt. Von diesen 7.8 Prozent kreuzten 64.9 Prozent an: „Nachdem ich Second Life einmal ausprobiert habe, habe ich es nicht wieder aktiv genutzt“. Vernichtend. (mehr …)

Web 2.0: Kontakte – nicht Information; Ort – nicht Werk

Die Entscheidung des Magazins (Samstagsbeilage zu Tagesanzeiger, Berner Zeitung und Basler Zeitung), seine Website mit einem Wiki zu verwalten und die Leser/innen einzubinden und mitwirken zu lassen (allerdings nur kommentierend…), hat mich noch einmal darauf aufmerksam gemacht, warum das „web 2.0“ auch mit dem Begriff „Social Software“ bezeichnet wird (Hinweis auf die Wikisierung des Magazins von Beat). Ich komme wieder zu einer Bemerkung, die ich bereits anlässlich des Workshops „Wikipedia in den Wissenschaften“ vor ein paar Wochen äusserte: Wikipedia (und auch andere Anwendungen des Web 2.0) ist weniger ein Werk (also: ein Buch, eine Zeitung, ein Film), das Informationen anbietet, sondern eher ein Ort, an dem Menschen über Inhalte verhandeln, sich austauschen und sich treffen. (mehr …)

Geschichte 2.0: Geschichte lernen mit Social Software – ein Dissertationsprojekt

Seit Anfang dieses Jahres arbeite ich an einem Dissertationsprojekt, dass sich für die Zusammenhänge von Lernprozessen in der Geschichte und der Nutzung von Social Software interessiert. Ich möchte im Weblog in loser Folge (nebst den Hinweisen auf Entwicklungen und Neuigkeiten im und für den Bereich Geschichtswissenschaft und digitale Medien) über Erfahrungen, Schwierigkeiten und Erfolgserlebnisse berichten, die sich Verlauf meiner Arbeit ergeben. (mehr …)

Yahoo Pipes: Web 2.5 ante portas?

Das Web 2.0 war einmal, Web 2.5 steht vor der Türe! Dies zumindest ist mein erster Eindruck, nachdem ich mich ein wenig in die Möglichkeiten von Yahoo Pipes eingelesen und ein wenig herumgespielt habe. Um was geht es? Yahoo hat ein Tool ins Netz gestellt, mit dem jede/r sogenannte Mashups zusammenklicken kann. Die Bereitstellung von wirklich interaktiven, individualisierbaren Portalen wie zum Beispiel Pageflakes ist nun nicht mehr mit einem immensen Programmieraufwand verbunden, sondern lässt sich einigermassen simpel zusammenklicken. Das ist eine neue Dimension, denn damit lassen sich die engen Fesseln, die bisher mit den Web 2.0 verbunden waren, aufbrechen.

Nun können wir gespannt sein, wann die ersten „Pipes“ auftauchen, die sich mit historischen Themen befassen. Klar, dass wir auf hist.net auch mit „Pipes“ experimentieren und hoffentlich schon bald erste Beta-Versionen präsentieren werden …!