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Ich, Prezi-dent

Prezi Praesentationen

 

Ich war an einer Tagung und das Einzige, was die Leute von meinem Vortrag in Erinnerung behalten, war die eingesetzte Prezi-Software.

An der Abschlusstagung des LOEWE-Schwerpunkts «Kulturtechniken und ihre Medialisierung», die unter dem Titel «Lesen, Schreiben, Erzählen – digital und vernetzt» vom 28. bis 30. Juni 2012 an der Justus-Liebig-Universität Giessen stattfand, habe ich einen Auszug aus meiner Dissertation unter dem Titel «copy/paste a shattered past – Das Erstellen von Geschichtsreferaten unter den Bedingungen narrativer Fragmentierung» vorgetragen. Und während ich mich hier gleich entschuldige, dass ich diesen Vortrag nicht vorgängig annonciert habe (was ich – wie originell – der hohen Arbeitsbelastung in die Schuhe schiebe), so muss ich zugleich mit gewisser Bekümmerung feststellen, dass ich vor allem Reaktionen auf die Verwendung der Präsentations-Software Prezi erhalten habe (oder sagen wir: Reaktionen jenseits der freundlichen „Das waren interessante Ausführungen“-Aussagen).

Hierzu drei Bemerkungen: (mehr …)

Chicken? Chicken chicken!

Der Spiegel-Artikel „Im Powerpoint Nirvana: Beamer an – Hirn aus“ von Frank Patalong bringt inhaltlich nicht so viel Neues: altvertraute Powerpoint-Präsentations-Erfahrungen werden aufgewärmt und die verbreitete (und auch in diesem Blog bereits mehrfach dokumentierte) Powerpoint-Abneigung mit der bekannten Spiegel-Häme bedient. Letztlich hat auch Patalong der tristen Realität von langweiligen (und noch langweiligeren) Powerpoint-Präsentationen nichts Anderes entgegen zu setzen als – bessere Powerpoint-Präsentationen! Warum wir diesen Artikel dennoch hier erwähnen, liegt nicht daran, dass man beim Spiegel Beispiele von gelungenen Powerpoint-Präsentationen einreichen darf (mit der Aussicht, dort im Schaufenster präsentiert zu werden), sondern die (nicht mehr ganz frische, aber dennoch) köstliche Power-Point-Parodie „Chicken Chicken„, die sich aus der wahrlich nicht raren Menge von Powerpoint-Bashing-Beiträgen auf einfache aber effektvolle Art und Weise abhebt.1 WARNUNG: Nicht in einer Bibliothek oder sonst einem Ort zu Gemüte führen, wo plötzliche Lacher nervöse und unduldsame Blicke auf sich ziehen könnten.

  1. Die Präsentation stammt von Doug Zongker, der diese im Februar 2007 in der Humor-Session („Annals of Improbable Research„) an der jährlichen Tagung der AAAS hielt. Die AAAS ist Herausgeberin des Wissenschafts-Journals Science. []

Powerpointitis in Lehre (und Forschung)

Über die teilweise haarsträubende Qualität von Powerpoint-Präsentationen an Tagungen habe ich mich hier ja auch schon (mehrfach) ausgelassen; ebenso wie über die einzige sinnvolle Reaktion darauf. Über den Einsatz von Powerpoint in der Lehre hingegen haben wir hier noch kein Wort verloren. Ich möchte ja glauben, dass an der Universität noch mit Kreide und Wandtafel hantiert wird – ich selber liebe ja Wandtafeln (die Studierenden hingegen scheinen mit meiner Schrift nicht ganz so glücklich zu sein). Seit es in dem Raum, in dem ich an der PH unterrichte, keine Wandtafel mehr gibt, muss ich mich wohl der Realität stellen, dass Powerpoint zum Standard-Lehrmittel geworden ist.

Hierzu passt der Eintrag „Slides and Chalks“ von Timothy Burke in seinem Weblog mit dem passenden Namen „easily distracted„. Er stellt, ausgehend von einer Klage einer Kollegin, die den überbordendenund zumeist missratenen Einsatz von Powerpoint in der Lehre beklagt, nur zwei Fragen: Wie oft wird eigentlich Powerpoint der Lehre eingesetzt, und ist es der Software anzulasten, wenn der Unterricht mit Powerpoint schlecht ist? Daran knüpft sich eine ungemein interessante Diskussion in den Kommentaren an, die vor allem darauf abzielt, dass man schlicht gewisse Grundregeln bei der Verwendung von Powerpoint beherzigen sollte, und eine Chance darin sieht, dass katastrophale Powerpoint-Präsentationen unausweichlich dazu zu zwingen würden, sich grundsätzlich über die Qualität der Lehre Gedanken zu machen – gerade auch in Grossveranstaltungen des Grundstudiums. Rhetorische Frage eines Kommentators:

Since when was Stanford (or any other big research uni) noted for the quality of its undergraduate teaching?

Die meiner Ansicht nach gelungenste Art der Powerpoint-Präsentation pflegt übrigens Kollega Haber: Er zeigt konsequent nur Überschriften und passende Bilder zu seinem Vortrag. Anhand zahlreicher Reaktionen von Tagungsteilnehmer/innen kann ich sage, dass das sehr gut ankommt.

Kompetenzen, Theorien, Medien (?) der Geschichte

Wenn Kollega Haber schon darauf hinweist, sollen hier auch ein paar Worte darüber verloren werden, über meine Reise nach Eichstätt im malerischen Altmühltal (die schöne landschaftliche Lage muss man sich mit schlechten Bahnverbindungen erkaufen), wo an der katholischen Universität ziemlich intensiv Geschichtsdidaktik betrieben wird, was dank eines umfassenden mehrjährigen Forschungsprojektes auch in Zukunft so sein wird.

Die Tagung konzentrierte sich primär auf die Frage, über welche Kompetenzen Lehrpersonen verfügen müssen, um bei Ihren Schüler/innen Kompetenz fördern und diagnostizieren zu können; also um „Kompetenzen zweiter Ordnung“. Und da die Geschichtsdidaktiker/innen diese Lehrpersonen ausbilden, müssen die ja auch Kompetenzen-kompetent sein. Bin ich in der Lage, bei meinen Lehramts-Studierenden festzustellen, ob sie ihre Schüler/innen in der Entwicklung ihrer Kompetenzen fördern können, muss ich folgerichtig kompetenzförderkompetenzdiagnosekompetent sein.
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Digital Na(t)ives in Münchenwiler

Münchenwiler

Während sich Kollege Haber an den politisch brisanten Verhandlungen zur Memopolitik in der Bundeshauptstadt aufhält (und sich live zuschaltet, wenn es etwas Bemerkenswertes zu berichten gibt), habe ich mich auf das ruhige Land zurückgezogen und als Referent am Workshop „e-education“ der ICT-Gruppe der SATW teilgenommen. Ich befürchte, dass ich zur Fragestellung des Workshops („Über welche ICT-Kompetenzen sollen die Lehramts-Studierenden bei Studienbeginn und bei Studienabschluss verfügen, und wie (und von wem) kann dies sicher gestellt werden?“) nicht allzu viel habe beitragen können mit meiner Fallstudie des Einsatzes von ICT in meinen Lehrveranstaltungen. (mehr …)

Basel goes Vienna. Ein Rückblick

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Wer nachhören möchte, welchen Input die «Basler Elektronische Schule» den Kollegen von Wien gegeben hat, kann das auf dem Weblog e-Medien-Strategie der Hist-Kult Fakultät tun. Visuell sichtbar sind Haber & Hodel nicht (wegretuschiert?), aber wir hatten auch keine Werbe-T-Shirts für Kollega Krameritsch an. Werden wir auf dem nächsten Podium machen, damit wir auch ins Bild kommen …

Roadmap e-Sciences

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Es ist ja so eine Sache mit Weblog-Berichten über Veranstaltungen, auf denen man selbst aufgetreten ist. Schnell einmal wirkt das peinlich und da ja hist.net (oder Teile von hist.net?) seit einiger Zeit schon gewisse Nabelschautendenzen aufweist, habe ich mir vorgenommen, mich inskünftig im Bereich Ego-Blogging ein wenig in Zurückhaltung zu üben (also auch in Zukunft wird es von meiner Seite keine Agenda-Schauen und ähnliches geben).

Trotzdem komme ich nicht umhin, über einen Abend gestern in Wien zu berichten, bei dem nicht nur die gesamte hist.net-Equipe auf dem Podium sass, sondern auch die sogenannte Wiener Elektronische Schule sozusagen in corpore vertreten war (der Wikipedia zur Wiener Elektronischen Schule wurde leider geloescht …). Zwei ganz wunderbare Bücher wurden vorgestellt und dies erst noch in einer ebenso wunderbaren Lokalität: im Semper-Depot der Akademie der bildenden Künste. Bei den beiden Büchern handelt es sich zum einen um das Grundlagenbuch «E-Learning Geschichte» von Prof. Wolfgang Schmale (Universiät Wien), Dr. Jakob Krameritsch (Akedemie der bildenden Künste) und Martin Gasteiner sowie Marion Romberg (beide Universität Wien). Zum anderen wurde auch das Erscheinen der Dissertationsschrift des hier einschlägig bekannten Kollegen Krameritsch mit dem schönen Titel «Geschichte(n) im Netzwerk» gefeiert.

Nach der Präsentation der beiden Bücher moderierte Wolfgang Schmale ein Podiumsgespräch mit dem Titel «Roadmap e-Science», an der neben Krameritsch und der Basler Elektronischen Schule auch Michael Nentwich, Autor der Studie «Cyberscience» und Direktor des Instituts für Technikfolgen-Abschätzung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften teilnahmen.

Wir werden auf die Themen und Thesen der Diskussion zurückkommen und auch auf die Audiocasts verlinken.

Für heute nur noch dies: Zu den Highlights des Abends gehörte ohne Zweifel die Werbeschaltung von Jakob Krameritsch für T-Shirts, die, mit Zitaten aus dem Buch vesehen, vor Ort verkauft wurden. Hier ein begeisterter Käufer mit einem Zitat von der Seite 176:

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«Insofern zeigen Mitschreibeprojekte den ganz normalen Egoismus der Menschen, nicht mehr und nicht weniger.»
Claudia Klinger

Rhetorik 2.0

Anlässlich des etwas spärlichen Besucher/innen-Aufmarsches am Wikipedia-Day in Bern (siehe unsere Beiträge) vom letzten Wochenende (den ich persönlich so schlecht besucht nicht fand), macht sich Beat Döbeli Gedanken zur Rolle von Referaten im digitalen Zeitalter. Er vermutet, dass durch das Veröffentlichen der Referate mittels Webcasts, was ein zeitversetztes Anhören vom eigenen Schreibtisch aus ermöglicht, die Zuhörer/innen anspruchsvollere und komplexere Referate erwarten (da sie diese ja zeitversetzt in aller Ruhe anschauen können). Ich halte das Gegenteil für wahrscheinlicher. (mehr …)

Power-Point-Karaoke

Beim Rumstöbern im Programm der Blogger-Konferenz re:publica bin ich auf den folgenden Beitrag gestossen:

Eine beliebige Powerpoint-Datei wird aus dem Internet geladen und muss von jemandem aus dem Publikum im „Freiflug“ präsentiert werden.

Wenn ich so an einige der Powerpoint-Präsentationen denke, die ich in den letzten Jahren über mich ergehen lassen musste, kann ich mir das ziemlich unterhaltsam vorstellen. Ob das vielleicht ein neuer Trend wird? An jeder wissenschaftlichen Tagung am Abend eine Powerpoint-Karaoke-Party? Offen bleibt meiner Ansicht nach, ob damit wirklich der unfreiwillige Humor so mancher ernst gemeinter „Nicht-Karaoke“-Präsentation übertroffen werden kann. Aber hier sehe ich auf jeden Fall den unmittelbaren Nutzen eines Video-Casts ein!