weblog.hist.net

Talking Historians

Die Pläne für die hist.net-Talks sind nun auch schon einige Jahre alt, aber sie liegen noch immer in der Schublade. An der fehlenden Lust liegt es nicht, eher an Zeitmangel. Die Idee war simpel und wenig phantasievoll: Zusammen mit den Kollegen der Wiener Elektronischen Schule treffen wir uns alle paar Wochen zu einem rund 30 bis 60 Minuten dauernden Talk, um aktuelle Entwicklungen in den Digital Humanities und rund um die Projekte, die wir in Basel und Wien am Laufen haben, zu besprechen. Ein digitales Quartett sozusagen.

Aber wie gesagt, im Moment liegen die Pläne brach.
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Unser Hörtipp: «Stimmen der Kulturwissenschaften» aus Wien

Warum immer nur Texte schreiben? Das haben sich in Wien die Radiomacherin Anna Masoner und die beiden Historiker Daniel Messner und Martin Gasteiner gedacht und ein interessantes Projekt ins Leben gerufen: «Stimmen der Kulturwissenschaften». In rund 30 Minuten dauernden Gesprächen befragen sie junge Kulturwissenschafterinnen und Kulturwissenschafter über ihre Projekte und reichern die MP3-Dateien mit interessanten Links zum Thema an. Befragt wurden bisher unter anderen der Medienwissenschafter Markus Krajewski und die Zeithistorikerin Nina Verheyen.

Wozu eigentlich Podcasts an der Universität?

podcast

«Mit Podcasting unterwegs: Wo macht ihr Einsatz Sinn? Welche Wirkung erzielen sie? Best Practice und Tipps» lautete der etwas schwerfällige Titel eines Workshops, den die Konferenz der Uni-Medienstellen in der Schweiz heute in Bern organisiert hatte.
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Podcast Neuzeit: Geschichtsblog des Monats April 2009

neuzeit

Ein neues und neuartiges Projekt, das die Definition eines „Weblogs“ erweitert, wenn nicht sprengt, ist der vermutlich erste deutschsprachige Geschichts-Podcast namens „Neuzeit“ des Hamburger Historikers Matthias Janson. „Neuzeit“ zeigt, welche Möglichkeiten das Medium Podcast für die Geschichte eröffnen kann.

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20 Sendungen «Digital Campus» – wir gratulieren!

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Vor wenigen Tagen stellten unsere Kollegen vom Center for History and New Media (CHNM) an der George Mason University die zwanzigste Ausgabe ihres Podcasts Digital Campus ins Netz. Wir gratulieren – und nehmen uns vor, uns bald auch mit dem Medium Podcast zu versuchen (schliesslich hat ja die Hälfte der hist.net-Truppe entsprechende Radioerfahrung).

«Digital Campus» wird vierzehntäglich produziert und dauert jeweils eine knappe Stunde. Moderator ist Dan Cohen, der Direktor des CHNM, im zugeschaltet sind Mills Kelly, Babelblogger bei hist.net, und Tom Scheinfeldt, Betreiber des Weblogs Found History.

Jede Sendung hat ein Hauptthema und mehrere Themen, die kurz aufgegriffen und besprochen werden. In der 20. Sendung ging es um Open Access von wissenschaftlichen Büchern und Texten. Dan Cohen berichtete von seinen Erfahrungen mit PublicDomainReprints.org und Mills Kelly stellte Flickr Commons vor, die er auch im Babelblog bereits beschrieb. Ausserdem gab es eine recht aufschlussreiche Besprechung des neuen MacBook Air (Thema: was heisst mobiles Arbeiten in Zukunft?) sowie etliche Tipps und Links aus der Szene.

Die Länge von fast einer Stunde scheint uns recht lange zu sein, aber für Pendler, Jogger und Hemdenbügler dürfte diese Länge ganz willkommen sein. Sehr angenehm ist, dass auf der Homepage jeweils eine kurze Inhaltsangabe sowie sämtliche Links aus der Sendung abrufbar sind.

Mir zumindest ist kein anderer Podcast bekannt, der regelmässig Themen an der Schnittstelle von Geschichtswissenschaft und Neue Medien aufgreift.

HOK Lesen: Quellen: Podcasts?

Während die E-Learning-Szene noch darüber rätselt, was Podcasts als Unterrichtsmittel bringen kann (bzw. was damit genau gemeint ist), sind die Politikerinnen (und Politiker) da schon entschiedener von den Möglichkeiten dieser neuen Kommunikationsform überzeugt. Seit Tagen ist der „Kanzlercast“ von Angela Merkel in deutschen (Online)-Medien ein Thema (unter anderem, weil der Podcasts auf gewissen Windows-Konfigurationen nicht problemlos abspielbar ist). Peinliche Anbiederung einer verzweifelten Regierungschefin an ein Neues Medium, um „cool“ zu wirken und neue Wählerschichten zu erreichen? Oder cleverer Schachzug einer permanent unterschätzten Politikerin, die die Zeichen der Zeit vor allen anderen Kolleginnen (und Kollegen) erkannt hat? Oder sogar langfristiger Trend der konsequenten Nutzung neuer Kommunikationsmittel durch konservative politische Parteien?

Währenddessen schlägt in den USA ein ganz anderer Fall hohe Wellen: Robert Scoble, eine bekannt Grösse in der Blogosphäre (natürlich mit eigenem Wikipedia-Eintrag), hat angekündigt, Microsoft zu verlassen und zu einer Firma namens PodTech.Net zu wechseln. Warum kümmert das die Blogosphäre? Scoble führte einen Blog (Scobleizer), in dem er offen über die Vorgänge bei Microsoft aus eigener Sicht schrieb. Er genoss innerhalb der Blogosphäre grosses Vertrauen (was für Microsoft-Angestellte eher selten ist). Obwohl er gegenüber seinem Arbeitgeber immer recht positiv urteilte, schossen nun Vermutungen ins Kraut, Scoble sei von Microsoft zum Abschied gedrängt worden – was dieser ausdrücklich dementiert. Warum das hier in hodel-histnet-blog auftaucht? Scoble verlässt Microsoft (einer der gewichtigsten Firmen der Welt) für ein Unternehmen, dass nichts anderes tut, als (Video-)Podcasts zu produzieren: zu wirtschaftlichen und technologischen Themen aus der Informatik- und Kommunikationsbranche.

Mir stellt sich dabei nicht nur die Frage: Wird sich Podcast als neues Medium (für Audioaufnahmen und auch für bewegte Bilder) durchsetzen – will sagen: entsteht da eine Branche, die mit Podcasts Geld verdienen kann? Sondern auch: handelt es sich hier – geschichtswissenschaftlich gesehen – um eine neue Quellengattung? Oder ist das nur „alter Wein in neuen Schläuchen“, mit anderen Worten: handelt es sich einfach um ein neues Distributionsum für Radio- und Fernsehsendungen? Oder sind hier Unterschiede nicht nur in der Nutzung (die sind ja gegeben), sondern auch in der Gestaltung von Inhalt und Form und mithin auch in der Wirkung gegeben? Die gleiche Frage lässt sich wohl auch für viele andere Angebote im Internet stellen: Wikipedia, Blogs, Diskussionsforen, Suchmaschinen? „More of the same“ oder wirklich etwas Neues?

Fussnote: der Merkel-Cast ist bereits in iTunes auffindbar und dort schon auf Positition 24 gewandert.

Übersicht: HOK Lesen: Quellen

HOK Lesen: Quellen: Konvergenzen und neue Quellen

Nicht ganz taufrisch, aber noch immer eine Bemerkung wert: mit dem iPod kann man durchaus mehr, als nur Musik hören.

  • Entweder man lädt Wikipedia auf seinen iPod (das nennt sich encyclopodia) und kann auch in der Strassenbahn nach Heidegger suchen (hier wird wohl ein Update meines Artikels zu Suchstrategien nötig)
  • oder man macht den iPod zum tragbaren Hörsaal und führt sich beim Faulenzen auf dem Balkon oder beim Snowboarden die Überlegungen des Lieblingsprofessors zu Gemüte (allerdings erst in ausgewählten Unis, nicht in unserer Nähe…)

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