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Wieder einmal: Datan, Daten, Daten

Wir haben an dieser Stelle schon mehrmals über das Thema Big Data respektive Data Driven History berichtet. Nun gilt es einen Dienst zu vermelden, der für die Geschichtswissenschaften auf den ersten Blick vielleicht nicht so zentral zu sein scheint, aber sich bei genauerem Hinschauen als durchaus interessant erweist: da|ra.

da|ra ist eine Registrierungsagentur für Sozial- und Wirtschaftsdaten, die vom Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften e.V. (GESIS) und von der Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften (ZBW), zwei wichtigen deutschen Forschungseinrichtungen gemeinsam betrieben wird. «Im Sinne von Good Scientific Practice steht die Forderung, entstandene Primärdaten öffentlich zugänglich zu machen, damit nicht nur die endgültigen Forschungsergebnisse vorliegen, sondern auch der gesamte Forschungsprozess nachvollzogen werden kann. Aus diesem Grund bieten GESIS und ZBW einen Registrierungsservice für Forschungsdaten aus den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften an. Mit dieser Infrastruktur werden die Voraussetzungen für eine dauerhafte Identifizierung, Sicherung, Lokalisierung und schließlich eine verlässliche Zitierbarkeit von Forschungsdaten geschaffen.»

Tagung in Basel: «Öffentliche Informationen und offene Daten»

Die Frage scheint nur auf den ersten Blick nicht ganz ins Themenfeld einer digitalen Geschichte zu passen: Wie viel Transparenz dank Öffentlichkeitsprinzip und Open Government Data? Mit dem Öffentlichkeitsprinzip setzt sich ein Paradigmenwechsel fort, dessen Dreh- und Angelpunkt das Archiv ist. Denn während Archive traditionell gar nicht zugänglich waren, hat sich in den meisten modernen Staaten das Prinzip durchgesetzt, dass das, was im Archiv ist, nach bestimmten Schutzfristen grundsätzlich zugänglich ist. Nicht zugänglich war aber bisher das, was nicht im Archiv ist, insbesondere Akten neueren Datums. Das Öffentlichkeitsprinzip kehrt das Prinzip um und sagt, alles in der Verwaltung ist grundsätzlich öffentlich, ausser es gibt einen Grund dafür, dass dem nicht so ist. Diese Gründe regeln entsprechende Gesetze und Ausführungsbestimmungen und genau dies wird in Basel ab Januar der Fall sein.
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Daten, Daten, Daten – überall sind Daten!

Wir hatten ja unter dem Stichwort Data Driven History ja bereits mehrfach auf die wachsende Bedeutung von Daten auch für die Historische Forschung hingewiesen und unter anderem auch die Möglichkeiten und Grenzen des Google-Projektes Ngram diskutiert.

Nun steht bei JSTOR unter dem Titel Data for Research (DFR) ein neues, speziell auf geisteswissenschaftliche Analysen zugeschnittenes Tool zur Verfügung. Das Prinzip von DFR ist das gleiche wie von Google Ngram, indem grosse Textcorpora nach verschiedenen Häufigkeiten und Wortmustern durchsucht und graphisch dargestellt werden können. Anders als Ngram verwendet aber JSTOR einen klar umrissenen Textcorpus, nämlich die eigenen rund sechs Millionen Volltexte von wissenschaftlichen Aufsätzen, die in den eigenen Kollektionen enthalten sind. Anders als bei Google sind diese Texte sehr präzise metadatiert und erlauben deshalb wesentlich präzisere Abfragen.
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re:publica XI

Ja, es stimmt, die re:publica hat schon gestern begonnen und wir haben bisher geschwiegen. Das kam so: Als einer der wenigen Teilnehmer marschierte ich gestern voll analog nur mit Notizblock und Schreibstift zum Friedrichstadtpalast in Berlin. Dachte, das ist stressfreier. Dachte, ich kann ja dann am Abend im Hotel etwas schreiben. Das mit dem stressfrei war zwar richtig, nur im Hotel hat es dann nicht geklappt, weil eine Netzwerkstörung vorlag.
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Die Rückkehr der Zahlen und Daten

Und im übrigen bin ich der Meinung …. man sollte täglich die NZZ lesen!

Daten, Daten, nichts als Daten

Die freie Zugänglichkeit von grossen Datenmengen wird zur Zeit nicht nur in den Geschichtswissenschaften diskutiert («data driven history»), sondern auch im Bereich von Daten von Regierung und Verwaltung. Behörden verfügen über riesige Datenbestände, die für die Öffentlichkeit zwar von grossem Interesse, aber bisher nicht oder nur schwer zugänglich sind. DRS 2 hat das Thema aufgegriffen und in der Sendung Wissenschaft im Gespräch thematisiert.

Data Driven History

«Digital» bedeutet zunächst einmal, «auf Ziffern beruhend», «durch Ziffern ausgedrückt». Hauptmerkmal einer digitale Geschichtsschreibung wäre demnach ihre Zahlenbasiertheit. Tatsächlich deutet vieles daraufhin, dass mit dem «digital turn» der letzten Jahre Zahlen und Daten eine neue Bedeutung in der Geschichtswissenschaft erhalten könnten.

Anders aber als bei der quantitiv orientierten Geschichtswissenschaft, die sich seit den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts als eine «Historische Sozialwissenschaft» zu formieren begann, orientiert sich eine neue, eben erst entstehende «data driven history» an kulturwissenschaftlichen Methoden und Fragestellungen.

Anthony Grafton hat es so formuliert: «The digital humanities do fantastic things. I’m a believer in quantification. But I don’t believe quantification can do everything. So much of humanistic scholarship is about interpretation.»
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