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Der letzte Pirat

lastamericanpirate

Zwar ist es schon eine Weile her, aber es passt schön zum Eintrag zur Geschichtsklitterung: Mills Kelly hatte angekündigt (und dann auch in die Tat umgesetzt), dass er im Rahmen einer Lehrveranstaltung seine Studierenden auffordern würde, Geschichte zu erfinden. Nun berichtet er vom Resultat: “The Last American Pirate“. (weiterlesen …)

Anstiftung zur Geschichtsklitterung?

hoax@wikipedia

Von einem ungewöhnlichen Unterrichtsprojekt berichtet Babelblogger Mills T. Kelly: Er untersucht im kommenden Semester mit seinen Studierenden, wie in der Geschichte scherzhafte Falschmeldungen (“Hoax”) konstruiert und erkannt werden können. Anschliessend lässt er sie das Erprobte gleich in die Praxis umsetzen: die Studierenden sollen eine unwahre Geschichte so glaubwürdig darstellen, dass sie – Internet sei dank – möglichst viele Leute für bare Münze nehmen.

Kelly ist so freundlich und gönnt uns in seinem Blog eine Vorwarnung. Ein paar Themen, so erklärt er, werde er ausschliessen: den amerikanischen Bürgerkrieg, Medizinisches und Terror hält er aus verschiedenen Gründen für ungeeignet oder zu riskant. Zugleich erwähnt er auch die (nicht ausbleibenden) ethischen Bedenken von einigen Geschichtskolleginnen und -kollegen gegenüber dem Vorhaben.

Ich selber stehe diesem Projekt etwas ambivalent gegenüber: einerseits finde ich das eine geniale Unterrichtsidee und bin sehr gespannt auf das Ergebnis, aber auch auf die Erfahrungen während des Unterrichts. Andererseits denke ich, dass schon genügend Geschichtsklitterer und -klittererinnen im Internet ihr Unwesen treiben – nicht alle aus Freude am Scherzen (und davon auch nicht alle mit wirklich lustigen Ideen. Sollen sich da jetzt auch noch Studierende einreihen, die ihre Semesterarbeit absolvieren? Aber vielleicht immer noch besser als Fliessband-Proseminar-Arbeiten zu langweiligen Themen, die nur aus dem Internet zusammenkopiert worden sind. In Europa wäre ein solches Seminar allerdings wohl kaum denkbar – oder irre ich mich da?

Wiki im Unterricht: Erfahrungsbericht

 Wege in die Moderne
 
Die Ankündigung von Peter Haber zum (viel versprechenden) Kurs über Wikipedistik, sowie ein Erfahrungsbericht von Mark Stoneman (von Clio and Me, Blog des Monats im März d.J.) über seinen Kurs, in dem er Studierende mit Wikipedia arbeiten liess (und in einem Wiki den Kurs mit immerhin 111 Teilnehmenden administrierte), ist Anlass, kurz über meine Erfahrungen beim Einsatz von Wikis und Umgang mit Wikipedia in meinen Kurs im letzten Semester zu berichten. Ich komme zu ähnlichen Einschätzungen, wie Mark Stoneman in seinem Bericht und wie ich unter dem Titel “Digital Secondos“: Die Medienkompetenz der Studierenden ist sehr heterogen. Und doch kann man für die meisten sagen: Sie können zwar suchen, finden aber nichts, was sie für ihre Hochschulaufgaben verwenden könnten. Und von Wikipedia – oder überhaupt von Wikis – kennen Sie allenfalls die Benutzer-Oberfläche und dass alle reinschreiben können. Und Wikis für Unterrichtszwecke zu benutzen, hat seine Tücken.

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The Internet FAQ from 2085

Gefunden bei Kollega Tantner in seinem Kurs – wunderbar und wohl wirklich ein grossartiger Text für eine Lehrveranstaltung …

Powerpointitis in Lehre (und Forschung)

Über die teilweise haarsträubende Qualität von Powerpoint-Präsentationen an Tagungen habe ich mich hier ja auch schon (mehrfach) ausgelassen; ebenso wie über die einzige sinnvolle Reaktion darauf. Über den Einsatz von Powerpoint in der Lehre hingegen haben wir hier noch kein Wort verloren. Ich möchte ja glauben, dass an der Universität noch mit Kreide und Wandtafel hantiert wird – ich selber liebe ja Wandtafeln (die Studierenden hingegen scheinen mit meiner Schrift nicht ganz so glücklich zu sein). Seit es in dem Raum, in dem ich an der PH unterrichte, keine Wandtafel mehr gibt, muss ich mich wohl der Realität stellen, dass Powerpoint zum Standard-Lehrmittel geworden ist.

Hierzu passt der Eintrag “Slides and Chalks” von Timothy Burke in seinem Weblog mit dem passenden Namen “easily distracted“. Er stellt, ausgehend von einer Klage einer Kollegin, die den überbordendenund zumeist missratenen Einsatz von Powerpoint in der Lehre beklagt, nur zwei Fragen: Wie oft wird eigentlich Powerpoint der Lehre eingesetzt, und ist es der Software anzulasten, wenn der Unterricht mit Powerpoint schlecht ist? Daran knüpft sich eine ungemein interessante Diskussion in den Kommentaren an, die vor allem darauf abzielt, dass man schlicht gewisse Grundregeln bei der Verwendung von Powerpoint beherzigen sollte, und eine Chance darin sieht, dass katastrophale Powerpoint-Präsentationen unausweichlich dazu zu zwingen würden, sich grundsätzlich über die Qualität der Lehre Gedanken zu machen – gerade auch in Grossveranstaltungen des Grundstudiums. Rhetorische Frage eines Kommentators:

Since when was Stanford (or any other big research uni) noted for the quality of its undergraduate teaching?

Die meiner Ansicht nach gelungenste Art der Powerpoint-Präsentation pflegt übrigens Kollega Haber: Er zeigt konsequent nur Überschriften und passende Bilder zu seinem Vortrag. Anhand zahlreicher Reaktionen von Tagungsteilnehmer/innen kann ich sage, dass das sehr gut ankommt.

 

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