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Digital Creativity

«Digital Creativity» ist eine interdisziplinär ausgerichtete Zeitschrift, welche sich dem Themenkomplex rund um die Nutzung digitaler Medien widmet und viermal jährlich erscheint. Der kreative Geist scheint die aus unterschiedlichen Richtungen stammenden Artikel zu beleben. Die Beiträge handeln entweder von der Implementierung brandneuer Gadgets (wie z.B. Wearables) oder es geht um deren Einsatz in einem mediendidaktischen Umfeld.
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«sic et non. zeitschrift für philosophie und kultur. im netz.»

Neun Ausgaben liegen bereits von der 2005 gestarteten Netz-Zeitschrift «sic et non» vor. Das Themenspektrum reicht von Philosophie bis Kultur und hat einen deutlichen Schwerpunkt bei medienwissenschaftlichen und medientheoretischen Fragen. Die Texte sind frei zugänglich und würden die als «Buchtipp» getarnten Werbeeinblendungen in den Randspalten nicht das Erscheinungsbild trüben, könnte man sich auch am schönen Layout dieses eJournals erfreuen.

Salami-Wissenschaft oder die Unverschämtheit der Verlage

Zu den hervorstechenden Merkmalen des Buchdruckes gehört die Tatsache, dass ein Buch eine gewisse Persistenz aufweist, schrieb Elisabeth Eisenstein bereits 1983 in ihrem berühmten Buch «The printing revolution in early modern Europe». Einige Verlage scheinen das mit der Persistenz offenbar missverstanden zu haben oder sie gehen davon aus, dass sie ihre Leser für dumm verkaufen können.

2003 erschien beim Verlag J. B. Metzler ein von Ansgar und Vera Nünning herausgegebener Sammelband mit dem Titel «Konzepte der Kulturwissenschaften». Fünf Jahre später erscheint von den gleichen Herausgebern im gleichen Verlag ein Buch mit dem Titel «Einfühung in die Kulturwissenschaften».

Titel, Umschlag und ISBN sind verschieden und suggerieren, dass es sich um ein neues Buch handelt. Dieser Eindruck wird noch versärkt durch ein fünfseitiges Vorwort, in dem gut sichtbar Fundstellen aus den Jahren 2004 und 2008 eingestreut sind. Wer aber weiterblättert, traut seinen Augen nicht. Die Seiten 1 bis 392 sind vollkommen identisch, auch der Umbruch wurde beibehalten, lediglich die Kopfzeie ist in der Ausgabe 2008 etwas modernisiert worden. Im Impressum findet sich kein Hinweis darauf, dass es sich um eine Neuauflage handelt und auch im Vorwort steht nur im letzten Satz ein verschämter Hinweis dazu.

Besonders irreführend: Da offenbar an den Satzdaten wirklich rein gar nichts verändert wurde, danken die Herausgeber in der ersten Fussnote des einleitenden Kapitels «allen Kolleginnen und Kollegen, die die Originalbeiträge für diesen Band geschrieben haben»! Peinlich auch dies: Auf seiner Publikationsliste führt Ansgar Nünning dieses Buch dann plötzlich als «aktualisierte Neuauflage» der Ausgabe von 2005 auf. Wie bitte? Sind – gerade bei diesem Thema – fünf Seiten Vorwort ausreichend, um diesen Nachdruck als «aktualisierte Neuauflage» zu verkaufen?

Egal ob diesen Etikettenschwindel der Verlag oder die Herausgeber zu verantworten haben: Kein Wunder befindet sich der wissenschaftliche Buchmarkt in einer Krise

In der Wissenschaftsforschung kursiert übrigens seit einiger Zeit der Ausdruck «Salami-Wissenschaft». Gemeint ist der Umstand, dass Forschungsergebnisse mehrmals publiziert oder aber aufgeteilt in kleine Häppchen publiziert werden, um die eigene Publikationsliste zu strecken. Die Zeitschrift Nature hat sich einmal die Mühe gemacht, den Kosten dieser Salami-Publiziererei nachzugehen.

Die Tagung «medias in res» eröffnet

Bei stürmischem Wetter und vor nicht übermässig viel Publikum ist heute in der Aula der Universität Basel die Tagung «medias in res» eröffnet worden. Während uns die Festrednerin Prof. Avital Ronell nicht wirklich überzeugen konnte, hielt Prof. Christoph Tholen eine sehr spannende Einführung, in der er die Medienwissenschaften elegant und historisch fundiert im Feld der Kulturwissenschaften verortete und dabei insbesondere auch auf die Bedeutung digitaler Medien für die Kulturwissenschaften einging.

medias in res | Kulturwissenschaftliche Positionen der Medienforschung

«In medias res oder eben auch medias in res steht als rhetorische Figur seit Horaz’ ars poetica für die Kunst, ohne Umschweife zur Sache zu kommen, mitten in die Dinge hinein. Das in der Mitte Befindliche wiederum, so der begriffsgeschichtliche Befund, wurde Medium genannt und bezeichnete zunächst den Zwischenraum, aber auch das Gemeinwohl und die Öffentlichkeit. Das Wort Medium bzw. Medien oszilliert seither im kultur- und medienwissenschaftlichen Kontext zwischen einer schwachen und einer starken Bedeutungsvariante: Medien als Mittel der Kommunikation oder als kulturelle Vermittlung sind oder kommen stets dazwischen. Von dieser Definition der Medialität als eines verbindenden und trennenden Dazwischen ausgehend, lassen sich unterschiedliche Theorien und Methoden ausmachen, die seit den 1980er Jahren das kulturwissenschaftliche Profil der Medienwissenschaft und benachbarter Disziplinen konturieren.»

Mehr dazu gibt es vom 11. bis 13. Juli in Basel. Organisiert vom Institut für Medienwissenschaft der Universität Basel, Lehrstuhl Professor Tholen, und bestückt mit zahlreichen spannenden Referenten, von Dieter Mersch über Lorenz Engell, Hans-Jörg Rheinberger, Wolfgang Coy und – last, but really not least: Sybille Krämer.

Wo gibt es mehr Hochkarätiges während der Sauergurkenzeit? Zur Vorbereitung gibt es den Flyer, das Programm und – als Vorprogramm gleichsam – eine Pro*Doc-Tagung zum Thema «Intermediale Inszenierungen – Fallstudien und theoretische Konzepte».

Web 2.0 als kulturwissenschaftliches Archiv, oder: Foucault goes Youtube

Foucault on Youtube

Regula Freuler weist heute in der NZZ am Sonntag (erfreulicherweise online erreichbar, leider ohne Links) darauf hin, dass auf dem Online-Video-Flohmarkt nicht nur selbstgebastelte Möchtegern-Kömodien, Musik-Promotionsmaterial oder geklautes Fernseh- oder Spielfilmmaterial zu finden ist, sondern auch interessante Dokumente für die Wissenschaftsgeschichte (der Philosophie und Kulturwissenschaften). Sie führt als Beispiele Interviews mit Hannah Arendt1 und Jaques Derrida2 oder ein Gespräch zwischen Michel Foucault und Noah Chomsky3 an.

Dieser Hinweis wirft mehrere Fragen auf (mehr …)

  1. Interview aus der Reihe „Un Certain Regard“ von Roger Errera ausgestrahlt am 7. Juni 1974. Das Interview fand in New York statt []
  2. keine Angaben über Zeit und Ort der Aufnahme []
  3. Live-Gespräch aus dem Jahr 1971 im holländischen Fernsehen, keine näheren Angaben erhältlich []

(Another?) Roadmap e-Sciences

Es kam dann aber doch ganz anders…

Das Leben eines Blogger steckt voller Unwägbarkeiten: Da habe ich mich am Montag abend in einer wunderschönen Umgebung (Semper-Depot der Akademie der Bildenden Künste) installiert, um möglichst direkt über die Buchvorstellung zu berichten, zu der das gesamte hist.net-Team auf das Podium eingeladen wurde – dann kommt es hier zu einem Gespräch, dort zu einem Glas Wein, dann ist im Blog-Beitrag da noch eine Aussage, die unklar formuliert erscheint, und noch ein Link, der fehlt; schliesslich wird es spät und im Hotel gibt es ja (einen teuren) Internet-Anschluss, folglich kann ich (so denk ich) ja dort den Beitrag zu Ende schreiben… – tja, und dann geht der Internet-Anschluss eben nicht, und bis ich wieder im Internet-Empfangsbereich bin, hat Kollege Haber alles Wesentliche bereits der interessierten Öffentlichkeit mitgeteilt, sogar die wunderschöne Idee von Jakob Krameritsch mit den T-Shirts (auch ein medienwissenschaftlich noch kaum erforschtes Objekt). So bleibt mir nur, ein paar Eindrücke von meiner Seite nachzuliefern.

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Noch eine Online-Enzyklopädie

Die „Encyclopedia of Life“ will in den nächsten 10 Jahren die bestehenden wissenschaftlichen Informationen zu den bekannten 1.8 Millionen Arten an Lebewesen auf der Erde kostenlos via Internet zugänglich machen. Dahinter steht eine Reihe beeindruckender wissenschaftlicher und internationaler Institutionen, die über diese Informationen verfügen und gewillt sind, diese auch frei zugänglich zu machen. Dafür steht nicht nur das Knowhow, sondern auch eine Menge Geld zur Verfügung, nämlich 100 Millionen Dollar (vgl. Meldung bei heise).

Das hat rein gar nichts mit Geschichte zu tun – leider. (mehr …)

Visualisierungen: Genealogy of Influence und Universe

Visualisierungen von Zusammenhängen sind (zugegeben) ein Bereich, bei dem ich besonders interessiert bin an den Möglichkeiten, welche die digitalen Medien bieten. Nun bin ich auf zwei interessante Projekte gestossen, die auch gleich eine Menge Fragen aufwerfen.
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Google kooperiert mit erster deutscher Bibliothek

Was sich gestern bereits erahnen liess, wurde heute bestätigt: Google kooperiert mit erster deutscher Bibliothek, berichtet heise online. Ob das Sinn macht? Für Google? Und die Bayerische Staatsbibliothek?