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HOK Lesen/Schreiben: OpenAccess (Übersicht)

Wer sich zu OpenAccess informieren will, ist beim Weblog Archivalia bestens bedient, gleich mehrere Einträge der letzten Zeit fassen wesentliche Informationen zusammen und verweisen auf wichtige weitergehende Quellen:

Auch sonst ist die Rubrik “OpenAccess” dieses Weblogs als Informationsquelle zu empfehlen, zusammen mit dem Blog von OpenAccess-Spezialist Peter Suber. Siehe auch die in diesem Eintrag besprochenen Artikel zu OpenAccess in Telepolis.

Übersicht HOK Lesen/Schreiben, HOK Lesen: Quellen

HOK Lesen/Schreiben: Plagiate – oder: vom Abschreiben zum Fotokopieren zum Copy/Paste

Der bekannte Wikipedia-Kritiker Daniel Brandt (von wikipedia.watch) kommt in einer selbst durchgeführten Studie zum Schluss, dass mindestens 1% der Artikel in der englischen Wikipedia Plagiate enthalten (via Wikimetrics). Brandts Vorgehen klingt zwar plausibel, ist aber nur schwer nachzuvollziehen. Einerseits sind die Original-Daten (offenbar eine Liste von Biographien von Menschen, die vor 1890 lebten) nicht offengelegt. Auch die Ergebnisse seiner Auswertungen, die Sätze aus den Artikeln, mit welchen er ein Plagiat zu identifizieren sucht, ja noch nicht einmal die 142 Artikel, die aus seinem Sample von 16750 Artikeln als mit Plagiaten versehen identifizierte, sind zugänglich. So bleibt die Aussagekraft dieser Untersuchung unklar.

Schade, denn das Problem mit Plagiaten interessiert in der Bildungsszene (in Schulen und Universitäten) brennend, wenngleich auch eher umgekehrt – nämlich da, wo aus Wikipedia abgeschrieben wird. Die Lage ist gerade bei Wikipedia noch etwas komplizierter, weil dort das Kopieren von Inhalten explizit erlaubt ist – als Ausdruck eines “freien”, nicht durch Urheberrechte geknebelten Wissens (hier passt der Link zur OpenAccess-Debatte). Doch beim Problem des Plagiats geht es weniger um Urheberrechtsfragen als um das Konzept wissenschaftlicher Redlichkeit, wonach fremde Leistungen nicht als eigene ausgegeben werden dürfen.

Hier wird dann gerne von Seiten der Lehrenden das mangelnde Verständnis der Schüler, Schülerinnen und Studierenden (=Lernende) für dieses Prinzip angemahnt, bzw. ein fehlendes Unrechtsbewusstsein beklagt.

Aber vielleicht gibt es auch eine andere Sichtweise, die stärker von den Effizienz-Potentialen medialer Praktiken (bzw. dem Bequemlichkeitspotential der Lernenden) ausgeht. Hier meine These. Das Prinzip der wissenschaftlichen Lauterkeit wird von Lernenden nicht verstanden, weil sie die ihnen gestellten Aufgaben einfach nur sehen als “Zusammentragen und Reproduzieren von Informationen, die andere Personen geschrieben haben”. Ob man das in eigene Worte fasst oder nicht – es ist ohnehin eine Reproduktion von Gedanken eines Anderen, da ist “Copy/Paste” viel effizienter. Die gesparte intellektuelle Energie wird dann in die Produktion eigener Outputs investiert. Im Idealfall in die zusammenfassende Auswertung, vielleicht aber auch in das nächste Level des neuen XBox-Games oder in eine Viertel-Stunde Online-Chat.

Man könnte die “Copy/Paste-Seuche” auch als Fortsetzung der Verdrängung von Exzerpten durch Fotokopien sehen. Auch das wurde ja mal als Verlust intellektueller Betätigung beklagt, war auch von Effizienz-Überlegungen getrieben und war auch urheberrechtlich nicht unproblematisch (aber halt noch kein Plagiat). Die Überlegung lautete damals: “ich hab’s kopiert, also hab ich’s auch gelesen”, nun heisst es: “ich hab’s kopiert, also hab ich’s auch geschrieben”. Ich warte noch auf Berichte, dass Schüler mit Foto-Handy die Wandtafel-Anschrifen abfotografieren und der Lehrperson mitteilen, dass sie Foto dann ausdrucken und ins Heft kleben.

Vielleicht bedeutet das Plagiats-Problem für die Lehrenden nicht nur, dass sie “besser” kontrollieren und über die Wichtigkeit des Redlichkeitsprinzips “aufklären” müssen. Wäre ja eine Überlegung wert, welche Bedeutung dem “Zusammentragen und Wiedergeben” von Informationen gegeben wird, bzw. wie diese begründet (“Verstehen durch Erklären in eigenen Worten”) und eingebettet werden (“Ausgangslage für Entwicklung eigener Argumentation”). Das bedeutet nicht, dass die Lernenden auf Anhieb verstehen, warum das “Copy/Paste”-Verhalten nicht nur von den Lehrenden verpönt, sondern am Ende auch für sie selber (bzw. ihr Sachverständnis) wenig gewinnbringend ist.

Bestätigt fühle ich mich durch die Analyse des Medienwissenschaftlers Stefan Weber, der das Problem der seiner Ansicht nach grassierenden Plagiate folgendermassen auf den Punkt bringt:

Die Universitäten fördern in ihrer Unbeholfenheit den Trend zur Umschreib-Mentalität, zur Textkultur ohne Hirn. (aus “Textueller Missbrauch“)

Bei der Beurteilung des Verhaltens der Lernenden ist auch zu berücksichtigen, inwiefern die Lehrenden selber hier mit gutem Beispiel vorangehen (oder eben nicht). Bedenke: auch die Lernenden können mit einer Google-Recherche ausfindig machen, ob das Arbeitsblatt, die Aufgabenstellung oder die Zusammenfassung von wo anders stammt.

Zum Wandel des Schreibprozesses im digitalen Zeitalter im Zusammenahng mit der Frage von Plagiaten lohnt, nebst der pessimistischen Analyse von Stefan Weber zum Google-Copy-Paste-Syndrom, die Lektüre des Artikels Pimp My Text von Frank Hartmann.

Literatur:

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Axis of Evel Knievel: Geschichtsblog des Monats November 2006

HOK Lesen/Schreiben: Visualisierungen III

Mit etwas Verzögerung gefunden, passt aber zum Anfang der Karnevalszeit: auch eine Möglichkeit politische (oder historische) Sachverhalte und Prozesse (in diesem Fall den erzwungenen Rücktritt von US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld) mittels ICT zu veranschaulichen:

aus: Rumsfeld resignation summarized in Mac OSX screenshot gefunden bei BoingBoing

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HOK Lesen/Schreiben: Visualisierungen II

So lieber nicht. In Beats Blog fand ich vor längerer Zeit einen Hinweis auf einen Visualisierungsversuch historischer Prozesse, der alle Klischees von Historiker/innen gegenüber ICT (bzw. Neuen Medien) bestätigt: oberflächlich, vereinfachend, ästhetisierend. Es handelt sich um eine “Map of Wars” des Vorderen Orients (oder des nahen Ostens, wie man will), der die verschiedenen Herrschaftsgebiete darstellt, die in den letzten 2000 Jahren in dieser Region entstanden und vergingen. Die Kernaussage soll woll sein (deklariert ist sie nicht, sie lässt sich aus dem Schnelldurchlauf-Blitzlichtgewitter am Ende und der Hervorhebung der Städte Jerusalem und Bagdad erschliessen): Kein Wunder geht im nahen Osten die Post ab, das war schon seit jeher ein ständiges kriegerisches Hin und Her, wo mal jene und dann diese Herrscher die Oberhand gewannen und die Gebiete mal zu jenem, dann zu diesem Reich gehörten.


(Quelle: http://mapsofwar.com/ind/imperial-history.html)

Also, weil sich da in 2500 Jahren neun Reiche bilden und wieder zerfallen, gibt es hier ein besonderes Gewaltpotential? Wie sieht denn das in Indien, China oder in Europa aus? Und inwiefern ging es da um ökonomisches Gefälle, geostrategische Verbindungen oder religiöse Gegensätze, wie bei den heutigen Konflikten? Da bleibt doch eigentlich nur ein Kopfschütteln, denn auch im Detail bleiben viele Fragen offen: Auf welcher Grundlage wurden die Jahreszahlen gewählt? Wie breiteten sich diese Herrschaftsgebiete aus? Lagen da kriegerische Auseinandersetzungen zu Grunde, oder waren das andere Arten der Gebietserwerbung? Wie waren diese Herrschaftsgebiete strukturiert: waren das Staaten oder Staatenverbünde, wie war die Herrschaftsform und so weiter und so weiter.

Dabei halte ich Karten (wie bereits erwähnt) für eines der interessantesten Gebiete, bei welchen sich multimedial Möglichkeiten inhaltlich gewinnbringend anwenden lassen.

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HOK Lesen/Schreiben: Wo ist das “Persönliche” am PC – oder: vom Auftauchen des Neo-Netzwerk-Computers

Zwei Ereignisse führen zu diesem Eintrag, der eine Erkenntnis erst einmal ahnen lässt:

Zum Einen die Erfahrung im Gespräch mit dem IT-Verantwortlichen unserer Hochschule. Bislang habe ich die Hochschulen (bzw. vor allem die Universitäten) als relativ flexibel und offen in den IT-Fragen erlebt (relativ…). Man konnte seine Plattform, seine Ausstattung, sein Modell, seine Software-Ausstattung auswählen und hatte dennoch gute Möglichkeiten, mit auftauchenden Support-Anliegen auf offene Ohren zu stossen. Aber das waren wohl noch die Zeiten, als die IT-Mittel für Technik und Personal unter dem Motto “Schulen ans Netz” und “Wir müssen das Bildungswesen fürs 21. Jahrhundert fit machen” noch reichlich flossen. Dies scheint nun bereits Geschichte zu sein.

Nun gilt es, IT-Infrastruktur kostengünstig zu führen und zu pflegen. Sonderwünsche sind support-aufwendig, daher teuer, daher nicht mehr zu haben, ausser man kann dringlichen Bedarf anmelden und beteuert mit mehrfacher Unterschrift (zugespitzt formuliert), dass man sämtliche Folgen selber trägt.

Diese Harmonisierung geht ja über Plattform-Fragen (Mac/Win) oder Software-Ausstattungen (Office oder Alternativen) hinaus. Weil die IT-Infrastruktur immer komplexer wird (Kompatibilität von Funknetz-Treibern, Software-Verträglichkeit mit Drucker-Abrechnungs-Systemen usw.), wird immer mehr auch das konkrete Modell und die konkrete Installation von der IT-Abteilung vorgegeben. Anpassungen/Änderungen nur auf eigenes Risiko. So treibt man dem Computer das “Persönliche” aus (sofern man nicht die Auffassung vertritt, dass das P in PC sowieso nur ein Marketing-Trick war – hat aber bei vielen PC-Bastlern recht gut funktioniert). Vielleicht ist nun eben der Moment gekommen, wo der Computer einfach auf dem Niveau eines Kopiergerätes angekommen ist: ist ja wurscht wie, Hauptsache er tut.

Nun kommt (andererseits) Google ins Spiel (und eigentlich überhaupt das schillernde Konzept von web 2.0). An einer Tagung über wirtschaftlichen Potentiale von web 2.0 in San Francisco wurde die Strategie von Google gedeutet, das sich in letzter Zeit mit dem Zukauf zahlreicher Web-Anwendungen hervorgetan hat. Kern-These: Google setzt auf den “Neo-Netzwerk-Computer”. Die Kernanwendungen werden in Zukunft im Internet ausgeführt. Konkret: Texte schreiben, Tabellenkalkulationen zusammenschustern, Präsentationen planen, Daten ordnen werden wir in Zukunft in einem Browser-Fenster – egal, ob wir uns im Büro befinden, zuhause oder in einem CyberCafé, am Rechner eines Kollegen an einer Tagung, unterwegs mit dem Smartphone.

Wird mein “Personalisierungs”-Wunsch der digitalen Arbeitsumgebung in Zukunft im Netz befriedigt? Oder hänge ich zu sehr an “meinem PC”, den ich liebevoll in stundenlanger Arbeit konfiguriert und eingerichtet und optimiert habe? Wäre ich überhaupt bereit, mein digitales Dasein dem Netz zu überantworten? Den PC kann ich vom Internet abkoppeln, vom Stromnetz trennen, die Festplatte ausbauen – er ist physisch erkennbar vorhanden. Was ist da schon ein Web-Server in irgend einem gekühlten Server-Raum in…. Minnesota? Minsk? Ulan Bator?

Zum Schluss die obligate HOK-Frage: was hat das für Konsequenzen für die Arbeit in der Geschichtsdidaktik und Geschichtswissenchaft? Inwiefern betrifft dies die Informationsbeschaffung, -ordnung, -auswertung; inwiefern werden neuartige Quellen geschaffen, neue Kommunikations-Systeme etabliert, neue Formen der Vermittlung entwickelt? Time will tell.

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Aus der Welt der Blogs: Geschichtsblogs

Habe ich tatsächlich mal behauptet, es gäbe kaum Blogs im Bereich Geschichte? Nun, ist ja auch schon ein paar Monate her; also eine (ICT-)Ewigkeit. Denn bei AcademicBlogs (ein Wiki… aber nicht Wikipedia) gibt es ein Verzeichnis von Geschichts-Blogs. Ich schätze mal, es führt ungefähr hundert Einträge. Die meisten sind englisch, es gibt aber auch den einen oder anderen französischen oder finnischen. Deutsche habe ich bislang nicht gesichtet. Schon nur die Namen (mehr habe ich vorerst nicht gesichtet) lassen schon eine ziemliche Bandbreite vermuten: Unpopular Historian, Spinning Clio, Cliopatra (schon im Artikel von Sabine Büttner erwähnt), History on Trial oder auch It Makes A Difference To The Sheep

Immerhin hatte mich im Februar schon Herr Fischer (einer der wenigen, die bislang auf meinen Blog gelinkt haben) auf den Artikel “Were There Blog Enough And Time” (von Cliopatra-Gründer und “Blogmeister” Ralph E. Luker vom Mai 2005) hingewiesen. Darin werden einige der in oben genannter Liste aufgeführten Blogs erwähnt. Luker lässt aber auch Tim Burke zu Wort kommen, der fünf Gründe nennt, warum er als Historiker bloggt:

  • Because I want to introduce some unexpected influences and ideas into my intellectual and academic work. (…)
  • Because I want a place to publish small writings, odd writings, leftover writings, lazy speculations, half-formed hypotheses. (…)
  • Because I want to find out how much of my scholarly work is usefully translatable into a wider public conversation. (…)
  • Because I want to model for myself and others how we should all behave within an idealized democratic public sphere. (…)
  • Because I’m a compulsive loudmouth.

Das kann ich alles unterschreiben, auch wenn mein Hang zum Understatement mir verbietet, mich als compulsive loudmouth zu bezeichnen; quite a loudmouth müsste da reichen. Selbstironie ist eine zentrale Voraussetzung für das Führen eines Blogs, wie mir scheint – neben Lust zur Selbstdarstellung, of course.

Literatur

Übersicht: Aus der Welt der Blogs

HOK Lesen/Schreiben: Blogs in einer Geschichts-Lehrveranstaltung der Universität Wien

Am Institut für Geschichte der Universität Wien, das schon mit dem Online-Lehrgang zum (geschichts-)wissenschaftlichen Arbeiten “Geschichte Online” und dem preisgekrönten und eben bei H-Soz-Kult besprochenen Web-Projekt past.perfect sein Interesse an Internet-gestützter Lehre kundgetan und belegt hat, findet im laufenden Wintersemester die erste mir bekannte Lehrveranstaltung der Geschichtswissenschaften im deutschen Sprachraum statt, die mit Blogs arbeitet.

Die Studierenden sind angehalten, während des Semesters die Ergebnisse der Online-Phasen der Blended-Learning-Veranstaltung individuell in Blogs zu dokumentieren. Das Thema des Kurses lautet (etwas selbstreferentiell) “Neue Medien in der Geschichtswissenschaft”, wobei in erster Linie das Internet mit seinen verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten gemeint ist.

Noch ist das Semester zu jung, um abschätzen zu können, inwiefern der Einsatz von Blogs zu neuen Erkenntnissen beitragen kann. Das inhaltliche Programm ist jedenfalls geeignet, Vergleiche zu anderen Kursen mit ähnlichen Inhalten zu ermöglichen. Besonders gespannt bin ich auf die Reflexionen zum Ende der Veranstaltung.

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HOK Schreiben: Praxis-Test in Ljubljana

Ich nutzte meinen verlängerten Wochenend-Ausflug nach Ljubljana, um einen Praxis-Text bezüglich meiner Historischen Online-Kompetenz durchzuführen.

  1. Ein geeignetes Projekt auswählen: Der Reiseführer (Lonely Planet, I admit) hob das National Museum of Contemporary History of Slovenia als Highlight hervor. Das wollte ich mir ansehen und dokumentieren.
  2. Daten erstellen: ich fotografierte und filmte mit einer kleinen Canon Ixus 50, die mir Film-Aufnahmen (samt Ton) in Kleinbild-Qualität erlaubte (aufgrund beschränkten Speicherplatzes auf meiner Speicherkarte nicht länger als zweimal eine Minute).
  3. Daten bearbeiten: Die Filmchen kamen als AVI-Dateien relativ schmerzlos auf meinen Rechner, mussten aber noch von über 100 MB grossen Dateien in kleinere MP4-Dateien umgewandelt werden. Das gelang mir mit meinem Quicktime-Player. (Die Fotos bearbeitete ich in iPhoto und speicherte sie in kleiner Auflösung ab).
  4. Bei YouTube galt es einen Account zu eröffnen und die Dateien hochzuladen. Das stellte sich als nicht allzu schwierig heraus (wenn man vom Formularkrieg inkl. Bestätigungsmail beim Eröffnen des Accounts einmal absieht) – hier ist der zweite Kurzfilm von mir bei YouTube. Freundlicherweise stellt YouTube gleich nach dem Hochladen den HTML-Code zur Verfügung, um das Filmchen in der Website (oder dem Blog) der eigenen Wahl zu veröffentlichen, bzw. einzubinden.
  5. Zu guter Letzt bleibt dann aber noch die Frage des Urheberrechts: Darf ich das überhaupt publizieren?
  6. Und schliesslich (selbstkritisch): wirklich top-historisch-online-kompetent wäre ja das Filmen und anschliessende Hochladen mittels Mobil-Telefon gewesen. Aber selbst das Bearbeiten der Dateien auf dem hoteleigenen Rechner traute ich mir nicht zu, bzw. schreckte davor zurück, mit den fremden Einstellungen des Rechners kämpfen zu müssen, darum wissend, dass der Euro-Zähler für unerbittlich läuft – denn kostenlos war die PC-Benutzung nicht. Aber es gab W-Lan im Hotel Emonec (Zwei-Sterne-Klasse für 70 € das Zimmer) und man konnte für 10 € einen Tag lang ein Laptop mieten. Immerhin. Aber so ernst wars mir dann doch nicht mit dem Praxis-Test.

Nun zu den Inhalten. Video 1:

Es handelt sich um einen Video-Schnappschuss einer sehr aufwändigen Tonbildschau (was für eine anrührend altmodische, aber noch immer sehr eindrückliche Technik) mit Bildern und Tönen zum Thema “Slowenien im 2. Weltkrieg“. Zu sehen sind (oder wären) vor allem Partisanen, zum Teil als Gefallene im Schnee (erster Teil, mit Lichteffekten und Kriegsgeräuschen), aber auch in Gruppenfotos beim Essen oder einfach beim Warten (zweiter Teil, mit Volks- und Chormusik unterlegt). Präsentiert wurde das Ganze in einem 360 Rundum-Panorama von 11 Projektoren auf den Wänden oberhalb des hier unten zu sehenden, klassisch anmutenden Vitrinen-Arrangements.


Im Erdgeschoss war eine Sonderausstellung zu sehen, die anlässlich des 15-Jahr-Jubiläums der slowenischen Unabhängigkeit die Ereignisse des Jahres 1991 darstellte (Titel: United in Victory). In der Präsentation bekam diese Erinnerung eine stark kriegerische Note: überall waren Waffen zu sehen, eine riesige Stabs-Karte mit eingezeichneten Truppenbewegungen und Menschen in Uniformen. Das liegt aber vielleicht nicht nur daran, dass in der Erinnerung der Slowenen die Loslösung von Jugoslawien fast zu einem Blutvergiessen geführt hätte, sondern hat wohl auch damit zu tun, dass die Erringung der Unabhängigkeit vor allem eine parlamentarisch-diplomatische Leistung war, dass ausser Männern in Anzügen, die vor laufenden Kameras Schriftstücke unterschreiben, Hände schütteln oder bedeutungsvolle Worte in die Mikrofone sprechen, wenig Anschauliches zu bieten hatte. (Wobei anzufügen wäre, dass gerade der slowenische Verband der Polizei-Veteranen sich beschwerte, dass im begleitenden Film die Rolle der Polizei bei der Erringung und Sicherung der Unabhängigkeit zu wenig deutlich, ja unterschlagen werde).

Das Video zeigt in einem 60-Sekunden-Schnelldurchlauf durch die Ausstellung die Anfänge der Demokratisierung (erste zwei Räume), die Bedrohung durch Jugoslawien nach der beschlossenen Unabhängigkeit (mittlere Räume) und die Entwicklung der Symbole des unabhängigen Sloweniens (im Mittelpunkt der Text der Nationalhymne, letzter Raum).

Zur Einstimmung ist beim Eingang des Museums, dass sich in einem wunderschönen Stadtpark befindet, ein Panzer zu sehen (wie auf dem über dem Eingang hängenden Plakat, das die Sonderausstellung bewirbt). Die Kinder scheint das, wie so oft, nicht weiter zu beeindrucken, sie nutzen das Ding als Klettergerüst.


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HOK Lesen/Schreiben: Von Aggressionen und Aggregatoren

Der Fall einer belgischen Zeitung, die sich gegen die ungefragte Verwertung durch GoogleNews wehrt, weist auf eine bemerkenswerte Eigenschaft der Internet-Gesellschaft. Die Aggregation von Daten, die von anderen erstellt worden sind, wird zu einem Mehrwert generierenden (und damit Profit abwerfenden) Service. Google programmiert die Suchmaschinen, welche die Websites der bekannten Zeitungen abgrasen, lässt die Inhalte gescheit darstellen und kassiert für diese Aggregation eine Menge Werbegeld, dass den Produzenten der Informationen fehlt.

Auf dieses Ungleichgewicht der web 2.0-Ökonomie weist auch Geert Lovink in seiner kritischen Würdigung “Kein Zugriff” hin (Zusammenfassung seiner kommenden Publikation bei “Jungleworld“). Er zeigt das Prinzip auch anhand community-basierter Aggregations-Leistungen auf. Die Tagging-Funktionen habe nicht nur strukturierenden Nutzen für die angemeldeten User einer Community. Sie lassen auch Profilierungen und Marktstudien zu. Wikipedia (um noch einen Schritt weiter weg von den technischen Aggregations-Definitionen zu gehen) ist nicht nur eine Gratis-Dienstleistung, die locker alle bezahlten Modelle der Wissensaggregation (Lexika) punkto Popularität aussticht – es ist auch ein Rekrutierungsfeld für Autor/innen, die sich bereits profiliert haben und nun in anderen Projekten genutzt werden können. Wikipedia ist auch eine beliebte Quelle für so genanntes DataMining: das Auswerten der Datenbestände mit verschiedensten Fragestellungen.

Bei Google kann man noch der Meinung sein, es handle sich um eine Produktivitätssteigerung bei der Datenverwertung, wie dies die Mechanisierung und Informatisierung bei der Produktfertigung im 19. und 20. Jahrhundert war. Doch bei den Geschäftsideen im web 2.0 wird mit dem Community-Effekt günstig produziert, dank Idealismus, Altruismus, Spieltrieb, Exhibitionismus. Jüngstes Beispiel ist der Versuch von Google, mit einem Online-Game durch die Community seine Bilddatenbank beschlagworten zu lassen. Wikipedia ist zwar im Gegensatz zu Google (und anderen web 2.0-Firmen) ein Non-Profit-Unternehmen. Doch es generiert auch ziemlich viel Geld – durch Spenden. Davon können einige Leute leben, nicht zuletzt Gründer Jimmy Wales. Doch weitaus wichtiger: die Wikipedia-Community beschert dem Wikipedia-Gründer wertvolle Aufmerksamkeit, die er auch für kommerzielle Projekte (wie Wikia) nutzen kann. Letztlich geht es bei Projekten wie bei Wikipedia nicht nur um die Frage der wissenschaftlichen Güte der gemeinschaftlich-ehrenamtlich erstellten Inhalte. Es ist auch eine Verdrängung bezahlter Professionals durch idealistische Freiwillige.

Zuletzt noch ein gewagter Schlenker in die akademische Welt. Wer die Bedeutung des Aggregations-Prinzips für das web 2.0 verstanden hat, und sieht, wie dieses Prinzip bei Google, Flickr, Wikipedia und in privaten Blogs zur Anwendung kommt, staunt nicht mehr darüber, dass mit den Nutzer/innen des web 2.0 auch Copy/Paste-Verhalten und Plagiats-Vergehen in den Universitäten Einzug halten. Doch einfach nur ein sorgloses Umgehen mit fremdem geistigen Eigentum bei den jungen Studienanfängern zu beklagen, greift zu kurz. Was wird denn von Ihnen verlangt – und was haben Sie für Vorbilder?

In einem zunehmend verplanten und modularisierten, auf Leistung (= in Credits messbaren Output) getrimmten Bologna-Hochschul-System kann es nicht überraschen, dass die Aufgaben im Grundstudium oft einfachen Aggregationen gleichen. “Fassen Sie zusammen!” ist als wissenschaftliche Herausforderung so dürr, dass es zum Copy/Paste einlädt. Stattdessen wären klare Fragestellungen zu verlangen, bzw. auch zu vermitteln, was eine klare Fragestellung ausmacht und wie diese eine wissenschaftliche Arbeit schon grundlegend strukturieren kann. Denn: auch wer sauber ein Zitat nachweist, muss es noch lange nicht gelesen oder gar verstanden haben.

Generell sollte nicht nur mit dem Argument der wissenschaftlichen Redlichkeit (keine fremden Erkenntnisse als eigene ausgeben) gearbeitet werden. Denn oft sind die Vorbilder nicht so vorbildlich, wie sie sein sollten: Auch bestandene Akademiker werden immer öfter beim Tricksen und Klauen entlarvt – nicht immer mit Konsequenzen. Und ist eine Paraphrase nicht oft einfach eine elegante Vermeidung des offensichtlichen Bekenntnisses, dass einem selber nichts Besseres eingefallen ist, man dies aber elegant in eigene Worte fassen kann?

Immerhin, und dies sei hier auch erwähnt, kann nicht genug auf die lernpsychologische Wirkung des epistemischen Schreibens hingewiesen werden: Sachverhalte besser verstehen, indem man sie verständlich niederzuchreiben versucht.

Zu den Argumenten der Redlichkeit und der Lernpsychologie kommt auch noch jenes der Urheberrechte: man ist in der Regel nicht befugt, ohne Nachweis längere Passagen aus Werken anderer abzuschreiben/ zu kopieren. Hier gilt jedoch zu beachten, dass die GNU Public License die bestehenden Regeln verändert. Aus Wikipedia darf ohne Zitatnachweis wörtlich zitiert (auch in beliebig abgeänderter Form) werden – solange das Ergebnis auch der GNU Public License untersteht und frei weitergegeben und weiter bearbeitet werden kann.

Noch zum Titel: Angesichts der starken Überzeugungen, die zur Disposition stehen (Konzepte der Wissenschaftlichkeit), und der ökonomischen Realitäten (Wer bezahlt und wer kassiert?) wundert mich der zuweilen scharfe Ton nicht, mit dem über die “schlimmen Entwicklungen” des Internets – und des web 2.0 als Untermenge davon – hergezogen wird. Aber bleibt nur Euphorie, Fatalismus oder Beklagen?

Literatur:

Übersicht HOK Lesen/Schreiben

 

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