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Wikipedia: Computergestützte Berechnung der Vertrauenswürdigkeit

Die Idee von Luca de Alfaro (Professor für Informatik an der University of California, Santa Cruz) und B. Thomas Adler ist bestechend: Sie haben ein Programm entwickelt, mit dem sie die Glaubwürdigkeit von Wikipedia-Autor/innen und der von Ihnen verfassten Texte berechnen können – so behaupten sie jedenfalls. (weiterlesen …)

Digitale Demenz?

Florian Rötzer berichtet in einem Telepolis-Beitrag von der “Digitalen Demenz“. Gemeint ist damit die schwindende Fähigkeit, sich Namen, Nummern oder Sachverhalte zu merken, da diese in digitalen Speichergeräten abgelegt und ständig verfügbar seien. Es werde kaum mehr auswendig gelernt und die Abhängigkeit von den digitalen Speichergeräten nehme dafür zu. Der Bericht bezieht sich auf eine aktuelle Diskussion in Korea, wo die Durchdringung mit digitalen Informationstechnologien besonders weit fortgeschritten ist, und wo bei 20 bis 30-jährigen sich bereits Symptome zeigten, die von den behandelnden Ärzten als digitaler Alzheimer bezeichnet werden. Allerdings handelt es sich in diesen Fällen vor allem um eine Überlastung durch die grosse Menge an Informationen, welche die Patienten zu verarbeiten haben. Das Problem lässt sich also nicht darauf reduzieren, dass “wir heute nichts mehr auswendig lernen, wie noch zu Grossvaters Zeiten”. Man sollte hier nicht einer Verklärung vordigitaler Umstände anheim fallen. (weiterlesen …)

Neue Lerntechnologien und messbare Schülerleistungen

Die Sonntagszeitung hat’s berichtet, bei Beats Weblog hab ich’s gefunden: Neue Lerntechnologien (= Elektronische Medien), so neuste US-Studien, verbesserten die Schülerleistungen nicht.1 Das passt bestens zu den Berichten, dass einige US-Schulen in Zukunft wieder auf den Einsatz von Laptops im Unterricht verzichten wollen.

Abgesehen von der Frage, ob bei diesen Studien erfasst wird, ob die digitalen Medien didaktisch sinnvoll eingesetzt werden, möchte ich auf den Blog-Eintrag von Stewart Mader hinweisen, der ein grundsätzliches Problem anspricht (basierend auf einem Beitrag in BusinessWeek:2

” [...] The magic of technology is that it works for students with a variety of learning styles instead of requiring them to learn in a style that isn’t optimal, and that’s the opposite of training for standardized tests. [...]“

Mit anderen Worten: Solange die Schülerleistungen in standardisierten Tests erhoben werden, wohingegen die Neuen Lerntechnologien gerade nicht standardisiert messbare Bildungsprozesse fördern will (wobei zu fragen ist, wie die Einlösung dieses Anspruchs überprüft werden kann), soll sich niemand wundern, dass Neue Lerntechnologien keine “messbaren Verbesserungen der Schülerleistungen” hervorbringen – einmal ganz unabhängig davon, ob sie didaktisch sinnvoll eingesetzt werden, oder eben nicht.

  1. Shapley, Kelly; et al.: Evaluation of the Texas Technology Immersion Pilot. Findings from the Second Year, Austin: Texas Center for Educational Research 2007 (http://www.etxtip.info/images/eTxTIP_Year2EvalReport.pdf [26.6.2007]). []
  2. Kind, Ron: “A Flawed Measure of Ed Tech”, in: BusinessWeek, 10.4.2007, (http://www.businessweek.com/technology/content/apr2007/tc20070410_846623.htm?chan=top+news_top+news+index_technology [26.6.2007]). []

Neues Standardwerk der «Wiener Elektronischen Schule» erschienen

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«E-Learning Geschichte» heisst das neue Buch der Wiener Autorengruppe um Wolfgang Schmale: «Das Buch ist Resultat einer mehrjährigen E-Learning Praxis des AutorInnenteams, die sich auf Erfahrungen aus einer Vielzahl von Lehrveranstaltungen, aus mehreren drittmittelfinanzierten E-Learning Projekten sowie medienhistorischer Forschung stützt. Das Buch geht in positiv- wie negativ-kritischer Weise auf E-Learning an Universitäten in den historisch-kulturwissenschaftlichen Fächern (insbesondere Geschichte) ein.»

Das erste Kapitel beschreibt das universitäre Umfeld einer zukunftsorientierten E-Learning-Strategie und skizziert die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts für die universitäre Lehre im Fach Geschichte. Das zweite Kapitel widmet sich ausführlich den verschiedenen Konzepten und Formen von E-Learning und beschreibt insbesondere das Konzept einer «E-Medienkompetenz». Das dritte Kapitel («Strategische Optionen») fokussiert den universitätspolitischen Rahmen und diskutiert die Frage, wie sich E-Learning-Elemente in die Lehre integrieren lassen. Im vierten Kapitel werden einige erfolgreiche Projekte vorgestellt, darunter Geschichte Online (Wien), Ad fontes (Zürich) und pastperfect.at (Wien). Den Abschluss bildet ein Kapitel über «Die hohe Kunst des E-Learning: Das Bauen hypertextueller Gebilde». Bibliographische Angaben und weitere Informationen zum Buch gibt es bei Böhlau oder auf den Seiten der e-Medien-Strategie der Hist-Kult Fakultät der Universität Wien.

CESG – Codices Electronici Sangallenses

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Der Bestand der Virutellen Bibliothek «Codices Electronici Sangallenses» wächst beständig. Zur Zeit sind 144 Manuskripte vollständig digitalisiert, das sind immerhin über 57’000 Seiten. Die komfortable Suchoberfläche gibt es in deutscher, französischer, italienischer und englischer Sprache.

Geschichte 2.0: Geschichte lernen mit Social Software – ein Dissertationsprojekt

Seit Anfang dieses Jahres arbeite ich an einem Dissertationsprojekt, dass sich für die Zusammenhänge von Lernprozessen in der Geschichte und der Nutzung von Social Software interessiert. Ich möchte im Weblog in loser Folge (nebst den Hinweisen auf Entwicklungen und Neuigkeiten im und für den Bereich Geschichtswissenschaft und digitale Medien) über Erfahrungen, Schwierigkeiten und Erfolgserlebnisse berichten, die sich Verlauf meiner Arbeit ergeben. (weiterlesen …)

Der Teppich von Bayeux, animiert

Noch ein Versuch, ferne Zeiten und alte Objekte ins Internet-Zeitalter zu transferieren: Der Teppich von Bayeux, der die Geschichte der normannischen Invasion in England anno 1066 erzählt, wird hier mit heutigen technischen Mitteln in seiner ursprünglichen Absicht weitergedacht.

Wikipedia and Open Access

Jeremy Boggs (vom Blog clioweb) weist auf einen Artikel im immer wieder lesenswerten Online-Magazin firstmonday hin: What open access research can do for Wikipedia von John Willinsky. (weiterlesen …)

Individuelle Qualitätssicherung in Wikipedia: Praxisbericht

Desanka Schwara stellte anlässlich ihres Kommentars zum Werkstatt-Gespräch zu Wikipedia in den Wissenschaften eine konkrete Frage zur Qualitätssicherung in Wikipedia:

Darf ich die “Probe aufs Exempel” machen? Lieber Jan, kannst Du mir sagen, wer die “Nymphe Hybris” ist? Sie soll laut Wikipedia die Mutter des Gottes Pan sein. Und die “Hybriden”? Die ganzen klugen Bücher (und Menschen), die sich auf diesem Gebiet auskennen, wissen nichts davon (der grosse, der kleine und der neue Pauly nicht, alle Oxford und Cambridge Nachschlagewerke zu alter Geschichte nicht, auch einschlägige Experten nicht). Wie kann ich herausfinden, woher diese Information in Wikipedia stammt, und wie kann ich sie überprüfen? Und evtl. noch mehr darüber lesen? Das wäre echt toll.

Gut, ich habe die Frage als Aufforderung genommen, Nachforschungen zum Sachverhalt anzustellen, obwohl ich kein Althistoriker bin (oder wie sagt man den Menschen, die alte Geschichte betreiben?). Anhand dieses Beitrags möchte ich zeigen: (weiterlesen …)

Wikipedia in den Wissenschaften | Werkstattgespräch in Basel (3)

Erfreulicherweise kamen gestern nicht nur viel mehr Leute an unser Werkstattgespräch, als wir uns je zu erhoffen gewagt hätten, einige von ihnen haben Ihre Eindrücke auch bereits zu Papier oder in ihr Weblog gebracht. Natürlich sind wir (wie alle Weblog-Betreiber vermutlich) tendenziell narzisstisch veranlagt, so dass wir alle Reaktionen und Berichte schön ablegen werden auf der entsprechenden Wiki-Seite!

 

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