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Quellenkritik, Geschichtslernen und „Digitale Historische Methode“

televisionarchive

Quellenkritik (darauf hat Kollega Kreyenbühl bereits hingewiesen) ist ein Thema, zu dem Kollega Haber in seinem Projekt digital.past eingehend nachgedacht hat (auch in diesem Blog immer wieder dokumentiert). Die folgenden Ausführungen möchten diesen Gedanken aus der Warte der Geschichtsdidaktik aufnehmen. Wie hier im Blog bereits angesprochen, halte ich es für wichtig, die historische Methode auf die digitale Ausprägungen der gegenwärtigen Geschichtskultur anzupassen und eine solche „digitale historische Methode“ für die Geschichtsdidaktik nutzbar zu machen. Im Kern geht es um eine Anpassung der Quellenkritik an die Realität digitaler Medien und um die Ausweitung der „Zone des Geschichtslernens“ auf die Recherche. Denn das historische Lernen und Denken beginnt nicht erst, wenn die Quelle oder Darstellung zur Analyse auf dem Schreibtisch vorliegt, bzw. dem Bildschirm leuchtet. Und: Schüler/innen (und auch Studienanfänger/innen) haben sich kaum mit Quellen im klassischen Sinne auseinanderzusetzen, sondern zumeist mit Manifestationen der Geschichtskultur (in der Regel Darstellungen, also Deutungen von Vergangenheit) oder mit neuartigen Quellengattungen in spezifischen Aufbereitungsformen – wie zum Beispiel das September 11 Television Archive, das im obigen Screenshot zu sehen ist. (mehr …)