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Gesucht: Digitale Historiker/innen

Digital Historians

Nein, das ist keine Stellenausschreibung – leider. Mills T. Kelly nimmt einige Ausschreibungen an US-Universitäten zum Anlass, über die Bedeutung von “digital skills” in den Geschichtswissenschaften zu sinnieren. Bezeichnenderweise stammen die meisten von ihm genannten Stellenausschreibungen im Bereich “public history”. Und Kelly weist darauf hin, dass die George-Mason-Universität die einzige sei, die von ihren Doktoranden die Ausbildung “digitaler Fähigkeiten” erwartet und einfordert. Die Historiker/innen seien zwar eine notorisch konservative Gruppe, doch wie lange können sich die Ausbildungs- und Forschungsinstitutionen diese digitale Enthaltsamkeit noch leisten?

Of the history majors enrolled in our programs right now, how many of them are going to consider enrolling in a PhD program at a place that offers not one single digital history course? And for how much longer are history departments going to wait before they start begging and pleading for recent PhDs with significant digital skills? Fewer and fewer is my answer to the first question and not much longer is my answer to the second.

Ich fürchte, es würde Mills Kelly nicht trösten, dass auch hierzulande die geschichtswissenschaftlichen Institutionen sich mit der Entwicklung “digitaler Fähigkeiten” beim akademischen Nachwuchs (von einigen Ausnahmen abgesehen) ziemlich schwer tut.

Das Buch der Woche: Geschichte im Gedächtnis

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Unser heutiges «Buch der Woche» ist das neueste Buch von Aleida Assmann, die, obwohl Anglistin und Literaturwissenschaftlerin, eine der wichtigsten Stichwortgeber/innen der modernen Historiographie geworden ist. In ihrem neuesten Buch, entstanden aus einer Vorlesungsreihe am Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen, beschäftigt sich Assmann erneut mit dem zentralen Thema ihres Schaffens: dem Gedächtnis. Dabei legt sie diesmal den Fokus auf die Rolle und Funktion von Generationen und exemplifiziert das Thema an einigen exemplarischen Generationen der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts.

Besonders gefallen hat mir der zweite Teil des Buches, in dem Aleida Assmann drei Grundformen historischer Präsentationen unterscheidet: Erzählen, Ausstellen und Inszenieren.

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Seminarankündigung: Die Medien der Geschichte

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Das Begriffspaar «Medien» und «Geschichte» hat seit einigen Jahren Konjunktur. Während sich die Medienwissenschaften immer mehr für die Geschichte der Medien interessieren, beschäftigen sich die Historiker zunehmend mit den Medien (und der Medialität) der Geschichte. Im Kontext dieses interdisziplinären Brückenschlages richtet sich das Augenmerk zunehmend auf historische und mediale Traditionslinien, aber auch auf Bruchstellen und Situationen des Umbruches.

In meinem Seminar im kommenden Frühjahressemester an der Unversität Luzern werden die Medien und die Medialität der Geschichte thematisiert, d.h. es wird um die Frage gehen, wie die Medien der Geschichte die Geschichtsbilder prägen und welche Veränderungen wir vom 19. bis zum 21. Jahrhundert beobachten können. Im Seminar werden wir einerseits theoretische Texte lesen und besprechen, andererseits werden wir anhand von Fallbeispielen arbeiten.

:m4 – Geschichtsblog des Monats Oktober 2007

m4

Wir haben schon einmal ausführlich darüber berichtet, wie das Institut für Geschichte an der Universität Wien in seiner Lehrveranstaltung «Informatik und Medien in der Geschichtswissenschaft» die Studierenden die gestellten Aufgaben in öffentlich einsehbaren Weblogs lösen lässt. Nun wiederholen die Kolleg/innen der «Wiener Elektronischen Schule» die Lehrveranstaltung mit dem gleichen diesen Ansatz. Es wird spannend sein zu beobachten, ob die Lehrveranstaltung mit ähnlichen Erfahrungen aufwartet, wie letztes Jahr. Werden wieder die gleichen Aufgaben gestellt? Die Aufgabenstellungen selbst sind nicht einsehbar – doch aus den Weblog-Einträgen der Studierenden wird deutlich, worum es bei den Aufgaben geht. Eine erste kurze Analyse zeigt, dass die Grundlagen-Texte, die zu rezipieren sind, geändert wurden – die Fallbeispiele jedoch die gleichen geblieben sind. Mir ist noch unklar, ob die Ideen vom Ende der letzten Veranstaltung, die Aufgaben zu variieren, in diesem Durchgang umgesetzt werden. Wer die Blogs der Studierenden auf einem Blick verfolgen möchte, kann mit Klick auf untenstehendes «netvibes»-Logo eine Zusammenstellung aufrufen.

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Eckdaten

Titel: m4
URL: http://www.univie.ac.at/geschichte-M4/wordpress
Feed: http://www.univie.ac.at/geschichte-M4/wordpress/?feed=rss2
Autor/innen: Marion Romberg, Wolfgang Schmale
Region: A
Frequenz: ein bis zweimal wöchentlich

Von Leitmedien und Leitfiguren

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Wer die Traditionslinien der «Basler Elektronischen Schule» – also von Haber, Hodel, History Toolbox und hist.net – kennt, kann sich die Freude vorstellen, die wir heute hatten, als wir in der Kommentarspalte zu unseren Weblog-Einträgen zur Leitmedien-Tagung in Siegen den Vortrag von Michael Giesecke im vollen Wortlaut entdecken durften. Vielen Dank, lieber Herr Giesecke.

Die Freude rührt natürlich auch daher, dass in Basel schon sehr früh eine kleine Giesecke-Schule entstanden war, an der Schnittstelle von Geschichtswissenschaft und Medienwissenschaft – mithin also exakt dort, wo ich mit meiner zur Zeit laufenden Lehrveranstaltung «Medium Buch» anknüpfen möchte.

Die abgebildeten Karten übrigens hatten wir vor vielen Jahren bereits fabriziert, genauer gesagt anlässlich des ersten grossen Relaunches von hist.net 2001/2002. Im nächsten Jahr werden wir zehn Jahre hist.net feiern und wir hoffen, dass wir, wenn wir schon nicht das Leitmedium des historischen Fachdiskurses sind, doch die eine oder andere Leitfigur der «Basler Elektronischen Schule» dann in Basel werden begrüssen dürfen!

“Das Ende von H-Net” – oder: Der Griff ins Wespennest

Ja, da hat Kollege T. Mills Kelly doch für einige Aufregung gesorgt, als er in seinem Weblog darüber sinnierte, ob das H-Net nicht vielleicht seinen Zenit überschritten habe. Er begründete seine Ansicht mit Erfahrungswerten, die mir plausibel erscheinen, auch wenn sie nicht granitharte empirische Beweiskraft besitzen. Die Mail-Flut verleidet uns allen, und vermutlich ist wahr, dass für viele jüngere Net-Citizen eMails nichts weiter sind als “just a convenient way to get in touch with old people”. Autsch. (weiterlesen …)

Was ist eigentlich Public History?

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Was ist eigentlich Public History? Was tut ein «Public Historian»? Wieso soll man das Weiterbildungsprogramm «Public History» der Universitäten Luzern und Zürich besuchen? Diese (und hoffentlich noch viele weitere) Fragen werden an zwei Informationsveranstaltungen am 3. September in Luzern respektive am 24. September in Zürich zur Sprache kommen.

Digitale Geschichte der Zukunft (nach William J. Turkel)

Den Weblog Digital History Hacks von William J. Turkel habe ich schon als Geschichtsblog des Monats März vorgestellt. Turkel hat letzthin in drei Blog-Beiträgen seine Vorstellungen von der Zukunft der Geschichtswissenschaften im digitalen Zeitalter erläutert. Die Stichworte: Links, Informationsmenge, Interaktion (Mashups).

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Web 2.0: Kontakte – nicht Information; Ort – nicht Werk

Die Entscheidung des Magazins (Samstagsbeilage zu Tagesanzeiger, Berner Zeitung und Basler Zeitung), seine Website mit einem Wiki zu verwalten und die Leser/innen einzubinden und mitwirken zu lassen (allerdings nur kommentierend…), hat mich noch einmal darauf aufmerksam gemacht, warum das “web 2.0″ auch mit dem Begriff “Social Software” bezeichnet wird (Hinweis auf die Wikisierung des Magazins von Beat). Ich komme wieder zu einer Bemerkung, die ich bereits anlässlich des Workshops “Wikipedia in den Wissenschaften” vor ein paar Wochen äusserte: Wikipedia (und auch andere Anwendungen des Web 2.0) ist weniger ein Werk (also: ein Buch, eine Zeitung, ein Film), das Informationen anbietet, sondern eher ein Ort, an dem Menschen über Inhalte verhandeln, sich austauschen und sich treffen. (weiterlesen …)

Info update zu «Bücher ins Netz»

Neuigkeiten zum Thema Google Books und Digitalisierungsprojekte in der Schweiz werden wir bis auf weiteres hier unter der Rubrik «Update» vermelden.

 

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