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Konferenz-Ankündigung: «httpasts://digitalmemoryonthenet»

Aufgeschreckt durch die Rüge von Kollega Haber trage ich hier pflichtschuldigst einen Hinweis auf eine Tagung nach, die nächste Woche in Berlin stattfindet. Die Bundeszentrale für politische Bildung organisiert unter dem Titel httpasts://digitalmemoryonthenet in Zusammenarbeit mit 3Sat und der deutschen Kinemathek eine internationale Tagung, die sich mit dem Zusammenhang von Internet und Erinnerungskultur befasst. Das Feld an Referentinnen und Referenten ist illuster – und das natürlich unbesehen von meinem kleinen bescheidenen Beitrag am Samstag morgen im Workshop zu „Geschichtsrecherche im Internet“, den ich gemeinsam mit Kollege Alexander König durchführe.

Das komplette Programm ist hier zu finden, Anmeldungen sind noch bis morgen mit einem e-Mail an erinnerungskultur@projekt-relations.de möglich.

Hitlerblog: Geschichtsblog des Monats Mai 2010

Kann man ein Weblog eines Politik-, Kommunikations- und Medienwissenschafters als Geschichtsblog bezeichnen? Daniel Erks „Hitlerblog“ ist weder ein geschichtswissenschaftliches Unterfangen, noch befasst es sich im herkömmlichen Sinne mit Phänomenen der Vergangenheit. Vielmehr interessiert sich Erk für die geschichtskulturellen Erscheinungsformen des Nationalsozialismus (und seiner Insignien) im Allgemeinen und der Figur Hitlers im Besonderen. Das Weblog belegt in regelmässigen Abständen, dass das Internet wenn nicht die Menge und Varianz der Auseinandersetzung mit der wohl bestgehassten historischen Person, so doch die Dokumentation der vielfältigen Beschäftigungsformen mit ihr befördert hat.
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Irritationen im Alltag: WLAN „Buchenwald“?

wlan_buchenwald

Nebeneffekte beim Umzug: man/frau kommt in neue WLAN-Umgebungen und trifft auf neue WLAN-Bezeichnungen. Als mein Heimnetz wieder mal flachliegt und mein Rechner wissen will, ob ich in ein anderes Netzwerk einloggen möchte, gerate ich ins Grübeln und frage mich: Bin ich da einfach nur historisch überempfindlich, oder ist das doch ein Zeichen fehlenden historischen Fingerspitzengefühls, wenn mann/frau seinen/ihren privaten WLAN (notabene in einem urbanen Umfeld, also weit weg von jedem Wald mit Buchen) mit dem Netzwerk-Namen „Buchenwald“ versieht? Oder ist das ein pädagogischer Fingerzeig? Oder sogar ein (kaum verhohlener) Hinweis auf die eigene politische Gesinnung? Fällt das unter die Rassismus-Strafnorm? Unangenehm ist, dass ich mir nun ständig überlege, wer von meinen Nachbar/innen für diese merkwürdige und deplatzierte WLAN-Bezeichnung verantwortlich ist…