weblog.hist.net

Sexistische Algorithmen und streitbare Damen

Jan Hodel hat sich für seinen chauvinistischen Einwurf entschuldigt, aber die Ausgangslage bleibt bestehen: Digital Humanities haben ein Gender-Problem. Ich war nicht an der Aktion «Occupy Mills» dabei, aber ich habe die Diskussionen nachgelesen. Mareike König, eine der beiden «streitbaren Damen» hat in ihrem Blogeintrag heute auf plan3t.info sehr schön beschrieben, um was es geht: «Bloggen, twittern, kommentieren Frauen anders? Anscheinend nutzen Frauen die sozialen Medien häufiger, „sozialer“ und anders als Männer» – aber was bedeutet das?»

Was sind das für Strukturen, wenn selbst an einem THATCamp, wo 40 Prozent der Teilnehmenden Frauen sind, von 16 vorgeschlagenen Sessions lediglich zwei von «Damen» eingereicht wurden? Wie kann es sein, dass bei Wikipedia rund 68 Prozent der Lesenden Männer sind, bei den Beitragenden aber 87 Prozent? Wo liegen die Gründe für dieses Machtgefälle?

(mehr …)

Digital Machismo

macho

Und wir meinen: Wer will denn einen Mann, der solche Fragen stellt?

Im Dialog mit Iris und Peter von Roten

Vor 50 Jahren veröffentlichte Iris von Roten das Buch «Frauen im Laufgitter». Im Untertitel: Offene Worte zur Lage der Frau. An Offenheit mangelte es der Anwältin, Journalistin und Autorin nicht – dem Publikum von 1958 aber sehr. «Frauen im Laufgitter» ist ein Meilenstein in der Geschichte der Frauenemanzipation in der Schweiz, das ein Jahrzehnt vor «1968» über scheinbar Privates öffentlich reden wollte und stattdessen über drei Jahrzehnte in Vergessenheit geriet.

Jetzt erinnert eine kleine, feine Ausstellung in der Universitätsbibliothek Basel an das Buch und vor allem an Iris von Roten und ihren radikalen Lebensentwurf, in den sie ihren Mann Peter von Roten förmlich mit hineinzog – in Leidenschaft und Widerspruch.
(mehr …)