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Geschichte schreiben im digitalen Zeitalter

Geschichtsschreibung, so stellte Rudolf Vierhaus vor Jahren einmal fest, ist die sprachliche Darstellung von komplexen diachronen und synchronen Zusammenhängen in der Vergangenheit (Vierhaus 1982). Wenn wir also über das Schreiben der Geschichte nachdenken, so bedeutet dies, dass wir über die Möglichkeiten dieser sprachlichen Darstellung unter den Bedingungen digitaler Schreibprozesse und Verbreitungswege nachdenken.

Konkret lassen sich dabei zwei Fragekomplexe ausmachen: Zum einen geht es um die medialen Bedingtheiten des Schreibens und, daraus abgeleitet, um die Frage des historischen Narrativs. Im Leitmedium des Digitalen, im World Wide Web, ist durch die Hypertextualität des Mediums das grundsätzlich lineare Moment des Narrativs in Frage stellt. Zum anderen geht es um neue Formen des gemeinschaftlichen Produktionsprozesses, um das sogenannte Collaborative writing, und damit verbunden um die Frage der Autorschaft von Geschichtsschreibung.
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Six Claims for Digital History

Some three months ago, in the context of the conference «Digitale Medien und Infrastrukturen für die Geschichtswissenschaften», that took place from 11 to 12 September, 2009 in Berne, we published six «Thesen zur digitalen Geschichtswissenschaft». Due to some requests from our english speaking readers, we decided to have those claims translated and to post them to our weblog.

digitalclaims

Information Literacy
Digital historians must find their bearings both in analog and in digital information spaces. Not only must they know the advantages and disadvantages of different information systems, but they must also know which information is accessible on which terms and conditions. (mehr …)

Thesen zur Digitalen Geschichtswissenschaft

thesen

Am Samstag präsentierten wir zum Abschluss der Tagung «Digitale Medien und Infrastrukturen für die Geschichtswissenschaften» in Bern ein halbes Dutzend Thesen zur Digitalen Geschichtswissenschaft. Hier die ausformulierten Thesen (als PDF-Datei):
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Zeitschrift „Geschichtswerkstatt“ 1992-2007 online

werkstatt_geschichte

Archivalia weist darauf hin, dass die „Werkstatt Geschichte“ ihre Ausgaben von 1992 bis 2007 im Archiv kostenfrei zugänglich macht. So ist nun meine frühere Tätigkeit in einer studentischen Arbeitsgruppe mit der abenteuerlichen Bezeichnung (STAU!) auch der (mehr oder minder) interessierten (akademischen und nicht akademischen) Öffentlichkeit zugänglich. Dieser erfreuliche Umstand bietet Anlass, noch einmal daran zu erinnern, dass auch die Schweizerische Zeitschrift für Geschichte SZG, die Schweizer Geschichtszeitschrift „Traverse“, das Schweizer Jahrbuch für Geschichte und andere beim Swiss Electronic Academic Library Service (SEALS) zugänglich gemacht worden sind. Eine Übersicht über weitere digitalisierte Zeitschriften der Geschichtswissenschaften bietet (wir ahnen es:) Archivalia.

Digitale Arbeitsmethoden…: Geschichtsblog des Monats Juni 2009

digitalearbeitsmethoden

Gleichsam als Verbindung des vergangenen Semesters mit den laufenden Semesterferien (Pardon, vorlesungsfreie Zeit) sei hier ein weiteres Beispiel für die Untergruppe „Lehrveranstaltungs-Blogs“ vorgestellt: Digitale Arbeitsmethoden in den Geschichtswissenschaften von Alexander König. Dieser Blog ist zwar inhaltlich verwandt mit dem Buchprojekt „Digitale Arbeitstechniken“ und verfolgt ähnliche Ziele wie der Lehrveranstaltungsblog „Informatik und Medien in den Geschichtswissenschaften“ am Institut für Geschichte der Universität Wien – den wir hier in dieser Rubrik vor einigen Monaten vorgestellt haben – hat aber weder mit dem einen noch dem anderen direkt etwas zu tun. Vielmehr ist der Blog ein Indiz, dass sich die Web 2.0 Technologien langsam, langsam auch im Lehrbetrieb der Geschichte auszubreiten beginnen.
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Digital Media and Student Learning

The January issue of Academic Commons highlights the results of several years of research on the intersections between digital media and student learning in the humanities and social sciences. The various essays presented in this issue — and a second issue due out in February — are drawn from the work of participants in the Visible Knowledge Project based at Georgetown University. Focusing on a variety of issues related to the ways that digital media are transforming student learning and the relationship between teaching and learning, the strength of the work presented here is that it is (mostly) drawn from evidence, rather than anecdote. Too often claims about teaching or gains in student learning are made entirely from a complete or almost complete lack of evidence. The essays in these two issues offer a pleasant corrective to this tendency.

Zehn Jahre hist.net – Start von babelblog@histnet.ch

Babelblog 5

Vor zehn Jahren starteten wir – Jan Hodel von der Pädagogischen Hochschule Nordwestschweiz und Peter Haber vom Historischen Seminar der Universität Basel – die Plattform hist.net.

Wir finden, dass zehn Jahre hist.net Grund genug sind, in diesem Jahr ausgiebig zu feiern und haben deshalb drei Projekte lanciert:

  • Zum einen startet in diesen Tagen babelblog@histnet.ch. Unter diesem Label werden während des ganzen Jahres 2008 Kollegen aus den verschiedensten Ländern hier in diesem Weblog mitbloggen – jeder in seiner Sprache. Starten werden wir in den drei Amtssprachen der Schweiz sowie mit Englisch und Polnisch. Die Beiträge werden mit Tags in deutscher und/oder englischer Sprache versehen, so dass alle Leserinnen und Leser mitverfolgen können, welche Themen auf babelblog@histnet.ch besprochen werden. Wir möchten das babylonische Stimmengewimmel auf babelblog@histnet.ch bald ausweiten und nehmen Vorschläge und Interessenbekundungen gerne unter folgender Adresse entgegen: babelblog@histnet.ch. Wir möchten mit diesem Experiment die Internationalität der Blogosphäre erforschen und die Möglichkeiten und Grenzen eines internationalen wissenschaftlichen Weblogs erkunden.
  • Zum zweiten werden wir auf hist.net in den nächsten Wochen eine Chronik der letzten zehn Jahre erstellen: Aus der Vielfalt von Lehrveranstaltungen, Kursen, Projekten und Publikationen, die unter dem Label hist.net entstanden sind, werden wir einige Highlights herausgreifen und in Bild und Text vorstellen.
  • Und last but not least werden wir Ende 2008 – selbstverständlich vollständig offline – in Basel eine würdige Zehnjahresfeier organisieren, über die wir an dieser Stelle beizeiten noch berichten werden.

Mit dieser Vorschau auf das Jubiläumsjahr wünschen wir allen unseren Leserinnen und Lesern ein erspriessliches und anregendes 2008!

Peter Haber und Jan Hodel