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CopyPaste reloaded

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Heute hat doch tatsächlich unser Lokalblatt namens Basler Zeitung die “CopyPaste Generation” entdeckt (eine unliebsame Variante der Net Generation, die ich hier ja schon ausführlich behandelt habe). Wäre der Artikel nicht gespickt mit Namen bekannter lokaler Protagonisten der hiesigen Universität, man würde den Verdacht nicht los, auch hier wäre Copy/Paste zur Anwendung gelangt, dermassen wiederholen sich die Statements.

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Net Generation und was sie mit Geschichtswissenschaften zu tun hat

Virtual Student

Die Nicht-Frage von Kollega Haber zum Eintrag “Digital Secondos – No Net Generation“, was das mit Geschichtswissenschaften zu tun habe, mündete in die konkrete Frage, ob Rolf Schulmeister in seiner Publikation “Gibt es eine Net Generation?” zu den Auswirkungen auf die Hochschullehre Aussagen gemacht habe. Ja, hat er, bzw. haben einzelne Studien und Arbeiten, die er rezipiert1. Dazu noch einige kurze Bemerkungen.

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  1. nur zwei Nennungen: 1. Palloff, Rena M./Pratt, Keith: Virtual Student. A Profile an Guide to Working with Online Learners. Jossey-Bass. San Francisco 2003. – 2. Kennedy, Gregor E./Judd, Terry S./Churchward, Anna/Gray, Kathleen/Krause, Kerri-Lee: First year students’ experiences with technology: Are they really digital natives? In: Australian Journal of Educational Technology 2008, 24(1), S. 108-122. []

Digital Secondos – oder: No Net Generation?

schulmeister

Rolf Schulmeister wendet sich in einer kürzlich veröffentlichten Arbeit (Gibt es eine “Net Generation”?) gegen die Rede von einer Net Generation, die ein ganz eigenes Medienverhalten aufweise und daher auch besondere Bedürfnisse in die Bildungsinstitutionen mitbringe.1 Die Jugendlichen, so Schulmeister, seien keine einheitliche Generation, sondern sehr unterschiedlich in ihrem Medienverhalten, dass sich grundsätzliche nicht von jenem der Jugendlichen der vordigitalen Zeit unterscheide. Die Jugendlichen suchen soziale Kontakte zu Gleichaltrigen oder Unterhaltung.

So weit, so gut. Dennoch ist wohl unbestritten, dass die Jugendlichen heute unter anderen Medienverhältnissen aufwachsen als noch vor 15 Jahren – und ihr Verhältnis zu den digitalen Medien ein anderes sein dürfte. “The Internet just is”2: Das Internet mitsamt Google und Wikipedia ist zu einem Teil des Alltags geworden. Dass diese “Digital Natives” nicht alle einfach eine souveräne Kompetenz im Umgang mit den digitalen Medien an den Tag legen (“Digital Naives” nennt sie Beat Döbeli), widerlegt diese Tatsache noch nicht. Schliesslich sind die Jugendlichen auch in anderen Bereichen ihrer alltäglichen Umwelt unterschiedlich kompetent.

Möglicherweise bedarf das Konzept der “Digital Natives” einer Anpassung. Statt davon auszugehen, dass der selbstverständliche Umgang mit digitalen Medien von kleinauf automatisch zu kompetenten Benutzer/innen führt, wäre (in der gegenwärtigen Situation zumal) eher von “Digital Secondos” zu sprechen: Sie wachsen in einer Umgebung auf, die sie nicht “gewählt” haben, in der sie (aller Alltäglichkeit zum Trotz) letztlich unerfahren sind. Denn niemand führt sie in diese “digitale Kultur” ein, es gibt keine etablierten spezifischen Initiationsrituale von erfahrenen Kulturträgern. Die Erwachsenen sind ja selber noch damit beschäftigt, diese digitale Kultur zu meistern. Die “weisen Alten” sind die einige Jahre älteren Peers, die Brüder und Schwester, die Kolleg/innen, zum Teil die digitalen Medien selbst, die berichten, wie und wo man was mit den digitalen Medien anfangen kann. In diesem Umfeld digitaler Medien kommen die einen besser zurecht als die anderen. Das liegt möglicherweise zum einen am individuellen Interesse an den digitalen Medien, wohl aber auch an Zufälligkeiten, wie sich die Rahmenbedingungen der Sozialisation konkret ausgestalten: was die Lehrpersonen, die Schule, die Eltern oder eben die Peers zum Einfinden in die digitale Kultur beitragen können und wollen.

Letztlich geht es um die grundsätzliche Frage, welche Bedeutung man den Medien und dem digitalen Medienwandel in unserer Gesellschaft beimessen will. Ist es nur eine leichte Variation des Status quo in der Gesellschaft, die durch ganz andere Kräfte gestaltet wird? Oder handelt es sich beim Umbruch von der Gutenberg-Galaxis zum Cyberspace um einen radikalen Schnitt, der die Gesellschaft auf völlig neue Grundlagen stellt? In diesem Spannungsfeld (wenngleich aus anderer Warte) sind auch die Habermas’schen Einschätzung zu Web 2.0 zu sehen. (weiterlesen …)

  1. Via beats blog, der auch zahlreiche Blog-Hinweise auf Schulmeisters Aufsatz auflistet []
  2. Aus “Media Awareness Network: Young Canadians In A Wired World – Phase II Focus Groups 2004, S. 8; Verfügbar unter http://www.media-awareness.ca/english/special_initiatives/surveys/phase_two/ upload/yccww_phase_two_report.pdf []

Digital Na(t)ives in Münchenwiler

Münchenwiler

Während sich Kollege Haber an den politisch brisanten Verhandlungen zur Memopolitik in der Bundeshauptstadt aufhält (und sich live zuschaltet, wenn es etwas Bemerkenswertes zu berichten gibt), habe ich mich auf das ruhige Land zurückgezogen und als Referent am Workshop “e-education” der ICT-Gruppe der SATW teilgenommen. Ich befürchte, dass ich zur Fragestellung des Workshops (“Über welche ICT-Kompetenzen sollen die Lehramts-Studierenden bei Studienbeginn und bei Studienabschluss verfügen, und wie (und von wem) kann dies sicher gestellt werden?”) nicht allzu viel habe beitragen können mit meiner Fallstudie des Einsatzes von ICT in meinen Lehrveranstaltungen. (weiterlesen …)

Apropos “Neue Medien” (II)

Also, da haben wir letzthin auf den schönen Sketch des norwegischen (und nicht – wie fälschlich kolportiert – des dänischen…) Fernsehens zum mittelalterlichen Buch-Helpdesk hingewiesen. Dank dem Hinweis von Jakob auf dem IB-Weblog können wir hier einerseits eine Version nicht nur in besserer Bildqualität, sondern auch noch mit Schlusspointe nachliefern…

…und auch noch auf einen kurzen Bericht des norwegischen Fernsehens NRK verweisen, der nicht festzustellen versäumt, dass NRK nicht um Erlaubnis zur Verbreitung des Clips gefragt worden sei. Der Fernsehkomiker Øystein Bache nimmt es gelassen: so nahe an eine weltweite Ausstrahlung seiner Sendung werde er wohl nie mehr kommen.

Apropos “Neue Medien”

Bei Beat Döbeli gefunden (der hat’s von Netzlernen.ch): Ein Schmankerl zum Thema “Medien-Bruch” und “Digital Immigrants” und “Digital Natives”. In diesem Fall handelt es sich wohl um einen “Print Immigrant”.

Auch wenn die Lacher etwas billig daherkommen: Jeder, der schon mal einen Computer-Novizen betreut hat (“Wo ist es jetzt hin? Es ist plötzlich weg!”), wird der Analogie noch so gerne zustimmen. Und man kann sich schon ausmalen, dass das “Neue Medium” Buch seinerzeit auch einiger Eingewöhnungszeit für die “User” bedurfte – mag hier das auch etwas gar unbeholfen zugespitzt sein. Wer will, kann auch etwas über diese Narration und dem darin vermittelten Bild von der frühen Neuzeit nachsinnen. So könnte man über einige Details ins Nachdenken geraten: ist das nun ein gedrucktes Buch (Gutenberg-Revolution, warum dann der Vergleich mit der Schriftrolle, bzw. das Konzept “Buch” wäre dann ja schon bekannt…) oder ist es ein handgeschriebenes Buch (dann wäre aber der Supporter gleichsam aus einer falschen Zeit…)?
Ich habe mir das schon allein wegen der dänischen Untertitel mehrmals nacheinander angeschaut (kleine Referenz an die Tagung letzte Woche in Schleswig…).

 

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