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Faut-il encore faire des bibliographies ?

babelblog

Bonjour à tous,

Puisque j’ai l’honneur d’inaugurer Babelblog, je voudrais d’abord féliciter Peter et Jan pour cette nouvelle initiative et les remercier de m’avoir invité à y participer. Pour cette première contribution, je voudrais vous parler d’un sujet qui nous touche tous : la bibliographie! J’en avais parlé un peu l’année dernière lors du panel «histoire et informatique» des journées suisses d’histoire de Berne, et les discussions que nous avions eu m’incitent à aborder de nouveau le sujet, car j’aimerais connaître vos réactions.

Ce problème s’inscrit dans un cadre plus large que nous avons sans doute tous ressenti depuis plusieurs années: le fait que les méthodes de travail traditionnelles qui constituent depuis le XIXe siècle le cœur du métier d’historien fonctionnent de plus en plus mal et sont en train de conaître, avec les nouvelles technologies, une crise et une mutation importantes. La pratique de la bibliographie est une des bases de notre métier, comme chacun sait.

Or, je me rends compte depuis plusieurs années que j’utilise de moins en moins l’outil bibliographique, ce qui est d’autant plus paradoxal qu’étant donné les recherches que j’effectue sur les activités internationales des fondations philanthropiques américaines au XXe siècle, j’ai été confronté à une bibliographie énorme, non seulement du fait de la variété des sujets concernés, mais aussi parce qu’avec le développement des portails de revues électroniques, nous avons maintenant accès pour n’importe quel sujet, à une bibliographie internationale parue y compris dans des revues très pointues qui jusqu’à leur inclusion dans ces vastes portails que sont Jstor, Elsevier, Springer link ou d’autres, nous sont maintenant accessibles. C’est formidable, mais cela me semble remettre en cause la pratique traditionnelle de la bibliograpphie, car les listes bibliographiques deviennent rapidement très longues et, finalement, rapidement obsolètes du fait que, à l’échelle internationale, le rythme de parution de nouveaux articles sur une question est bien plus rapide que lorsqu’on se limite à l’historiographie parue dans son pays d’origine ou celle de sa langue d’origine. (mehr …)

Buchmesse (2): Buchmesse untheoretisch

Nach Kollega Hodels theoretischem Rundumschlag hier zum Tagesausklang noch zwei visuelle Impressionen von der Buchmesse. Ganz ohne theoretischen Unterbau und auch nicht besonders dicht beschreibend:

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Der Springer Verlag wirbt damit, die weltweit grösste e-Book-Kollektion im Angebot zu haben.

Ebenfalls heute an der Buchmesse gesehen:

geschichteneuschreiben.jpg

Schade, fand ich diesen schönen Ausspruch nicht beim Verleger von Michel de Certeau, sondern bei einem Druckausrüster in der Halle 4.0 …

Schreiberlings Traum

Es ist nun einmal so: Wir sind und bleiben Schreibtischtäter. Wir, damit meine ich die Angehörigen der Zunft der Historiker. Der grosse Michel de Certeau, den wir hier ja auch schon erwähnt haben, sprach zwar von der «opération historiographique» und liess mich damit weniger einen hölzernen Schreibtisch als vielmehr chromblitzende Operationsinstrumente assoziieren. Aber das ist nur eine Illusion, der schöne Schein der klinischen Reinheit, den wir aber nie erreichen werden. Nein, wir sitzen am Schreibtisch, vor uns ausgebreitet die Beute aus Bibliothek und Archiv, Papierstapel, wohin man schaut und viele Bücher natürlich.
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Das Schreiben der Geschichte

Michel de Certeau legte in seinem 1975 erschienenen Buch «L’écriture de l’histoire» (dt. 1991: «Das Schreiben der Geschichte») nichts weniger als eine «Ortsbestimmung der Geschichtsschreibung» (Klappentext) vor. «Was fabriziert der Historiker, wenn er ‚Geschichte macht‘? Woran arbeitet er? Was produziert er?» fragte de Certeau einleitend zum Kapitel «Die historiographische Operation».

Auch im Schreib-Guide Geschichte von Wolfgang Schmale geht es um die historiographische Operation – wenn auch in einem konkreteren Sinn als bei de Certeau. Der soeben neu aufgelegte und wesentlich erweiterte Schreib-Guide gehört eigentlich auf die Lektüreliste eines jeden angehenden (und auch gestandenen) Historikers. Das Buch thematisiert nämlich einen Bereich der Geschichtswissenschaft, über den gerne nicht oder nur hinter vorgehaltener Hand gesprochen wird: den Prozess des Schreibens.

Historiker produzieren ihr symbolisches Kapital fast ausschliesslich mit Hilfe von Texten. In den letzten Jahren indes hat sich dank Computerisierung und Vernetzung in diesem Bereich einiges geändert. So ist es Schmale und seinem Team hoch anzurechnen, dass in der Neuauflage ein vollständig neues Kapitel zum Thema «Schreiben für das WWW: Bloggen und Hypertexten» aufgenommen wurde. Die beiden Wiener Historiker Jakob Krameritsch und Martin Gasteiner führen auf knapp vierzig Seiten sehr gut und auch für Nicht-Experten bestens nachvollziehbar in die Spezifika des historischen Online-Schreibens ein. Sie charakterisieren einerseits das Weblog als Medium der historischen Fachkommunikation und erläutern andererseits die schreibrelevanten Aspekte eines Hypertextes.

Bleibt zu hoffen, dass auch das Schreiben für Wikipedia in der nächsten Auflage Einzug in den Guide erhalten wird. Auch die ganze Frage der elektronischen Literatur- und Exzerpteverwaltung – Stichwort: Lit-Link – ist im Buch ein wenig zu kurz gekommen. Aber ansonsten: Für alle Geschichtsstudierende die ideale Lektüre für die nächsten Semesterferien!