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Wikipedia/Copy/Paste im Geschichtsunterricht


Ich möchte hier anlässlich des heute erschienenen NZZ-Beitrags zur Rolle des Internets und insbesondere von Wikipedia für den Geschichtsunterricht einige kurze, ergänzende Überlegungen zur Wikipedia-Nutzung und des Copy/Paste-Phänomens (oder – wahlweise- : der Plagiats-Seuche) in den Schulen und damit auch im Geschichtsunterricht anbringen.

Eine zentrale, oft gestellte Frage: Haben die Schüler/innen kein Unrechtsempfinden? Hebeln sie einfach alle Werte von Schulunterricht und Wissensgesellschaft kaltschnäuzig aus, weil ihnen diese egal sind? Oder wissen sie es einfach nicht besser? Man kann die Frage natürlich auch grundsätzlicher stellen: Ist das Plagiieren in der Schule einfach nur Ausdruck eines gesellschaftlichen Wertewandels, der durch die unbegrenzte Zugänglichkeit zu digitalen Informationen aller Art induziert wird? Die Realität ist, wie so oft, komplex.
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Die Tücken der Creative Commons

Vor kurzem habe ich mich hier in einem etwas scharf formulierten Beitrag mein Missfallen darüber kundgetan, dass ein Beitrag aus unserem Weblog in, wie ich fand, unpassender Manier in einem anderen Weblog publiziert worden sei. Die beanstandete Kopie ist mittlerweile vom Netz genommen worden – und hätte laut Betreiber des Weblogs dort gar erscheinen sollen. Zugestanden sei, dass ich im Eifer des Gefechts den Eintrag so formulierte, dass die geneigte Leserschaft den Eindruck gewinnen konnte, dass ich mich daran stosse, dass mein Eintrag einfach kopiert werde. Prompt kam die Retourkutsche einer unserer regelmässigen Kommentatoren, AndreasP, der lakonisch meinte, der Weblog stehe ja unter Creative Commons, meine Kritik am „Kopieren“ von Inhalten sei aber eine Berufung auf das klassische Urheberrecht und daher eigentlich „albern“. Vielleicht sollten wir (und da schliesse ich mich ein) zunächst einmal aufmerksam lesen, was die CC-Lizenz eigentlich genau an Nutzungsrechten umschreibt. Denn eine CC-Lizenz bedeutet keineswegs, dass man nach Lust und Laune und eigenem Gutdünken Inhalte kopieren, verwenden und weiterverbreiten kann. (mehr …)

Geschichtslernen mit Copy & Share

copyshare

An der Tagung „Historisches Lernen im Virtuellen Raum“, die letzte Woche in Heidelberg stattfand, habe ich erstmals aus meiner laufenden Forschungsarbeit (Geschichte 2.0) berichtet. Ich habe mir Gedanken zum Copy/Paste-Verhalten der von mir befragten Schüler/innen gemacht, und mir die Frage gestellt, was das mit dem Geschichtslernen zu tun hat.
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CopyPaste reloaded

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Heute hat doch tatsächlich unser Lokalblatt namens Basler Zeitung die „CopyPaste Generation“ entdeckt (eine unliebsame Variante der Net Generation, die ich hier ja schon ausführlich behandelt habe). Wäre der Artikel nicht gespickt mit Namen bekannter lokaler Protagonisten der hiesigen Universität, man würde den Verdacht nicht los, auch hier wäre Copy/Paste zur Anwendung gelangt, dermassen wiederholen sich die Statements.

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Copy/Paste und Knete machen

Ein Artikel bei CNet macht mich auf einen Aspekt des Copy/Paste-Unwesens aufmerksam, das ich bislang nicht wahrgenommen habe (neben der akademischen? Copy/Paste-Debatte, die hier verschiedentlich schon behandelt wurde). So genannte „Scraper Sites“ verdienen Geld damit, dass sie vollautomatisiert Blog-Einträge kopieren, auf der eigenen Website unverändert publizieren und dazu passende Google-Werbung einblenden lassen.? So klar wie empörend. Doch wie komplex die Frage des Urheberrechts in der digitalen Medienwelt geworden ist, wird im Artikel deutlich gemacht. Ein ehemaliger „Scraper“ meint lapidar, dies Tun sei unter der „Fair Use“-Regel (welche die freie Nutzung urheberrechtlich geschützten Materials zu privaten Zwecken gestattet) erlaubt. Ein Urheberrechtsspezialist meint: Nur, wenn es sich nicht um kommerzielle Nutzungen handelt. Und schliesslich stellen sich viele Folgefragen: Ist die Syndikation von Inhalten (Das Zusammenstellen von Inhalten aus verschiedenen Quellen) urheberrechtlich zweifelsfrei? Reicht ein Verweis auf das Original aus, um sich nicht des Plagiarismus schuldig zu machen? Soll man sich überhaupt darum kümmern?