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Six Claims for Digital History

Some three months ago, in the context of the conference «Digitale Medien und Infrastrukturen für die Geschichtswissenschaften», that took place from 11 to 12 September, 2009 in Berne, we published six «Thesen zur digitalen Geschichtswissenschaft». Due to some requests from our english speaking readers, we decided to have those claims translated and to post them to our weblog.

digitalclaims

Information Literacy
Digital historians must find their bearings both in analog and in digital information spaces. Not only must they know the advantages and disadvantages of different information systems, but they must also know which information is accessible on which terms and conditions. (mehr …)

Web 2.0-Dienste im Abwind

twitter

«Twitter laufen die User weg» titelten heute Branchendienste wie zum Beispiel TecChannel:

Der Hype um Twitter scheint zumindest in den USA vorbei zu sein. Nach aktuellen Zahlen von Online-Marktforschern ist die die Zahl der Zugriffe auf Twitter.com deutlich gesunken. Nielsen meldet ein Minus von 27,8 Prozent im Zeitraum von September auf Oktober.

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Thesen zur Digitalen Geschichtswissenschaft

thesen

Am Samstag präsentierten wir zum Abschluss der Tagung «Digitale Medien und Infrastrukturen für die Geschichtswissenschaften» in Bern ein halbes Dutzend Thesen zur Digitalen Geschichtswissenschaft. Hier die ausformulierten Thesen (als PDF-Datei):
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«Docupedia Zeitgeschichte» – eine Experten-Wikipedia?

Die Deutsche Forschungsgemeineschft hat das in Berlin angesiedelte Projekt Docupedia Zeitgeschichte bewilligt:

«Mit Docupedia-Zeitgeschichte soll ein fachwissenschaftlich organisiertes, dynamisch wachsendes Repositorium von enzyklopädischen Texten für die Zeitgeschichtsschreibung entstehen. Ziel ist der Aufbau eines elektronischen Nachschlagewerkes zu den Grundbegriffen, theoretischen Konzepten, Methoden und wichtigen Debatten der zeithistorischen Forschung.
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Knallköpfe auf scholarz.net!

Wer auch immer Herr Daniel Koch von scholarz.net sein mag: Irgendwie ist das keine besonders gelungene Visitenkarte dieses Tools, an dem da gebastelt wird. Hoffen wir also, dass es bald auch Alternativen geben wird für Akademia, wo potentielle Kunden nicht als Knallknöpfe bezeichnet und mit solchem Blödsinn belästigt werden.

Digitale Eitelkeiten

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Da übt man fröhlich im Zweierteam das kollaborative Schreiben (und freut sich, dass das «A» im Alphabet vor dem «O» steht und ergo der Haber vor dem Hodel zitiert wird) – und dann dies.

Das Buch der Woche: Wikipedia goes Foucault!

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Aufmerksame Leser unseres Weblogs werden es ja schon gemerkt haben: Während Kollege Hodel sich immer mehr in die didaktischen Sphären der neuen Netzwelten einarbeitet, widme ich mich seit einiger Zeit vermehrt dem intermedialen Crossover – sprich: dem Medium Buch im digitalen Zeitalter.

So kam mir unlängst – nach einem längeren Streifzug durch die Freihandmagazine unserer Universitätsbibliothek – die Idee, die Rubrik «Das Buch der Woche» hier einzuführen.

Sinn und Zweck dieser neuen Rubrik soll es nicht sein, mit ausführlichen Fachrezensionen bestehende Organe wie H-Soz-u-Kult oder Sehepunkte zu konkurrieren, vielmehr möchte ich in regelmässiger Folge und in kurzer Form auf Bücher hinweisen, die etwas abseits der grossen akademischen Felder liegen, Bücher, die mir besonders gefallen oder die mich besonders aufgeregt haben, Bücher, die man leicht übersieht oder die man einfach gelesen haben muss.

Und so möchte ich mit einem kleinen Büchlein beginnen (entstanden aus einer Magisterarbeit an der TU Chemnitz), das sich Wikipedia widmet und sich dabei einem innovativen Ansatz verschrieben hat: Mit Hilfe des Diskurskonzeptes von Michel Foucault untersucht Pentzold Wikipedia als Informationsspeicher und Diskursplattform. Damit wird die von den Wikipedianern imaginierte und mit viel Aufwand immer wieder beschworene Traditionslinie zurück zur Encyclopédie von Diderot und d’Alembert bewusst ignoriert und Wikipedia gleichsam gegen den Strich gelesen. Im Mittelpunkt der Studie steht die Beschreibung von «Aushandlungsprozessen bei der Verfertigung geteilten Wissens», was an zwei Beispielen untersucht wird. Eine innovative Arbeit, die hoffentlich die etwas frischen Wind in dier verfahrene Wikipedia-Diskussion der letzten Monate bringen wird.

Pentzold, Christian: Wikipedia. Diskussionraum und Informationsspeicher im neuen Netz, München 2007 (= Internet Research; 29).

GMW 07: Tag 3 – Informelles Lernen & Geschichtswiki

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Vorbei: GMW 07 adieu!

Der Abschluss der Tagung bringt noch einmal interessante Zugänge zum eLearning. Zum einen die Frage nach der Bedeutung von informellen Lernprozessen (und die Frage, wie stark diese von digitalen Medien unterstützt werden) und zum anderen ein konkretes Beispiel für den Einsatz von Wiki-Technologien in einer geschichtswissenschaftlichen Lehrveranstaltung (nein, nicht von Haber oder Hodel). (mehr …)

Zur Medienkultur des Netz-Wissens

Heute fand die erste Sitzung des Seminars «Zur Medienkultur des Netz-Wissens» statt. Das wäre an sich nicht besonders interessant und auch keinen Eintrag in diesem Weblog wert, wenn nicht ein Grossteil des Seminars im eigens dafür eingerichteten Weblog auf dem Rechner des Instituts für Medienwissenschaft stattfinden würde. Dass dies überhaupt möglich ist, verdanke ich der tatkräftigen Hilfe von Oliver Hagmann vom Institut für Medienwissenschaft und von Jan Hodel. Auch an dieser Stelle sei beiden nochmals herzlich gedankt.

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Die Idee mit dem Weblog kam mir, als ich sah, dass sich über 50 Studierende für das Seminar angemeldet hatten. Nun wird ein grosser Teil der eigentlich seminarinternen Kommunikation öffentlich im Weblog abgehalten werden: Literaturlisten, Sitzungsberichte, Essays – dies alles werden wir gemeinsam im Weblog einstellen. Das ist auf den ersten Blick nicht besonders spektakulär und vielleicht wird es dies auch auf den zweiten Blick bleiben. Es könnte aber sein, dass mit dem Weblog eine Dynamik in die Diskussionen kommt, die wir ohne dieses Medium nicht gehabt hätten. Es sind verschiedene Szenarien vorstellbar: So könnte es sein, dass wir anfangen, in unseren Berichten immer wieder auf andere Beiträge zu verweisen und dass so eine grössere inhaltliche Kohärenz entsteht, als dies sonst bei einsemestrig geführten Seminaren der Fall ist. Es könnte auch sein, dass sich noch während des Semesters Externe in unsere Diskussionen einschalten und auf diese Weise unsere Arbeit beeinflussen. Und schliesslich ist auch nicht auszuschliessen, dass das Material – es werden am Ende des Semesters hoffentlich rund 50 wunderbare Berichte und Essays zum Thema «Wissen im Netz» auf unserem Weblog sein – eine Art von Nachleben entfaltet und das Seminar auf diese Weise sich weiterentwickelt.

HOK Lesen/Schreiben: Stuff & Stir

Ich nutze eine kleine Gelegenheit, den historischen mit dem Online-Teil bei der Historischen Online-Kompetenz zu verbinden. Via Beats Blog bin ich auf die Unterscheidung zwischen Stuff and Stir in der Online-Didaktik (=eLearning) gestossen. Die Bezeichnung wurde vermutlich von Allison Rossett geprägt. Stuff steht für vorgegebene, stoffbasierte, zuweilen auch hochkomplexe und interaktive programmierte eLearning-Szenarien (Lernumgebungen und Online-Kurse), die vor allem für individuelles Selbstlernen genutzt werden. Stir steht für informelle Umgebungen, in welchen die Teilnehmer/innen sich vor allem selber organisieren, miteinander kommunizieren und die Themen und Fragestellungen selber formulieren müssen, also gemeinschaftlich lernen.

Nun, vereinfacht gesagt geht es da um den Gegensatz von Konstruktivismus (=Stir), den die Geschichtsdidaktik seit Jahrzehnten als bevorzugten Weg zu historischem Wissen (oder zu historischen Kompetenzen) postuliert, und Instruktionismus (=Stuff), der im real existierenden Geschichtsunterricht noch immer vorherrscht.

Die Geschichtswissenschaft neigt zur Gewissheit, in der Hochschullehre herrsche ein (geschichtstheoretisch begründetes) konstruktivistisches Paradigma. Ich wage das etwas zu bezweifeln. Nur weil man den Studierenden (abgesehen von inhaltlich vollgestopften und haarscharf am Instruktionismus vorbeischrammenden Einführungskursen) kaum Anleitung bei der Erlernung des geschichtswissenschaftlichen Handwerks zu teil werden lässt, sollte man nicht auf konstruktivistische didaktische Ansätze schliessen.

Vielleicht lohnte es sich, da einmal zwei Sekunden länger darüber nachzudenken, ehe man die „Copy/Paste“-Mentalität der Studierenden beklagt (dazu mehr unter dem Stichwort „Aggregatoren“).

Um auf Stuff and Stir zurückzukommen. Wo sind die Konzepte und Ideen, ICT/Neue Medien im Sinne des „Stir“ auch in den Geschichtswissenschaften (in Lehre und Forschung) anzuwenden? Insbesondere die Komponente des „gemeinschaftlichen“ (oder auch kollaborativen) Lernens ist ja meines Erachtens noch wenig ausgelotet worden. Darin fliessen die Kompetenz-Dimensionen des Lesens und des Schreibens in der Praxis zusammen. Eine erste (noch sehr luftig-abstrakte) Idee habe ich mit dem „hist.collaboratory“ mal skizziert. (PrePrint zum Download).

Übersicht: HOK Lesen/Schreiben