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Da waren’s plötzlich drei…

Einverstanden, ob man Veronica Sass dazuzählen soll, in diese Reihe von Politikern (Guttenberg) und Politikerinnen (Koch-Mehrin, siehe oben), die aufgrund von Plagiatshandlungen, die ihnen dummerweise nachgewiesen werden, zurücktreten müssen, darf man gerne in Frage stellen.1 Und doch sind alle drei Fälle aufgrund der Net-Community ins Rollen geraten – und haben einen politischen Hintergrund.

Interessante Parallele: Die Kombination von Familiengründung, Politkarriere und akademischer Laufbahnplanung scheinen für Plagiate ein prächtiger Nährboden zu sein – oder doch nur für die Aufdeckung von Plagiaten? Denn man fragt sich halt schon: Sind bürgerliche Politiker/innen (und deren Kinder) eher geneigt, Plagiate zu erstellen? Ist das gleichsam eine Frage der politischen Weltanschauung? Nochmal anders: Sind die Akademiker/innen bei den Grünen und der SPD einfach ehrlicher – oder „verlieren“ sie weniger schnell „den Überblick“? Oder hat der hive mind vorderhand nur mal die Regierungskoalition in den Blick genommen? Und, um noch einmal die Anmerkung Kollega Habers aufzunehmen: Interessiert das ausserhalb dieser politisierten und medial aufgebretzelten Fälle an der Uni irgend jemand? (mehr …)

  1. Scharfsinnige Leser/innen werden bemerken, dass es sich auch bei Einschluss von Veronica Sass um eine sehr kurze „Reihe“ handelt, aber ohne sie wäre es nur ein Paar. Ausserdem wurde der Fall Sass von Kollega Haber bereits einmal in diesem Blog behandelt. []

Welcome to the club, Zürich

zuerich

Oder, wie die Wienerinnen und Wiener es formulieren würden: Züri brännt (wieder einmal).

Wie studiert die NetGeneration? Teilnehmende Beobachtung in der Unibib-Cafeteria

netgeneration_ub

Die Cafeteria der Universitäts-Bibliothek ist ein interessanter Ort um Feldstudien zur aktuellen Studierenden-Generation (=Digital Natives!!) durchzuführen. Hier wird nicht nur Pause gemacht, getratscht und das leibliche Wohl durch Essen und Trinken befördert. Hier wird vor allem gearbeitet. Fast alle Tische sind belegt mit Arbeitsmaterialien, über die sich Studierenden zumeist in Gruppen zu Zweit, zu Dritt oder zu Viert beugen und murmelnd Erkenntnisse, Fragen und/oder Antworten austauschen.

Womit arbeiten die Studierenden? Ich werfe einen diskreten Blick in die Runde. (mehr …)

Hätten die den Präsenzunterricht ganz abgeschafft …

streikwien

… dann wäre die Uni Wien heute vielleicht nicht besetzt worden. Die Studierenden protestieren gegen die neuen MA/BA-Studiengänge und den schleichenden Bildungsabbau. Angezettelt haben die Unruhen die Studis von der Akademie der Bildenden Künste (im Bild), die am Montag in einen Generalstreik getreten waren (welcher General bestreikt wurde, wissen wir leider nicht). Der Standard berichtet zur Zeit live vor Ort (Bild: fm4)
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Endlich: Bloggen an der Uni für Credit Points

mewi

«Wenn du eine Videokamera halten, Fotos machen, Artikel verfassen und Leute interviewen kannst, ist das Shiftfestival etwas für dich. Selbst wenn du nur eine oder zwei der erwähnten Kenntnisse beherrschst- beim Shift warten nicht nur interessante Medienkünstler, auch das Musikprogramm an den Abenden ist vom Feinsten.» So wirbt die studentische Fachgruppe Medienwissenschaft der Uni Basel pünktlich zum heutigen Semesterbeginn.
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Vom Versprechen von Lernmaschinen zur Zeitlast von Bologna (IV)


Der kulinarische Ausklang der Tagung ist ebenso hochstehend wie die ausgezeichnete Podiumsdiskussion, von der hier aus rechtlichen Gründen nur einige Stichworte wiedergegeben werden können:

  • Longue Durée der Digitalen Medien
  • Bohrtechnisch bedingte Transformation der Wissenschaftskultur
  • Spielräume der Bologna-Lehr-Kultur
  • Reflexivität in der permanenten (digitalen/didaktischen/wissenschaftstheoretischen) Überforderung durch den digitalen Medienwandel

Auf dem Podium sassen: Rolf Schulmeister, Peter Haber, Felicitas Pflichter (Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung), Franz X. Eder, Wolfgang Schmale (Moderation).

Hiermit endet die Übertragung von der Tagung „Vom Versprechen von Lernmaschinen zur Zeitlast von Bologna“!

Vom Versprechen von Lernmaschinen zur Zeitlast von Bologna (II)

Nach der Rückschau folgt die erste Keynote von Rolf Schulmeister, einschlägig bekannter E-Learning-Experte, der die Evaluation des Projekts Geschichte Online betreute, die (wie Wolfgang Schmale und Martin Gasteiner erläutern) eher den Charakter einer Beratung angenommen hat.

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Historische Lehrbücher und Überblicksdarstellungen



Historische Lehrbücher haben ebenso wie Überblicksdarstellungen einen schweren Stand auf dem Markt der wissenschaftlichen Publikationen. Weder mit der einen noch mit der anderen Textsorte lassen sich im Feld der professionellen Geschichtsschreibung besonders viele Meriten verdienen. Immer noch haftet dieser Textgattung scheinbar der Makel an, keine „richtige“ Forschungsleistung zu sein und mehr den Fleiss der Autoren widerzuspiegeln als Ausdruck ihres wissenschaftlichen Könnens zu sein.
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Archiv, Speicher, Gedächtnis

Semesteranfang. Leichte Nervosität, hektische Vorbereitungen bis spät in die Nacht. Fast 90 Studierende hatten sich bis gestern für mein Seminar «Archiv, Speicher, Gedächtnis» am Institut für Medienwissenschaft der Uni Basel angemeldet, für rund fünfzig Teilnehmerinnen und Teilnehmer hat es Platz im Seminarraum.

Ein Seminar mit neunzig Teilnehmenden? Nein, das bringt nichts und deshalb hatte ich rechtzeitig umdisponiert und beschlossen, die Veranstaltung dreigleisig zu fahren: mit Präsenzunterricht, Gruppenarbeiten und mit einem eigens eingerichteten Weblog.
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Vorsicht, Kampflerner!

Rechtzeitig zum Semesterbeginn an den Universitäten der Deutschschweiz am Montag eine wunderbare Beobachtung von Hendrik Steinkuhl auf SPIEGELonline:

Wenn mich ein Thema nicht interessiert, verbringe ich die Seminarzeit mit Kinderspielchen (Schiffe versenken, an sonnigen Tagen Kommilitonen mit dem Geo-Dreieck blenden) oder gleich zu Hause. Unmittelbar vor einer Prüfung prügle ich mir dann das nötige Wissen ins Kurzzeitgedächtnis, um es danach so schnell wieder zu vergessen, wie Bulimie-Betroffene sich auskotzen. Früher war das verpönt und hieß Kampflernen. Heute ist es en vogue und heißt Bachelor-Studium.

Wir wünschen allen Dozierenden recht viel Freude im Unterricht und unseren Studiosi ein fröhliches Blenden!