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BBC History Magazine Blogs – Geschichtsblog des Monats Juli 2010

Die Blogs des BBC History Magazine sind ein Teil des Webauftritts der titelgebenden Print-Publikation. Das Magazin richtet sich an eine breitere, an Geschichte interessierte Öffentlichkeit und ist Teil des privatwirtschaftlich betriebenen Ablegers BBC Worldwide, der der öffentlich-rechtlichen BBC gehört. Das Magazin wurde im Jahr 2000 gegründet und erreicht mit seinen 12 Ausgaben pro Jahr auf eine Auflage von über 60’000 Exemplaren. Die Blogs starteten hingegen erst Anfang 2009. Sie dienen, wie die meisten anderen Angebote auf der Website, in erster Linie dazu, die Attraktivität des Print-Produkts zu erhöhen, bieten dabei dennoch eine Fülle unterschiedlichster und anregender Beiträge von verschiedenen Autor/innen (fast ausnahmslos Historiker/innen), die mit unterschiedlichen Stilen und Genres verschiedene Themenfeldern der Geschichte abdecken.

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Fernseh-Archive im Internet (Update)

Warum der Tages-Anzeiger in seiner Online-Ausgabe gerade gestern das Thema „Fernseh-Archive im Internet“ aufgenommen hat, bleibt mir verschlossen. Dennoch bietet der Artikel neben einer Aufzählung jener Archive, die wir hier auch schon vorgestellt haben (insbesondere das französische Projekt INA und das Archiv der BBC), noch die eine oder andere Hintergrund-Information von den Projektverantwortlichen der Archiv-Digitalisierung beim Schweizer Fernsehen, deren Arbeit im Archiv-Portal beurteilt werden kann.

Wenig erstaunlich sind die fehlenden Kontextinformationen und die unklare Urheberrechtslage die wichtigsten Gründe, warum nicht alle vorhandenen Archivmaterialien nach der Digitalisierung im Internet frei zugänglich gemacht werden. Dies gilt insbesondere für das (titelabweichend aber lead-konform im Artikel ebenfalls behandelte) Archiv des Radio DRS.
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Google kauft hist.net

Wie Google und hist.net heute bekannt geben, hat Google die Mehrheit am Schweizer Portal für Geschichte und Digitale Medien „hist.net“ übernommen. Für Google ist dies ein weiterer Schritt in die Domäne wissenschaftsorientierter Dienstleistungen im Zusammenhang mit Google Scholar. „Wir sind sehr glücklich, dass wir mit hist.net einen starken Partner im Bereich der Geschichtswissenschaften gewinnen konnten“, lässt sich Geschäftsführer Eric Schmidt in einer heute veröffentlichten Medienmitteilung zitieren. „Wir halten Google Scholar für ein grossartiges Produkt, das aber noch durch genuinen Input von Fachexperten verbessert werden kann. Die Erfahrungen der Schweizer Kollegen von hist.net sind dabei immens wertvoll.“ Man habe mit den Geschichtswissenschaften in einem überschaubaren Bereich erste Erfahrungen sammeln wollen, erklärte Schmidt den ungewöhnlichen Entscheid, in einem geisteswissenschaftlichen Fachbereich zu investieren. Über die genaue Art der Kooperation und über mögliche neue Dienste liessen weder Google noch hist.net etwas verlauten und stellten weitere Informationen in naher Zukunft in Aussicht. (mehr …)

Die BBC baut England nach – und wer baut Helvetien neu?

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Als ich vor einigen Tagen in meinem Leibblatt das Dossier mit dem Titel «Expedition in 3D. Globetrotting am PC mit Google Earth, Microsoft Virtual Earth und Co.» las, fragte ich mich, wie lange es noch dauern wird, bis wir in diesen virtuellen Landschaften auch eine Zeitachse präsentiert kriegen und damit so etwas wie eine vierte Dimension in diesen Systemen haben werden.

Der Spiegel berichtete heute, dass die BBC mit Hilfe der Software Photosynth aus dem Hause Microsoft und mit Tausenden von Photos eine hochauflösende Grosscollage nachbaut: «Das Programm, das Microsoft zusammen mit der Universität Washington entwickelte, gilt als die erste Software, die Bilder anhand von Perspektive und Lichteinfall semantisch miteinander verknüpfen kann.» Dass man Bilder «semantisch verknüpfen» kann, habe ich noch nie gehört und auf den ersten Blick kann ich mir auch nicht wirklich vorstellen, wie das funktioniert. Dass es aber funktioniert, war offenbar bereits an einer Konferenz zu bewundern, wie der Spiegel weiter berichtet: «Erstmals sorgte Photosynth auf der ‚Technology, Entertainment, Design‘-Konferenz (TED) für Furore. Microsoft-Forscher Blaise Aguera y Arcas demonstrierte damals einem staunenden Publikum, wie das Programm auf der Grundlage tausender Flickr-Fotos ein dreidimensionales virtuelles Abbild der Notre Dame de Paris errechnet.» Nun haben wir leider nicht Tausende von historischen Aufnahmen zu bestimmten historischen Orten und Gebäuden zur Verfügung und schon gar nicht auf flickr.com, aber die Idee ist wohl trotzdem nicht schlecht: Web-Dienste der Generation 4.0 ff. könnten dann zum Beispiel aus Textinformationen, Bildern und sonstigen Informationen historische Landschaften errechnen und dreidimensional darstellen. Die ersten Bilder aus dem BBC-Microsoft-Grossversuch lassen sich hier betrachten!