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Archiv zur Kategorie 'Internes'

Vielen Dank

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Noch ist der Monat November gar nicht zu Ende und wir haben schon einen neuen Höchststand erreicht. Mit täglich über 100 Besuchern sind wir noch nicht ganz im Bereich der A-Blogger, für ein ausgesprochens Fach-Weblog sind das aber sehr gute Werte. Vielen Dank also allen treuen Leserinnen und Lesern von weblog.histnet.ch. Und bereits jetzt können wir ankündigen, dass wir für das Jubiläumsjahr 2008 einige Neuerungen planen – Jubiläumsjahr übrigens deshalb, weil 2008 hist.net das methusalemische Online-Alter von zehn Jahren erreichen wird!

Neuerungen bei weblog.histnet.ch

Tag CloudIm Zuge der Neuinstallation haben wir auch ein paar Neuerungen und Verbesserungen bei unserem Weblog eingerichtet – die zum Teil auch unseren geschätzten Leser/innen und RSS-Abonnent/innen gewisse Änderungen bei den Einstellungen ihrer RSS-Reader abverlangen. Neu verteilen wir bei unseren Einträgen intensiv Tags, die zur Bildung einer Tag-Cloud genutzt werden, die unterhalb der Detail-Ansicht jedes Eintrags zu sehen ist. Die Tags ermöglichen uns auch die Anzeige von „verwandten“ Weblog-Einträgen, die ebenfalls in der Detail-Ansicht zu sehen ist.

Um die Tags aussagekräftiger zu gestalten haben wir die Kategorien in Tags umgewandelt. Wer also einen RSS-Feed zu einer Kategorie abonniert hat, muss in der Adress-Zeile „category“ durch „tag“ ersetzen. Wir arbeiten daran, die Kategorien neu zu benennen und aussagekräftiger zu gestalten. Dies erfordert etwas Nacharbeit an unseren mittlerweile doch immerhin 458 Einträgen, daher bitten wir noch etwas um Geduld, wenn die Kategorien noch nicht aussagekräftig und die Tags noch nicht bei allen alten Beiträgen konsolidiert sind.

Wir wurden gehackt!

HackIrgendwann musste es einmal passieren: Wir wurden Opfer eines (vermutlich) russischen Hackers, der eine Schwachstelle in der WordPress-Installation ausnutzte, um unseren Server für den Vertrieb von Potenzpillen (oder noch schlimmer von Schadware, die auf den Potenzpillen-Seiten installiert war) zu missbrauchen. Der Schaden ist behoben, nun folgt ein kurzer Rückblick. (mehr …)

Désherbage (2)

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Nachdem Kollega Hodel nun die Weltöffentlichkeit ganz charmant hat wissen lassen, dass der Haber nicht einmal sein eigenes Weblog mehr zu lesen scheint, sehe ich mich zu einer kurzen Rechtfertigung genötigt. Der Grund ist sehr einfach: Das mit der Désherbage hat nicht ganz funktioniert. Und das Haber-Archiv ist leider auch nocht nicht Teil des digitalen Gedächtnisses der Schweiz geworden. Obwohl ich vor einigen Monaten mein Archiv massiv entrümpelt hatte, blieb noch genug Material übrig, um mich vor während und eigentlich auch noch nach meinem Umzug Ende Oktober mehr oder weniger ausser Gefecht zu setzen. Aber jetzt schreibe ich nicht nur wieder regelmässiger, sondern werde auch mein eigenes Weblog wieder brav lesen!

HOK (in eigener Sache): Geschichte lehren an der Hochschule

Heute hab ich ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk erhalten: Die Publikation „Geschichte lehren an der Hochschule„, die meinen Aufsatz zur Historischen Online-Kompetenz enthält und die auf jene Tagung zurückgeht, die der Anlass zur Eröffnung dieses Blogs war, ist bei mir in Form eines Belegexemplars eingetroffen.

Der Klappentext erläutert:

Wer als Dozent je vor einem schweigenden Seminar gestanden hat, weiß um die Bedeutung didaktischer Kompetenzen und Methoden.

Doch das Buch ist eigentlich das Gegenteil von Geschichte, als Erscheinungsjahr ist 2007 eingedruckt und entsprechend kann man es zwar schon vorbestellen, aber die Auslieferung dürfte für Nicht-Autoren nicht mehr vor Weihnachten stattfinden. Dennoch: eine lohnende Investition (nicht meines Aufsatzes wegen! Jedenfalls nicht nur…).

Literatur:

  • Pöppinghege, Rainer (Hg.): Geschichte lehren an der Hochschule. Bestandsaufnahme, methodische Ansätze, Perspektiven, Schwalbach: Wochenschau 2007 (ISBN: 978-3-89974294-7; 24.80 EUR).

HOK Reden (In eigener Sache): Erwähnung in GWU

Nun hat es dieser Blog auch in die Welt des Prints geschafft. Sabine Büttner schreibt in der Rubrik „Information Neue Medien“ in der neusten Ausgabe von Geschichte in Wissenschaft und Unterricht über die „Blogosphäre“, bzw. die Spuren, die die Geschichtswissenschaften darin bislang hinterlassen hat – oder auch nicht. So wird mein Blog hier als „Pionierversuch“ bezeichnet, in dem die geneigten Leser/innen vor allem Folgendes finden können:

… essayistische Stellungnahmen, Kommentare und Hinweise, die als „lautes Denken“ über Einsatzmöglichkeiten der Neuen Medien in der Geschichtswissenschaft informieren und vor allem einen Dialog anregen wollen.

Dem bleibt nicht mehr hinzufügen als die Adressen der anderen erwähnten Blogs:

  • Christophs Notizen (des Trierers Mittelalter-Historikers Christoph Cluse mit einem Schwerpunkt auf jüdische Geschichte)
  • Der Archiv-Weblog „Archivalia“ (mit mehreren Beiträgern, eine Art Kollektiv-Blog; auch mit einer eigenen Kategorie zu Fragen rund um OpenAccess)
  • AdressComptoir des Wiener Historikers Anton Tantner, vor allem mit Einträgen zu seiner Hausnummernschildern-Sammlung
  • der französisch-sprachige Blog PECIA: le manuscrit médiéval (zu Fragen mittelalterlicher Manuskripte – wie der Titel schon sagt)
  • der US-amerikanische Gruppen-Blog Cliopatra
  • der Blog Early Modern Notes der britischen Historikerin Sharon Howard

Diese Links ausführlicher zu kommentieren und zu bewerten, soll späteren Einträgen vorbehalten sein.

Literatur

  • Büttner, Sabine: „Eintritt in die Blogosphäre“, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht, 2006, Nr. 9, S. 540-541.

Übersicht: HOK Reden, Aus der Welt der Blogs

HOK: Lesen/Schreiben: Einstieg

Dass sich Online-Kompetenz mit Lesen und Schreiben befasst, ist angesichts der Tatsache, dass mit der Hypertext-Technologie eine neue Textgattung postuliert wird, naheliegend. Das „Wreading“ macht die Unterscheidung zwischen Lesen und Schreiben immer schwieriger, diese ist aber dennoch nötig: Gerade in der Geschichtswissenschaft ist der Prozess des Schreibens (eben die „Geschichtsschreibung“) von grosser Bedeutung. Neben dem HOK Lesen und HOK Schreiben daher hier eine Sammlung von Blog-Einträgen zu HOK Lesen/Schreiben (neueste Einträge zuerst – letztes Update: 1.12.2006):

HOK: Was es ist und zu welchem Zwecke es dienen soll

Die Historische Online-Kompetenz (HOK) entstand aus dem Bedürfnis heraus, den Einsatz von ICT (Information & Communication Technologies; auch bekannt als Neue Medien) in den Geschichtswissenschaften (in der Lehre, aber auch in der Forschung) evaluieren und beurteilen zu können. Dafür fehlten Kriterien, die sowohl die geschichtswissenschaftlichen Anforderungen als auch die medienspezifischen Voraussetzungen berücksichtigten. Die vorhandenen geschichtsdidaktischen Postulate an guten Geschichtsunterricht sind bislang kaum auf den Einsatz, bzw. die Nutzung von ICT angewendet worden. Sie haben auch nur beschränkt Aussagekraft für die wissenschaftliche Ausbildung an den Universitäten, wo der Einsatz von ICT eine bedeutendere Rolle als in der Mittelschule spielt. Auch der Einfluss von ICT auf geschichtswissenschaftliche Forschungsmethoden ist nur sehr spärlich reflektiert worden. Andererseits verfügen alle jene Empfehlungen und Untersuchungen zu Medien- oder Informationskompetenz über wenig fachspezifische Relevanz.
Die HOK versucht, allgemeine Kompetenzen der Geschichtswissenschaften zu bezeichnen und diese mit den Ausprägungen der Medien- bzw. Informationskompetenz zu kombinieren, um daraus Anforderungen abzuleiten, welche das Arbeiten oder Lernen mit ICT in den Geschichtswissenschaften erfüllen sollte.
Bei der Definition der HOK werden die Arbeitsbereiche der Geschichtswissenschaft vereinfacht auf

  • Informationsbeschaffung und -bewertung (Analyse),
  • Produktion von eigenen, neuen Darstellungen (Synthese) und
  • (selbst-)kritische Reflexion und Situierung im wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Kontext

In einem weiteren Vereinfachungsschritt unterscheidet die HOK zwischen den Kompetenzen „Lesen“, „Schreiben“ und „Reden“.

Diese Gliederung ist konsistent im Vergleich mit den Arbeitsbereichen, welche die Geschichtsdidaktik bezeichnet (Rüsen, Jeismann, Schreiber, Pandel) (siehe HOK und Theorie der Geschichtsdidaktik). Sie lässt sich auch in Verbindung bringen mit den Gliederungsvorschlägen der Informationskompetenz (welche die Informationsbeschaffung und -bewertung umfasst) und der Medienkompetenz (nach Baacke; siehe: HOK und Medienkompetenz).
Die Schwierigkeit dabei ist, dass ICT immer unter verschiedenen Aspekten gesehen werden kann: als Gegenstand, als Hilfsmittel oder als Werkzeug. Daher bezieht sich die Historische Online-Kompetenz jeweils auf diese drei Aspekte. (siehe HOK: drei Bezugsebenen der Kompetenzen).

Weitere Ausführungen zu finden via hist.net/hok

Bloggen und Geschichte – oder: Warum dieser Blog?

Vor 14 Tagen nahm ich an einer Tagung in Paderborn mit dem Titel „Geschichte lehren an der Hochschule“ teil. Die Tagung drehte sich um Ansätze und Erfahrungen im Bereich der Hochschuldidaktik im Fach Geschichte. Etwas plakativ formuliert: Gibt es einen Unterricht an der Uni jenseits von Vorlesungen und Referatsseminaren? Es ist hier nicht der Ort, diese Tagung zusammenzufassen (dies geschieht an anderem Ort, der Hinweis darauf wird hingegen hier zu finden sein bei gegebener Zeit; hier schon einmal das Tagungsprogramm).
An dieser Tagung stellte ich ein Modell der „Historischen Online-Kompetenz“ vor (die Folien kann man sich gerne hier runterladen (PDF, 388K) – aber ob die ohne Erläuterung was hergeben…?). Zurecht mahnte mich die Runde an die Praxistauglichkeit der Vorschläge. Was, bitte sehr, soll den von diesen Ideen im alltäglichen Unterricht, etwa einem Einführungsproseminar, eingesetzt werden, und wie?
Und hier bin ich nun. Kann man einen Blog im Bereich Geschichtswissenschaften über eine längere Zeit gewinnbringend führen? Bietet das einen Beitrag zum „epistemischen Schreiben“, wie ich es im meinen Ausführungen als bislang kaum verwendete Nutzungsmöglichkeit der Neuen Medien in den Geschichtswissenschaften anführte? [Zum epistemischen Schreiben, dem „Schreiben, um zu verstehen“, eine passende Einführung (PDF, 32K), verfasst von Matthias Nückles et al. vom Institut für Psychologie an der Uni Freiburg. Sie umschreibt beispielsweise Sinn und Zweck von studentischen Lernprotokollen in Lehrveranstaltungen. Ich nehme mir allerdings die Freheit, mich nicht an die vorgegebenen Leitfragen für ein Lernprotokoll zu halten, das ist ja hier auch keine Lehrveranstaltung].
Oder kann ein Weblog (zumindest) als „lautes Denken“ dienen, auf das Andere Bezug nehmen können? Wenn die das überhaupt wollen. Falls nicht, stirbt dieser Weblog vermutlich einen „schnellen Tod“ – ausser ich finde Gefallen an Selbstgesprächen… Aber eben: ausprobieren muss man halt schon, was man propagiert. „Eat your own dog food“ sagen die Amis dazu. Übrigens eine Redewendung, die gar nichts mit Hundefutter zu tun hat, sondern in der e-Business-Euphorie der 1990er Jahre entstanden ist (wenn meine Quelle stimmt…). Nächstes Mal sage ich dann mehr über mögliche Inhalte dieses Weblogs.

Update: Wer soweit gelesen hat, und nach dem 24. Oktober 2006 hierher gefunden hat, sei auf die Ergänzungen zur Historischen Online-Kompetenz auf der entsprechenden hist.net-Seite (http://hist.net/hok) und auf den Eintrag „Was soll HOK? Ein Zwischenstand“ hingewiesen.