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Archiv zur Kategorie 'Diverses'

Feldnotizen Geschichte 2.0: Volltext-Suche, Klicken, Vergleichen

Aus Anlass einer Podiumsdiskussion in Wien, zu der ich als Diskutant eingeladen wurde, habe ich versucht, einige Erkenntnisse aus meiner bisherigen Forschungsarbeit zusammenzufassen. Dabei interessierte mich (ausgehend von der Frage des Podiums nach der Rolle von Hypertext und digitalen Medien im universitären Alltag) als Historiker und Kulturwissenschaftler, ob Nutzungstechniken ausgemacht werden können, die die den digitalen Medien inhärent sind, also nicht von anderen Medien (etwa Büchern oder elektronischen Medien) auf die digitalen Medien übertragen werden. Natürlich interessiert mich als Didaktiker die Frage, ob daraus Schlussfolgerungen für E-Learning-Szenarien gezogen werden können. (mehr …)

Geschichte und kein Wiener Wald…

Da ja immer wieder mehr oder weniger explizit die Frage gestellt wird, was denn bitte sehr meine Einträge hier mit Geschichte zu tun haben, hier ein Eintrag der sich ausdrücklich damit befasst, was ich bei meinem Abstecher nach Wien in Bezug auf Geschichte gelernt habe. (mehr …)

Medien-fit oder IT-kompetent…?

Zuweilen gerate selbst ich ins Grübeln: Was bitte soll der IT-Fitness-Test, den Bundesrätin Doris Leuthardt (Nein, nicht die Bildungs-, sondern die Wirtschaftsministerin) gemeinsam mit Steve Ballmer (ja, der von Microsoft) letzthin eingeweiht hat, ausser zu zeigen, dass ich totale MS-User-Nuss (tja, tut mir leid, wer wie ich Mac nutzt ist per definitionem für Microsoft nicht IT-fit) zwei Punkte mehr (siehe unten) ergattere als Herr Doktor der Informatik Beat Döbeli?? Besser geraten? Oder hat Beat einen schwierigeren Test bekommen, anhand der IP-Adresse, die aus einem Hochschulnetz…? Ich frage mich bloss, was das Wissen über den Unterschied der Zellformatierung BUCHHALTUNG und WÄHRUNG für einen Hinweis auf den kompetenten Umgang mit digitalen Medien geben soll. Vermutlich geht es auch hier nicht darum, zu verstehen, sondern einfach, es „richtig“ zu machen. Deshalb bin ich ja auch ein „Fan“ (Achtung, Ironie-Alarm) von Test und Zertifikaten wie dem ECDL.

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Medium Buch. Buchgeschichte(n) aus Basel: Das Papiermuseum

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Es war ein äusserst lehrreiches und spannendes Programm, das uns Peter F. Tschudin heute im Papiermuseum präsentiert hat. Tschudin war von 1974 bis 2002 wissenschaftlicher Leiter des Papiermuseums und gehört weltweit zu den renommiertesten Papierhistorikern. In vier Gruppen konnten wir uns in einem ersten Teil das Museum anschauen und versuchen, die von Tschudin gestellten Fragen zu beantworten: Es ging um die Entstehung der Schrift, um die Bedeutung Gutenbergs, um die Druckerstadt Basel und um einige frühe Drucke aus Basel. Im zweiten Teil diskutierte Tschudin mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Kurses diese Fragen und beeindruckte wohl alle mit seinem breiten und fundierten Wissen und mit seiner Gabe, komplizierte Zusammenhänge verständlich darzustellen. Die Sitzung wird von allen Beteiligten in unserem hauseigenen Wiki dokumentiert!

Am nächsten Donnerstag steht ein gemeinsamer Rundgang auf der Frankfurter Buchmesse auf dem Programm.

Und nochmal: Plagiate

Spiegel Online rollt das Thema Plagiate noch einmal auf (und würzt es trendgerecht mit dem Titel 2.0). Aufhänger sind diesmal die Anti-Abschreib-Programme, die an den Universitäten eingeführt werden, um die plagiatorischen Studierenden zu überführen. Interessant sind die Anmerkungen der Berliner Plagiats-Spezialistin Debora Weber-Wulff allemal. Unter ihrer Leitung entstand auch der Online-Lehrgang „Fremde Federn finden“ zum Thema Plagiate, auf das wir hier schon mehrmals hingewiesen haben. Sie stellt den Anti-Abschreibprogrammen ein schlechtes Zeugnis aus: diese fänden je länger je weniger Plagiate!! Das Problem das Plagiierens sei, so Weber-Wulff, ohnehin nicht mit Software zu lösen. Es gelte bei entdeckten Plagiaten klare Vorgehensweisen zu definieren – und ein sauberes wissenschaftliches Arbeiten auch im Alltag vorzuleben. Denn auch die arrivierten Wissenschaftler/innen würden nur zu oft einfach abkupfern.

Deutschland muss sich eine Kultur des korrekten Zitierens wieder angewöhnen. Es ist keine Schande, die Werke anderer zu nutzen. Aber man muss angeben, woher man die Gedanken hat, nach bestem Wissen und Gewissen. Wir Lehrenden müssen erst mal vorleben, was gute Wissenschaft ist. Bei der Lehre müssen wir das Wort „Betreuung“ ernst nehmen und tatsächlich Zeit investieren, um mit jungen Leuten über ihre Arbeiten zu reden, um ihnen zu zeigen, wie man schreibt. […] Dass Studenten und Wissenschaftler abschreiben, ist ein ernstes Problem für die Hochschulen. Mit Software ist es nicht zu lösen.

Dem ist nicht viel hinzuzufügen.

Medium Buch. Buchgeschichte(n) aus Basel

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Nach dem Medienpraktischen Kurs im letzten Semester zum Thema «Schreiben für Wikipedia» (ich weiss, wenn ich das jetzt noch ein paar Mal hier nenne, wird mich Kollege Hodel vollends auf den Mond schiessen wollen und Google uns wegen Link-Spam sperren …) habe ich für dieses Semester ein Kontrastprogramm vorgesehen: Eine kurze Einführung in die Buchwissenschaft, kombiniert mit einer praxisnahen Beschäftigung mit dem Medium Buch.

Dass die Buchstadt Basel an den diversen Ausbildungsstätten kein buchwissenschaftliches Angebot kennt, erstaunt. Dabei befinden sich einige hochinteressante Einrichtungen in Basel: der weltweit älteste Buchverlag, die Papiermühle mit einer beachtlichen mediengeschichtlichen Sammlung, die Universitätsbibliothek mit einer grossartigen Sammlung von Frühdrucken und und und. Im Kurs «Medium Buch. Buchgeschichte(n) aus Basel» werden wir diese Institutionen aufsuchen und einige dazu: das Buchzentrum zum Beispiel bei Olten und den Karger Verlag und natürlich die Frankfurter Buchmesse.

Ach so: der Kurs ist leider schon mehr als ausgebucht. Aber natürlich werden auch in diesem Kurs die Neuen Medien eine Rolle spielen, ganz so, wie es sich für einen Kurs aus der hist.net-Küche von Haber & Hodel gehört. Die Studierenden werden den Kurs in unserem hauseigenen Wiki dokumentieren, mit Bildern, Berichten, Literaturangaben, Fragen und Kritik. Ein Anfang ist schon gemacht und ich bin gespannt, wie es weiter gehen wird. Den Abschluss wird übrigens am 20. Dezember ein öffentliches Podium zum Thema «Das Buch am Ende. Am Ende das Buch» bilden. Details folgen!

Office will ins Netz…

Google Docs (Besprechung bei CNet) kennen viele ja schon, auch Zoho (eine Alternative dazu; Besprechung bei CNet) ist dem einen oder der anderen eventuell bekannt. Nun hat auch noch Adobe eine Firma namens VirtualUbiquity aufgekauft, die auch ein Online-Office-Tool mit Namen „BuzzWord“ (wie treffend!) anbietet – sehr schön anzuschauen, aber noch mit wenigen Features. Und da darf natürlich auch Microsoft nicht zurückstehen: wieder einmal wurde angekündigt, dass die MS Office Suite bald (auch?) als Online-Version über das Netz erhältlich und nutzbar sein wird (Codename „Office Live“…!). – Und wenn der Netzzugang nicht funktioniert, weil irgendein VPN-Skript sich inkompatibel fühlt oder eine WiFi-Karte verschnupft ist: dann empfehle ich das altbewährte Moleskine.

Wikipediatag 2007 (4)

Der umtriebige Mediensprecher von Wikimedia Schweiz (ja, der war auch im Fernsehen!) hat eine schöne Seite zusammengestellt mit allen Medienberichten über den Wikipediatag. Das waren ja dann doch fast mehr Berichte als Teilnehmende vor Ort … Gerne stellen wir auch unsere Folien und die von den Veranstaltern gemachte Audiodatei unserer Vortrages (Filmli folgt dann später) zur Verfügung.

Wikipediatag 2007 (3)

Ehrlich gesagt war ich schon ein wenig erstaunt über das mediale Interesse an meiner Lehrveranstaltung im letzten Semester am Institut für Medienwissenschaft der Universität Basel zum Thema «Schreiben für Wikipedia». Nach den beiden gestrigen Radioauftritten auf DRS1 und DRS2 durfte ich heute sogar in der Hauptausgabe der Tagesschau zwei Sätze sagen. Ja, klar, es hat mich gefreut, keine Frage. Auch die Reaktionen, die ich daraufhin erhielt, waren schön.

Ich hoffe nur, dass dieses Interesse auch ein wenig dazu beiträgt, dass an den Universitäten die Bereitschaft wächst, sich auf das Thema einzulassen. Kritisch. Lustvoll. Differenziert.

Insbesondere der letzte Punkt ist mir wichtig. Noch immer nehme ich die Debatten rund um Wikipedia als einen holzschnittartigen Glaubenskrieg wahr: Entweder wird Wikipedia als ein Werkzeug des Teufels und als das sichere Zeichen des nahenden Unterganges einer gebildeten Menschheit gelesen oder aber Wikipedia ist die Inkarnation der demokratischen und heilbringenden Wissensrevolution. Während die Wikipedianer zu Zweiterem neigen, schwingt in akademischen Kreisen nicht selten das erstere Bild mit. Beides ist natürlich Quatsch. Wikipedia ist ein Informations- und Kommunikatinsinstrument wie viele andere Instrumente auch und es ist nun an uns, dieses Instrument richtig zu nutzen. Mit richtig nutzen meine ich, dass man insbesondere die Funktionsweise und die Grenzen von Wikipedia kennt. Das sollte heute für (angehende) Geisteswissenschafterinnen und Geisteswissenschafter eine selbstverständliche Kompetenz sein.

Wikipediatag 2007 (2)

Wie Kollege Haber schon im Weblog (und anderswo… NEID!) berichtet hat, ist Wikipedia aus Anlass des Wikipedia-Tages in Bern (wieder einmal) zu einem Thema der Medien geworden. Was ich je länger je interessanter finde: zwar reden die meisten über Fragen der Qualität der Einträge oder der Nutzung von Wikipedia. Viele konkrete Anwendungen haben weitaus mehr mit Geschichte zu tun, als man zunächst annehmen würde.

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