Archiv zur Kategorie 'digital.past'
Von Peter Haber am 4. Februar 2008
Kategorie: Allgemein, digital.past | Tags: digital.past, Geographische Informationssysteme, HIS GIS, Kartographie, Timeline| Print-Version
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Martin Sauter berichet in seinem Weblog “Vogelschau. Blog über digitale Kartografie” von verschiedenen Möglichkeiten, geographische Informationen so zu visualisieren, dass auch der Zeitfaktor einbezogen werden kann. Auf seinem zweiten Block open mind geht Sauter – Historiker und Informatiker von Haus aus und Kommunikationsberater von Beruf – noch ausführlicher auf das Thema ein. Lesenswert!
Wir – das heisst genaugenommen Kollega Hodel – sind schon vor geraumer Zeit an dieser Stelle auf dieses Thema eingegangen. Mir scheint, dass die Entwicklung noch sehr am Anfang steht und das Potential von Seiten der Geschichtswissenschaften erst sehr rudimentär genutzt wird.
Vermutlich ist der Aufwand noch zu gross, ist das Wissen, das es braucht, um solche Projekte aufzusetzen, doch noch recht speziell. Historische Karten allerdings erfreuen sich einer recht grossen Beliebtheit, wie zum Beispiel das kürzlich bewilligte und weitgehend offline konzipierte Projekt eines neuen Historischen Basler Atlasses zeigt.
Von Peter Haber am 3. Februar 2008
Kategorie: Allgemein, digital.past | Tags: Buchgeschichte, digital.past, Medienumbrüche, Medium Buch, OpenAccess, Wissenschaft| Print-Version
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Vor einigen Tagen ist in inetbib eine heftige Diskussion über den Verlag Dr. Müller oder auch VDM-Verlag (was ja schon Unsinn ist, wenn doch “Verlag” in der Abkürzung enthalten ist) entbrannt. Dieser Verlag produziert jährlich Hunderte Bücher von zum Teil fragwürdigster Qualität und verkauft sie zu haarsträubenden Preisen an wissenschaftliche Bibliotheken. Zu den zahllosen Schwerpunkten des Verlages gehört auch der Bereich Bibliothekswesen. Die Mehrheit der Arbeiten basiert auf Diplomarbieten und erfüllt nur selten die Anforderungen an eine wissenschaftliche Arbeit.
Eric Steinhauer, promovierter Jurist und Bibliotheksrat an der Bibliothek der Technischen Universität in Ilmenau/Thür, hat in seinem Weblog Skriptorium das Thema aufgegriffen und den Büchermarkt für Diplomarbeiten kurz skizziert (übrigens: ein äusserst lesenswertes Weblog!)
Mein Eindruck ist, dass im wissenschaftlichen Büchermarkt, der alles in allem äusserst marode ist, nun so eine Art von letzte Schlachtenrunde läuft. Bevor der Markt endgültig zusammenbrechen wird, versuchen einige Verlage noch einmal so viel Geld wie möglich abzuschöpfen. Mit dem bevorstehenden Kollaps meine ich übrigens weder die populärwissenschaftlichen Bücher noch den Bereich, der in einer internationalen Liga spielt, sondern den Niedrigstauflagenbereich von Sammel- und Tagungsbänden, Dissertationen und Diplomarbieten, der nur Dank DFG- und SNF-Geldern überleben kann.
Einen schönen Einblick in das Feld der geschichtswissenschaftlichen Buchproduktion gewährt der Sammelband (ja, manchmal gibt es auch gute …) von Olaf Blaschke und Hagen Schulze:
Olaf Blaschke / Hagen Schulze (Hg.): Geschichtswissenschaft und Buchhandel in der Krisenspirale? Eine Inspektion des Feldes in historischer, internationaler und wirtschaftlicher Perspektive, München: Oldenbourg 2006
Eine kurze Rezension des Buches gibt es bei sehepunkte.
Von Peter Haber am 9. Dezember 2007
Kategorie: Allgemein, digital.past, Wikipedia | Tags: digital.past, Quellenkritik, Wikipedia, Zitat, Zitierbarkeit, Zitieren, Zitierfähigkeit| Print-Version
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Klaus Graf hat heute auf Inetbib ein sehr gutes Argumentarium verschickt, das ich gerne hier aufnehmen möchte:
(i) Jede Quelle ist “zitierfaehig”. Wenn ich etwas als “Quelle” heranziehe, muss ich sie nennen.
(ii) Alles kann als “Quelle” dienen. In einem Referat “Die duemmsten Irrtuemer der Wikipedia” zitiert man selbstverstaendlich die Wikipedia als Quelle.
(iii) Bietet ein allgemeines Nachschlagewerk eine besonders gelungene oder griffige Definition, so ist es Usus, diese als woertliches Zitat anzufuehren. Bei der Wikipedia hat es sich nicht anders zu verhalten.
(iv) Es gibt hunderte wissenschaftlich zitierfaehige Artikel, die auf dem Niveau eines spezialisierten Nachschlagewerks (nicht: Allgemeinenzyklopädie) sind, das selbstverstaendlich im wissenschaftlichen Diskurs zitiert wird (Lexikon des Mittelalters, Enzyklopädie der Neuzeit usw.).
(v) Vor jedem Zitat hat eine kritische Inhaltspruefung zu erfolgen. Die Wikipedia ist als Online-Quelle genauso zitierfaehig oder nicht zitierfaehig wie die gedruckte “Zwischen Amper und Würm: Heimatbeilage für den Landkreis Starnberg und das Würmtal”.
(vi) In verschiedenen Disziplinen und Kontexten gibt es schon hinsichtlich traditioneller Publikationen unterschiedliche Ansichten darueber, was “zitierfaehig”ist.
Unproblematisch scheinen mir die Punkte (i) und (ii) zu sein – zumindest in der neueren Geschichtswissenschaft ist die Fixierung auf bestimmte Quellengattungen aufgeweicht zu sein. Und dass man zitiert, worauf man sich stützt, ist selbstverständlich.
Interessant wird es meiner Meinung nach bei den Punkten (iii), (iv) und (v) . Hier schreibt Graf zu recht, dass es eine “eine besonders gelungene oder griffige Definition” sein soll, wenn aus einem Nachschlagewerk zitiert werden soll. Grundsätzlich bin ich mit Graf in diesem Punkt vollkommen einverstanden. (weiterlesen …)
Von Peter Haber am 5. Dezember 2007
Kategorie: Contributors, digital.past, Wikipedia | Tags: Aufmerksamkeit, digital.past, Institut für Medienwissenschaft, Medien, Medienpraktischer Kurs MPK, Wikipedia| Print-Version
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Nach diversen Medienberichten im April und dann im Herbst über den Kurs «Schreiben für Wikipedia» hat sich kürzlich auch die Redaktion von intern, der Mitarbeiter/innenzeitung der Uni Basel für die Veranstaltung interessiert – was mich sehr gefreut hat. Den kurzen Bericht gibt es hier, ein längere Version folgt demnächst.
Von Peter Haber am 5. Dezember 2007
Kategorie: Berichte und Rezensionen, digital.past | Tags: Assmann, Ausstellung, Buch der Woche, digital.past, Erinnern, Erinnerung, Erzählung, Gedächtnis, Geschichtswissenschaft, Historiographie, Medialität, Narration, Narrativität| Print-Version
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Unser heutiges «Buch der Woche» ist das neueste Buch von Aleida Assmann, die, obwohl Anglistin und Literaturwissenschaftlerin, eine der wichtigsten Stichwortgeber/innen der modernen Historiographie geworden ist. In ihrem neuesten Buch, entstanden aus einer Vorlesungsreihe am Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen, beschäftigt sich Assmann erneut mit dem zentralen Thema ihres Schaffens: dem Gedächtnis. Dabei legt sie diesmal den Fokus auf die Rolle und Funktion von Generationen und exemplifiziert das Thema an einigen exemplarischen Generationen der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts.
Besonders gefallen hat mir der zweite Teil des Buches, in dem Aleida Assmann drei Grundformen historischer Präsentationen unterscheidet: Erzählen, Ausstellen und Inszenieren.
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Von Peter Haber am 4. Dezember 2007
Kategorie: Berichte und Rezensionen, digital.past | Tags: digital.past, Digitalisierung, Erinnern, Erinnerung, Erzählen, Gedächtnis, Innsbruck, Medienpädagogik, Medienwissenschaft, Narration, Storytelling, Tagung| Print-Version
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Nach den anregenden Tagen in Berlin nun noch ein Abstecher in die Alpen, nach Innsbruck. Unter dem Titel «Erzählen – medientheoretische Reflexionen im Zeitalter der Digitalisierung» trafen sich gestern und heute rund 60 Medienwissenschafter, Medienpädagogen und natürlich auch ein paar Historiker aus ganz Europa an der von Innsbruck Media Studies organisierten Tagung.
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Von Peter Haber am 29. November 2007
Kategorie: Allgemein, digital.past | Tags: Buchgeschichte, Buchzentrum, digital.past, Historisches Seminar, Institut für Medienwissenschaft, Logisitik, Medium Buch| Print-Version
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Bücher, Bücher, nichts als Bücher. Gegen vier Millonen Bücher lagern im Buchzentrum in Hägendorf bei Olten. Vier Millonen Bücher, das ist mehr, als die Universitätsbibliothek Basel in ihren Magazinen stehen hat. Im Buchzentrum werden die Bücher aber palettenweise gelagert, denn hier befindet sich der grösste Buch-Zwischenhändler der Schweiz.
Das Buchzentrum wurde vor 125 Jahren als Selbsthilfeorganisation der Buchhändler gegründet und erfüllt heute zwei Funktionen. Einerseits ist es die Verlagsauslieferung für die Schweiz von rund 400 Verlagen. Und zugleich ist das Buchzentrum auch ein sogenannter Barsortimenter, das heisst, das Buchzentrum kauft bei den Verlagen auf eigenes Risiko Bücher ein und liefert sie mit einer ausgeklügelten Logistik an die Buchhandlungen in der Schweiz. Endkunden können beim Buchzentrum nicht bestellen, denn damit würde man die Buchhandlungen, denen das Buchzentrum immer noch zu einem grossen Teil gehört, kannibalisieren.
Die heutige Exkursion im Rahmen des Kurses «Medium Buch. Buchgeschichte(n) aus Basel» bescherte uns eine fundiert Einführung in Geschichte und aktuelle Lage des Buchmarktes sowie einen eindrucksvollen Rundgang durch das Herzstück des schweizerischen Buchmarktes. Weitere Bilder gibt es auf Flickr, mehr Hintergrundinfos zum Thema in unserem Wiki und die bisherigen Weblog-Einträge zum Kurs können hier aufgerufen werden.
Von Peter Haber am 29. November 2007
Kategorie: Allgemein, digital.past | Tags: Buch, Buchgeschichte, Buchkultur, digital.past, Medium Buch| Print-Version
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Während wir uns dem «Medium Buch» widmen, widmen sich andere der «Buchkultur». Das freut uns, auch wenn sich die Termine ein wenig überschneiden, so wie zum Beispiel heute leider, als Prof. Lucas Burkart über «Wissensspeicher Buch» sprach. Am 13. Dezember wird Wolfgang Hagen zum Thema «Es gibt kein digitales Buch!» sprechen. Wir sind gespannt. Das ganze Programm steht hier zum Download bereit.
Von Peter Haber am 27. November 2007
Kategorie: digital.past | Tags: Öffentlichkeit, Blogging, Datenschutz, digital.past, Privatheit, Tagebuch, Tagwerke, Weblog, Workshop| Print-Version
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Eine hübsche Idee hatten unsere virtuellen Freunde von den Tagwerken in Frankfurt: Ein Schreibexperiment zum Thema Weblog, um über den Prozess des Schreibens im Raum der Öffentlichkeit nachzudenken. Wir hatten ja schon die Idee, unsere eigenen Erfahrungen des wissenschaftlichen oder zumindest wissenschaftsaffinen Bloggens an einem Workshop zur Diskussion zu stellen. Vielleicht sollten wir die Erfahrungen der Tagwerkerinnen und Tagwerker abwarten und unser Projekt mit dem Frankfurter Konzept kreuzen.
Von Peter Haber am 27. November 2007
Kategorie: Allgemein, digital.past | Tags: Alexandria, Bestandeserhaltung, Bibliothek von Alexandrien, Carnegie Mellon University, digital.past, Digitalisierung, Million Book Project, Retrodigitalisierung| Print-Version
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heise.de berichtet heute: «Das ‘Million Book Project’, ein internationales, nichtkommerzielles Projekt der Carnegie Mellon University, der Zhejiang-Universität, dem Indian Institute of Science und der Bibliothek von Alexandrien, hat mehr als 1,2 Millionen Bücher digitalisiert, die nun online über die Webseite der Universal Library verfügbar sind. Digitalisiert wurden Bücher, die seit dem Jahr 1000 erschienen sind. Die meisten stammen jedoch aus diesem und dem letzten Jahrhundert, von einer halben Million Büchern ist das Erscheinungsjahr unbekannt. Nur wenige Bücher findet man bislang auf Deutsch, die überwiegende Mehrzahl ist in englischer oder chinesischer Sprache geschrieben, gefolgt von Büchern in Arabisch oder den indischen Sprachen Telugu, Hindi oder Kannada.» Kritische Annotationen zum Projekt hat natürlich bereits Klaus Graf auf Archivalia gepostet.