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Einträge von Elias Kreyenbühl

Auch die digitale Zukunft hängt von knappen Ressourcen ab.

wordresources

Neulich hat Rita Hofmann (Forschungsabteilung Ilford Schweiz) schon meine Aufmerksamkeit auf dieses Thema gelenkt. Bald wird es aus sein mit unserer heutigen ICT, denn schon sehr bald gehen die Rohstoffe für die Produktion von LCD’s und Blu-Ray Discs (um nur zwei zu nennen) aus. Sehr bald sind einige besonders in der Halbleiterindustrie verwendete Elemente auf der Erde nicht mehr vorhanden.

Dieser Tage findet das World Resources Forum 2009 in Davos statt, das sich diesem Thema widmet. Der Event wird von der EMPA und der Akademie der technischen Wissenschaften gestemmt und man kann dem Thema nicht genug Erfolg wünschen (Der Beitrag von Radio DRS 2 ist sehr hörenswert (Link zum Podcast)).
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Zwei Beiträge zur historischen Quellenkritik anhand digitaler Daten

perspektivenwechsel

Obwohl es in diesem Blog ausgewiesene Fachexperten gibt, die auf diesem Gebiet regelmässig publizieren, möchte ich hier zwei Bücher zum Thema kurz vorstellen.

Das erste Buch ist 2009 als Band 2 der Kölner Beiträge zu einer geisteswissenschaftlichen Fachinformatik erschienen und das andere wurde 2004 von der KNAW (Koninklijke Nederlandse Akademie van Wetenschappen) als PDF veröffentlicht.
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Über die Nachhaltigkeit von Digitalisierungsprojekten und deren Bewirtschaftung

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Das National Endowment verkündet die Veröffentlichung einer neuen Studie zur Nachhaltigkeit von Digitalisierungsprojekten. Digitalisierungsprojekte haben ein intrinsisches Problem mit der Langlebigkeit. Nach dem Projektende ist kein Geld mehr vorhanden und niemand kümmert sich um Aktualisierung und Weiterentwicklung. Die Studie der Ithaka und der JISC fasst die Erfahrungen von zahlreichen Projekten aus Grossbitannien, USA und Deutschland zusammen, die dieser Gefahr mit unterschiedlichen Strategien begegnen. Diese „Geschäftsmodelle“ werden in der Studie vergleichend diskutiert. (mehr …)

Horizont erweitern

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Aufgrund meiner wissenschaftlichen Sozialisation habe ich gelernt, nur immer ein Land weit nach Norden und ein Land nach Osten und Westen zu schauen. Und alleine die Informationsflut von H-Soz-und-Kult überforderte mich schon seit Anbeginn. So kam es, dass ich erst nach elf Jahren wissenschaftlicher Tätigkeit diese Ressource entdeckte: www.conferencealerts.com.

Conference Alerts gibt einen Überblick der kommenden Tagungen, schön nach Disziplinen oder Land geordnet. Wenn man ein Abo einrichtet, kann man sich gezielt nach eingegebenen Keywords und Region informieren lassen.

Das Online Computer Library Center

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Das Online Computer Library Center, kurz OCLC, ist ein weltweites Netzwerk, das die bibliographischen Daten von vielen Ländern zusammenfasst und neue, webbasierte Interfaces entwickelt und anbietet.

Das prominenteste Tool ist der WorldCat. Er erlaubt die Suche in einem bisher unvorstellbaren Bestand von zur Zeit 1.434.544.930 Büchern. Man sollte WorldCat bei seinen bibliographischen Recherchen unbedingt berücksichtigen, da auch deutschsprachige und hiesige Titel im Netzwerk vorhanden sind. Am einfachsten installiert man sich dazu das Suchmaschinen Plug-in.

Das bereits 1967 gegründete und visionär benannte Online Computer Library Center entwickelt laufend neue Technologien und scheint auch die neusten Trends nicht verpassen zu wollen, wie ein demnächst statt findender Programmiermarathon anzeigt.

JSTOR hoch 10: HathiTrust

hathitrust
In wenigen Monaten werden wir nicht mehr von JSTOR reden, sondern nur noch von HathiTrust. HathiTrust nennt sich selbstbewusst das „grösste Unternehmen der Bibliotheksgeschichte“. HathiTrust wurde 2008 als Verbundprojekt von 25 US Universitätsbibliotheken lanciert. HathiTrust gibt bereits heute Zugang zu Millionen von digitalisierten Buchbeständen, ist aber nicht eine blosse Meta-Plattform, sondern eine robuste und dauerhafte Speicherinfrastruktur für die digitalen Bestände aller beteiligten Bibliotheken. HathiTrust hat ausserdem eine Langzeitarchivierungslösung und wird somit auch das weltweit grösste digitale Archiv sein.

Im Moment sind „erst“ 2.5 Mio Bände online. Ende Jahr werden es 5 Mio sein, 18 Mio sind auf Ende 2012 erwartet. HathiTrust umfasst die digitalisierten Bestände, welche die Bibliotheken zum Teil in Zusammenarbeit mit Google digitalisiert haben und umfasst unter zahlreichen anderen Unternehmen JSTOR und die Humanities Text Initiative der University of Michigan. Last not Least: HathiTrust ist ausschliesslich von den teilnehmenden Bibliotheken finanziert.

Und hier gibt es einen Podcast zum Thema: The Hathi Trust and „The Silence of the Archive“ – ein Interview mit John Price Wilkin, Executive Director, Hathi Trust.

Sustainable Archives, Austin 2009

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Die Society of American Archivists hält vom 11.-16. August ihr Jahrestreffen in Austin, Texas ab. Das Programm ist in vielerlei Hinsicht vielversprechend. Im Voraus finden ein- bis zweitägige Workshops zur Weiterbildung statt, wo man seine Kompetenzen punktuell erweitern kann. Diese Workshops sind entweder technisch (XML, DMS, Scanner Performance), betriebswirtschaftlich (Raising Private Monies to support Archival Programs) oder auf inhaltliche Kompenzen ausgerichtet. Unter den letzteren wird beispielsweise „Visual Literacy for Managing Photograph Collections“ angeboten.
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Digitale Langzeitarchivierung – digital stewardship: state of the art 2009

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Die Community diskutiert seit langem die Probleme der digitalen Archivierung. Dieser Tage trifft sie sich in Washington D.C., um sich über die aktuellen Trends auszutauschen. Ich versuche gewisse Themen der Tagung hier im Blog aufzugreifen.
Während sich in den letzten Jahren Standards etabliert haben, werden heute nicht mehr die theoretische Modelle oder Methoden der Metadatenbeschreibung diskutiert, sondern es werden Erfahrungsberichte der praktischen Umsetzung und Geschäftsmodelle präsentiert. Es geht dieses Jahr nicht mehr darum, welches Speichersystem für die Langzeitarchivierung zu bevorzugen sei – digitale Langzeitarchivierung findet jetzt statt. Es gibt tatsächlich Institutionen und Länder, die dieses Problem bereits in den Griff bekommen haben.
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Mentalitätsgeschichte der Computerbenutzer


Der Artikel von Stefan Betschon in der NZZ vom 31.10.2008 erklärt uns endlich, warum wir Europäer solche Computermuffel sind. Während die US-amerikanische 68-er Bewegung die Computertechnik antrieben und sich durch sie eine Stärkung der Gegenkultur erhofften, lehnten sie die hiesigen 68-er ab.
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Metadaten Guidelines für den Umgang mit digitalen Bildern

In der neuen digitalen Welt sind die Selbstverständlichkeiten der alten abhanden gekommen. Bilder müssen fortan stehen lernen, da sie sonst ihrem inneren Naturell Folge leisten und kurzerhand davonlaufen würden. Der Kulturgüterschutz hat soeben eine Broschüre mit dem Titel «Metadaten bei stehenden* digitalen Bildern» veröffentlicht. Auf der Titelseite wird ergänzt: «* Für die Präzisierung stehende «digitale Bilder (digital still images)» gilt in diesen Guidelines in der Folge überall die elliptische Version digitale Bilder»
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