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Vom Nutzen und Nachteil von Twitter an Tagungen

Über den Nutzen und den Nachteil von Twitter in den Wissenschaften ist in den letzten Monaten nicht zu knapp berichtet worden. Zu erwähnen wäre zum Beispiel die Studie «Microblogging und die Wissenschaft. Das Beispiel Twitter» von Jana Herwig, Axel Kittberger, Michael Nentwich und Jan Schmirmund. Darin beschrieben die Autoren/innen sowohl die wissenschaftsinterne als auch die -externe Nutzung von Twitter. Eines der Themen war natürlich die Nutzung von Twitter an Tagungen. Gabriela Gosseck und Carmen Holotescu hingegen haben sich in ihrer kürzlich vorgelegten Untersuchung auf den Aspekt Twitter in Unterricht und Lehre befasst.

Einen besonders spannenden Beitrag zur Diskussion rund um Twitter hat vor wenigen Tagen Mareike König vom Deutschen Historischen Institut in Paris auf ihrem Blog ins Netz gestellt. Sie hat dabei das Twitter-Verhalten der Teilnehmer/innen an der .hist2001-Tagung Mitte September in Berlin untersucht und kommentiert. Auslöser war eine kritische Bemerkung zu Sinn und Unsinn von Twitter in der Tagungsberichterstattung auf H-Soz-u-Kult von Thomas Meyer und Stefan Gorissen.

Mareike König weist in ihrem Beitrag auf die verschiedenen Funktionen hin, die Twitter während einer Tagung wahrnehmen kann, etwa als Kommunikations-, als Feedback- aber auch als Dokumentationskanal.

Um das zu veranschaulichen, hat sie alle 454 Tweets von 66 verschiedenen Twitter-Accounts ausgewertet, zusammen mit Cornelius Puschmann visualisiert und analysiert. Ihr Fazit:

Doch das Besondere am Einsatz von Twitter bei Tagungen geht über die live gebloggten Diskussionsaussagen und Stimmungsbilder hinaus: Eine Analyse kann Kommunikations-Netzwerke zeigen und Aufschluss über Prozesse des Wissensaustauschs in Webcommunities geben[1]. Denn die Twitterer führen auch ein virtuelles Gespräch mit anderen Twitterern, die sie persönlich manchmal gar nicht kennen oder über das Twittern dann erst kennen lernen.

Verlinkt sind nicht nur die Originaldaten zur Twitterauswertung, sondern auch Hinweise auf weitere (klassische) Tagungsberichte im Netz.

Zu den Bildern: Das obere Bild zeigt die Retweets unter #dothist, das untere Bild hingegen visualisiert die Gespräche zwischen Usern unter dem hashtag #dothist. Beide Bilder von Cornelius Puschmann von der Universität Düsseldorf, der übrigens auf seiner Homepage noch einige schöne (und aufschlussreiche) Visualisierungen ins Netz gestellt hat. Herzlichen Dank, Cornelius, auch aus Basel!

2 Kommentare auf “Vom Nutzen und Nachteil von Twitter an Tagungen”

  1. Benjamin Ehrchen meint:

    Hallo,
    Ihre Verlinkung zum Artikel über Microblogging und die Wissenschaft ist leider falsch. Sie führt zum Artikel über Google.
    Beste Grüße
    Benjamin Ehrchen

  2. Jan Hodel meint:

    Danke für den Hinweis. Der korrekte Link zum Microblogging ist der folgende, Kollege Haber wird diesen möglicherweise auch noch kommentieren: http://epub.oeaw.ac.at/ita/ita-projektberichte/d2-2a52-4.pdf.

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