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Schmalenstroer.net – Geschichtsblog des Monats Dezember 2010


Zum Jahresende (bzw. zum Jahresanfang) sei die Gelegenheit genutzt, im Rahmen der Serie Geschichtsblog des Monats nach einer Reihe von Gruppen-, Medien- und Institutionsblogs wieder auf ein individuelles Geschichtsblog hinzuweisen: Schmalenstroer.net. Der Betreiber Michael Schmalenstroer, Student der Geschichte an der Universität Freiburg und Mitarbeiter am Lehrstuhl von Prof. Asch, ist damit der erste Geschichtsblogger, der zum zweiten Mal in dieser Rubrik Aufnahme findet. Denn er betreut auch das hier bereits früher behandelte, bislang einzigartige Geschichtsblog „Klio surft„.

Schmalenstroer.net umfasst diverse Blogs und blogähnliche Veröffentlichungen von Michael Schmalenstroer, unter anderem eine Rubrik mit dem schelmischen Titel „Allwissende Müllhalde„, die das allseits beliebte Thema Wikipedia behandelt. Das Hauptblog widmet sich einerseits Fragen der digital history in all seinen verschiedenen Ausprägungen, aber auch geschichtskulturellen und geschichtswissenschaftlichen Miszellen aus dem Alltag eines Historikers. Die Beiträge pendeln zwischen Anmerkungen zu den – hier auch schon angesprochenenngram-Viewer-Möglichkeiten bei Google, Beispiele von Visualisierungen historischer Daten, merkwürdigen Fundstücken aus digitalen Archiven und Eindrücken von Ausstellungsbesuchen.

Das Weblog gefällt nicht nur durch eine interessante Themenauswahl, eine angenehme Sprache und eine passende Verwendung von Bildern, sondern trifft auch einen guten Publikationsrhythmus von ein bis zwei Beiträgen pro Woche, der den RSS-Reader weder überquellen noch austrocknen lässt.

Die zunehmende Zahl an Weblogs im Bereich der Geschichte wie jenes von Michael Schmalenstroer scheint den Befund einer mangelnden Akzeptanz von Geschichtsblogs im Feld der Geschichtswissenschaft etwas zu relativieren. Das Beispiel Schmalenstroer.net zeigt aber auch, dass Weblogs vor allem von der jüngeren Generation und in erster Linie als Experimentierfeld über Formen digitalen Publizierens genutzt werden. Dass die Aussichten, mit diesen Formaten wissenschaftliche Meriten zu verdienen, von eben dieser Generation sehr nüchtern als gering eingeschätzt wird, belegt auch der Blog-Eintrag von Michael Schmalenstroer zur Sektion „Digitale Geschichte“ am letztjährigen Historikertag.

Das passt zur kleinen Diskussion um die (mangelnde) Akzeptanz von Weblogs in der wissenschaftlichen Gemeinschaft, die hier (und in anderen Blogs) im Nachgang unserer Tagung zu Geschichtswissenschaften und Web 2.0 im November geführt wurde. Auch hierzu (zum Workshop und zur genannten „kleinen Diskussion“) hat Michael Schmalenstroer seine Überlegungen an- und der (hoffentlich) interessierten Öffentlichkeit der Geschichtsblogosphäre vorgestellt.

Eckdaten
Titel: schmalenstroer.net
URL: http://schmalenstroer.net
Feed: http://schmalenstroer.net/feed/
Autor: Michael Schmalenstroer
Region: D
Frequenz: wöchentlich

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