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1000 Artikel in 5 Jahren weblog.histnet – der Anfang vom Ende oder das Ende vom Anfang?

[1]

Was vor 5 Jahren als bescheidener Selbstversuch begonnen hat, hat vor kurzem eine beachtliche Marke erreicht. Unser Weblog, gestartet am 25. September 2005 mit dem obligaten Eröffnungspost [2] zur Frage «warum dieser Blog?», hat gestern den 1000. Artikel [3] publiziert – verfasst von Kollega Haber, der mich mittlerweile in punkto Publikationsfleissigkeit und Publikumsinteresse auf diesem Weblog1 [4] schon seit geraumer Zeit überholt hat, und sinnigerweise inhaltlich den Umstand betreffend, dass wir in den Wissenschaftsblog-Charts auf Rang vier vorgestossen sind.

Es gäbe nun verschiedene Möglichkeiten, dieses Jubiläum zu begehen: Einen Rückblick mit den herausragenden Blogposts der letzten Jahre – den längsten, den am meisten diskutierten, den schönsten, den witzigsten usw. – vielleicht ein Wettbewerb, um einen solchen Beitrag durch unsere Leserschaft küren zu lassen (Vorschläge können im Kommentar angebracht werden), Offline-Feierlichkeiten verschiedener Ausprägungen, eine Festschrift oder ein Online-Denkmal. Oder die Einstellung des Weblogs.

Was hier wie eine Provokation daherkommt, verweist auf eine grundsätzliche Frage, der wir uns (wie angekündigt [5]) auf einem Workshop im November widmen wollen: Ist das Erreichen der 1000er-Marke ein Zeichen für die Etablierung des Formats Weblog in den (Geschichts-) Wissenschaften? Oder zeichnet sich hier bereits der Abschied von diesem Medium ab? Unser Gastreferent Mills T. Kelly aus den USA kündigt beispielsweise seine Überlegungen hierzu mit dem anregenden Titel «If I stop blogging, what will you tweet about?» an.

Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass Tweets auch in der (Online-)Wissenschaftskommunikation an Bedeutung gewinnen: Ist das der nächste Trend, der die Weblogs ablöst – oder sie ergänzt? Marc Scheloske [6] weist darauf hin, dass bei den Blog-Charts neuerdings auch Tweets, bzw. Tweet-Links berücksichtigt werden. Hier verbinden sich also die Twitter-Kurzmeldungen mit den (auch nicht gerade sehr ausführlichen) Blogposts. Wiederum Scheloske meinte im Mai 2009 [7] hierzu:

Immer mehr Wissenschaftler (und auch wissenschaftliche Institutionen) haben in den letzten Monaten Twitter für sich entdeckt. Kurze Links und Lesetipps werden inzwischen hauptsächlich dort publiziert; die Anzahl der Trackbacks in den Blogs geht zwangsläufig zurück. Dieser Trend ist in meinen Augen bedauerlich, da gerade zu wissenschaftlichen Themen die Beschränkung auf 140 Zeichen doch arge Verkürzungen notwendig macht.

Die Diskussion sei eröffnet: Braucht es noch Weblogs – und wenn ja, wozu? Ist die Zeit der Weblogs abgelaufen, oder kommt sie jetzt erst recht? Antworten und Meinungen hierzu in den Kommentaren oder am (wiederholt erwähnten) Workshop am 12. November in Basel [8].

  1. in anderen Bereichen gab es nix zu überholen [ [9]]