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Geschichte des Digitalen?

Beim Bücherholen im Freihandmagazin entdeckte ich reihenweise Regale voller Publikationen, die sich „uralt“ anfühlten, weil sie einen Gegenstand beschreiben (bspw. Office 2000 oder Netscape 4.5), der bereits heute nur noch schwerlich in seiner digitalen Form aufzufinden ist. Wie ist das wohl in 50 Jahren, schoss es mir durch den Kopf. Ist dann dieses Buch (oder ein anderes) vielleicht sogar das einzige noch vorhandene Zeugnis dieser Büro-Software, bzw. dieses Web-Browsers? Ist das Buch dann überhaupt noch vorhanden, oder schon von Google Books gescannt und im Altpapier entsorgt?

Dies ist nur ein kleiner, laienhafter Gedankensplitter aus dem Wissenschaftsalltag zum grundsätzlichen Problem der Langzeitarchivierung digitaler Daten und zu den Auswirkungen des digitalen Wandels auf die Buchkultur, was beides in unserem Weblog von weitaus kundigerer Seite, nämlich durch Kollega Haber, bereits ausführlich verhandelt wurde.

2 Kommentare auf “Geschichte des Digitalen?”

  1. Daniel Burckhardt meint:

    Ich habe gestern beim Ausmisten das Dynamic HTML: The Definitive Reference vom Juli 1998 ins Altpapier geschmissen. Da war überall vermerkt, welche Funktionen beim NN 4.0 und welche beim IE 4.0 funktionieren. So richtig hilfreich ist das dieser Tage nicht mehr. Und wenn man sich nicht jedesmal extra mit dem Modem einwählen muss um was nachzuschlagen, verliert ein solches Buch schnell seinen medialen Vorteil :-)

  2. Jan Hodel meint:

    Ja, und weil die Buchseiten zweiseitig bedruck sind, kann man sie noch nicht einmal gebrauchen, um die Fahrplaninformationen für unterwegs auszudrucken (als Backup, falls vom vielen Video gucken die Batterie des iPhones bei der Ankunft schon leer ist; oder kein Empfang, oder sowas). Aber es bedrückt mich schon ein wenig, dass die „definitive Referenz“ des „dynamischen“ HTML nur noch Altpapier-Wert hat. :-)

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