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In Wien brennt die Uni. Na und?

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Seit Wochen wird in Wien und anderswo gestreikt [2], werden Hörsäle besetzt und ein Ende der Ökonomisierung des Bildungswesen gefordert. Das finden auch wir digitale Historiker im fernen Basel ganz toll. Schon alleine deshalb, weil eine zünftige Portion Neid mitschwingt: Mit unserem Studienbeginn in den 1980er Jahren waren wir irgendwie zu jung für die 1968er Bewegung und sind wohl zu alt für die 2009er Unruhen.

Dezidiert weniger toll – um nicht zu sagen: ziemlich geschmack- oder zumindest hirnlos – finden wir das Motto der Wiener Jungspunte: «Die Uni brennt». Hallo? Die Uni brennt? Ist das ein schlechter Scherz? Oder österreichische Tradition?

Ja, richtig: was passiert, wenn die Uni brennt? Dann brennen auch die Bücher. Nix Neues [3] im glückseligen Österreich. Und wenn wir schon dabei sind: Das passt doch bestens zum 9. November [4]. Nein, nicht Mauerfall, da war doch noch etwas. Richtig, Reichspogromnacht Reichskristallnacht [1] (das tönt irgendwie weniger böse).

Wir nehmen also zur Kenntnis: «Wien bleibt Wien [5]» (klicken auf eigenes Risiko!).